Tag 12 – Ausflug zum Fort


Sehr gemütlich sind wir diesen Tag angegangen: Eigentlich hat Cienfuegos nicht mehr wirklich viel zu bieten, lediglich die gestern ausgefallene Bootstour über die Bucht zum Fort fehlt noch. Und dieses Mal war klar weniger los und man hatte nicht mehr das Gefühl von Flüchtlingsboot. Obwohl, ein wenig konnten wir mit dieser Tour auch vor dem Kreuzfahrer flüchten, der allsamstäglich die Stadt okkupiert.

Am strategisch perfekt gelgenenen Fort (alle Schiffe, die in die Bucht möchten, müssen dort passieren) haben wir pflichtschuldigst unsere Runde gedreht – aber so ganz vom Hocker gerissen hat es uns nicht. Die Stunde bis zur Fähre zurück war üppig bemessen…

Auf der Rückpassage haben wir wieder Pelikane beim Fischen beobachten können. In der Bucht lag auch der Traditionssegler Roald Amundsen: Ein Zweimaster unter deutscher Flagge, auf dem auf der mehrmonatigen Fahrt straffällig gewordene Jugendliche resozialisiert werden sollen. Er soll wohl hier öfter vor Ort sein – ich hatte von dem Programm auch schon in Kiel gelesen.

In Cienfuegos zurück haben wir auf dem Hauptplatz ein Ründchen das Internet bemüht. Was nicht ganz so einfach war – Sönke formuliert es so:

„Der Kreuzfahrer spuckt in regelmäßigen Abständen Horden von außerirdisch anmutenden Gestalten aus, erkennbar am ausgeprägten Herdentrieb, einem Anführer folgend, der fähnchenschwenkend die Plätze vor den Sehenswürdigkeiten elektronisch verstärkt lärmverschmutzt. Die Einheimischen bestaunen mit offenem Mund und schüttelndem Kopf die Wellen der Alien-Invasion. In Cienfuegos waren die Auswirkungen zum Glück aber im Gegensatz zu Praia auf den Kapverden (dort konnte man sich am Tag der Invasion kaum auf die Straße trauen) nur gering: der Spuk dauert zum Glück nicht lange und beschränkt sich auf die Plaza Martí – 2 Straßen weiter geht das normale Leben weiter… “

Um 15:00 Uhr öffnete ein Kunstladen, bei dem wir zwei Fische kaufen wollten: Die Fische sind aus Schrott gefertigt, der aus der Bucht gezogen worden ist. Die sehen so klasse aus! Sönke und ich hatten uns gleich in die Dinger verliebt!

Danach haben wir uns mit den vollen Rucksäcken erst einmal mit Snackzwischenstopp auf Heimatkurs begeben: Bei einem Gläschen Rum schreiben wir Bericht bzw. planen die restliche Reise. Morgen soll es in einen Nationalpark gehen und abends wollen wir in Trinidad ankommen. Da gibt es sicherlich wieder Spannenderes zu berichten.