9. Tag – Höhlenleben


Das war ein phantastischer Ausflug heute morgen! Mit einem Taxi (knalloranger Mercury mit Pünktchenhimmel und asthmatischer Hupe) sind wir ca. 20 km zur Gran Caverna de Santo Tomás gefahren worden. Das ist mindestens das größte Höhlensystem in Kuba und eines der größten Lateinamerikas. Es umfasst ca. 46 km auf 8 Ebenen.

Ausgestattet mit Helm und Grubenlampen sind wir in einer 8er-Gruppe zum Höhleneingang hochgeklettert. Das allerhöchsterfreuliche an dieser Höhle ist, dass es keine Kitschbeleuchtung (und auch sonst keine) und keine Massenabfertigung gibt. Ebene 6 und 7 sollten die nächsten 1 1/2 Stunden durchlaufen und durchklettert werden.

Es war einfach superschön: Stalagmiten und Stalagtiten und Säulen und waagrechte Formationen (verflixt, jetzt hab ich den Begriff dafür schon wieder vergessen! Papaaa – help….). Diese waagrechten Formationen entstehen nur dort wo Licht ist, da das Wasser dort nicht nach unten abtropft, sondern quasi nach vorne verdunstet. Bewusst habe ich das hier zum ersten Mal gesehen. Wunderschöne Formen haben wir gesehen bis hin zu einer Wand, die geglitzert hat: Walt Disney hätte es nicht schöner machen können.

In den Sälen gibt es ein ganz eigenes Mikro-Ökosystem: Fledermäuse bringen mit ihrem Kot Pflanzenkerne in die Höhle, die zwar keimen, aber mangels Licht nicht wirklich wachsen. Andere Lebewesen ernähren sich widerum davon und so fort: Wir haben neben Spinnen, Krabben und Schlangen auch noch Kröten gesehen. Würde man die Höhle kommerzialisieren, so würde dieses System zerstört werden.

So kletterten wir hoch und runter, zwängten uns durch enge Spalten und niedrige Durchlässe und waren schweißgebadet: Der kühlende Luftzug des Ausgangs war herrlich erfrischend, aber ich wäre dennoch gerne länger geblieben. Prädikat: Besonders empfehlenswert!

Wir wurden an unserer Casa abgesetzt und sind von dort aus in den Ort spaziert: In einem der vielen Lokale haben wir erholungstechnisch ein Bier getrunken und die Leute an uns vorbeiziehen lassen. Frisch gestärkt besuchten wir ein kleines botanisches Gärtchen: Ganz nett, ja, aber das Beste war der kühlende Schatten der Bäume.

Nach etwas hin-und-her-Gesuche und Speisekarten-Inspizieren sind wir wieder bei unserem ersten Lokal gelandet. Mit einer Runde leckeren Tapas waren wir erfolgreich im Suppenkoma angelangt. Mit kurzem Wifi-Zwischenstopp sind wir wieder zu unserer Unterkunft zurück und genießen unseren letzten Abend hier: Morgen brechen wir auf nach Cienfuegos.