Das war ein Tag, um wuschig zu werden – so viel Nackedeis haben wir heute gesehen!
Es war schlau, dass wir nach Empoli gefahren sind, dort das Auto abgestellt haben und mit dem Zug nach Florenz gefahren sind. Vom Bahnhof haben wir unsere Tour gestartet: Im Reiseführer stand eine Tour „Florenz an einem Tag“ und die fanden wir passend.
Als Erstes zum Dom. Whow! Das Teil ist ganz schön groß. Unbedingt die Kuppel besteigen – hieß es. In Anbetracht der Monsterschlange hätte „Florenz an einem Tag“ schwierig werden können, aber wir haben einen Trick gefunden. Mit der Firenze-Card darf man an vielen Schlangen vorbei. Okay, wir sind durch die Viertels-Stadt gerannt, um die Card zu bekommen, nochmals um den Dom gerannt, um die Teilkarte für den Dom zu aktivieren, aber dann konnten wir locker an der Schlange vorbei und durften in die Kuppel steigen (schnauf …). Das war aber wirklich klasse, direkt unter diesen tollen Kuppelmalereien zu stehen. Und dann konnten wir über der Kuppel auf eine Außengalerie und den Ausblick auf Florenz genießen. Zurück über die steilen Kuppeltreppen, über die obere innere Kuppelgalerie turnten wir wieder nach unten.
Anschließend sind wir in den Dom gegangen: Das ist schon ein beeindruckendes Gebäude, die hohen Säulen und gotischen Bögen. Und eine 24 -Stunden-Uhr, die linksherum läuft. Wieder draußen, sind wir am Hauptportal vorbei. Man weiß überhaupt nicht, wohin man schauen soll: Säulen, Bögen, Figuren, Bildnisse, Verzierungen. Eigentlich müsste man sich einen Liegestuhl nehmen und sich ein paar Stunden davor legen, um keinen Nackenkrampf beim Betrachten zu bekommen.
Mit unserer coolen Card konnten wir auch ratzfatz in die (romanische) Taufkirche von Dante. Ähm, die Kirche (Baptisterium) war innen superschön mit all den goldenen Mosaiksteinen: Aber wir haben gerade komplett keinen Plan, wer Dante war. Ich schätze, dass wir diese Bildungslücke irgendwann schließen, wenn wir mal wieder vernünftig Google zur Hand haben.
Zurück zu dem Palazzo Vecchio (dort hatten wir unsere Card erhalten): Direkt davor steht der Neptun-Brunnen und David und noch mehr halbnackerte bis nackerte Statuen. Okay, nicht unansehnlich.
In dem Palazzo Vecchio (Schatz, was war in dem Palazzo – ich weiß es schon nicht mehr …) war der Salone dei cinquecento: Ein riesiger Saal. Und viele, viele Räume drumrum mit Bildern und Deckengemälden. Motive: Halbnackerte Männer besiegen weiß der Himmel wen, halbnackerte Frauen himmeln halbnackerte Männer an oder stillen puttige Kinder. Ich oute mich gerade als Kunstbanause: aber ganz ehrich, in der Masse, das ist echt zu viel! Und war ja noch lange nicht zu Ende.
An den Uffizien vorbei (nein, das ist zu viel für einen Tag) sind wir am Arno angelangt. Die Brücke über den Arno verbinde ich mit dem Film „das Parfum“: Die kleinen Häuschen und Läden, nach außen hin abgestützt, damit sie überhaupt Halt haben. Früher waren dort Fischhändler: Den Medicis war das aber zu stinkerig und haben deshalb dort Juweliergeschäfte angesiedelt (die sind heute noch da).
Kurz danach erreichten wir den Palazzo Pitti: Mit einem lecker Eis in der Hand haben wir es den Youngsters gleich getan und uns vor den Palazzo auf den Boden gesetzt und eine Pause eingelegt. Übrigens ein Novum damals, vor einem Palazzo eine Piazza zu haben – das war eigentlich nur Kirchen und öffentlichen Gbäuden vorbehalten. Aber die Pittis wollten die konkurrierenden Medicis ärgern. Das ist später insofern schief gegangen, als dass ihnen aufgrund geschäftlichen Misserfolgs und dem Händel mit den Medicis das Geld ausgegangen ist. Und vermutlich war der Palazzo auch gründlich eine Nummer zu groß – schließich gehörte auch noch ein Parkanlage mit diversen Springbrunnen dazu.
Heute befinden sich darin einige Museen: Also noch mehr Prachtsääle, Deckengemälde, Statuen, Büsten („die haben sich damit mächtig Mühe gegeben – heute könnte man das mit einem 3-D-Drucker auch erledigen. Ok, vielleicht nicht aus Stein …): Irgendwann sind wir nur noch durchgerauscht – die Aufnahmefähigkeit war klar überschritten!
Zurück durch die Gassen zum Domplatz und die nördliche Route genommen: Der Palazzo der Medici. Im Garten schon wieder Figuren: Ohne mit viel an. Nachdem wir dort nicht sofort in die Räume durften, schlug uns die Dame vor, dass wir noch im Keller ein Museum mit Büsten ansehen könnten. Ok, pflichtschuldig haben wir das getan: Aber das ist wie Fotoalbum von unbekannten Leuten anschauen …
Dann durften wir endlich in die Räume hoch – und sind nur noch durchgefetzt. Kultur-Overkill. Über den Markt (im Obergeschoss das Schlemmerparadies, Untergeschoss mit Markt hatte logischerweise zu) sind wir zurück zum Bahnhof und Richtung „Heimat“.








