Die zweite Hälfte des Feldes wurde gepflügt – und dieses Mal inklusive einer lauthals geschmetterten kubanischen Ballade. Ganz schön viel Klischee für den frühen Morgen! (Das ist schon richtig harte Arbeit, was die da leisten.)
Mit Frühstücksende (wunderbar viel Obst mit richtig reifen Pampelmusen – sooo gut!) kamen zwei Männer mit den Fahrrädern, die wir für heute geordert hatten. Kurz unsere Rucksäcke bestückt und los: Wir waren uns beide sofort darüber im Klaren, dass unsere Allerwertesten abends gelitten haben würden …
In der noch kühlen Morgensonne sind wir die 5 Kilometer flott zum Mural de la Prehistoria geradelt: Ein riesiges Felsenbild, welches die Evolutionsgeschichte bis zur Menschheit darstellt. Entstanden ist es in den 1961 – 1965 und wird alle paar Jahre erneuert.
Wir beschlossen, unseren „Hausmogote“ Mogote de Valle zu umrunden. Erst auf einem breiten Weg, dann sind wir auf einen der kleineren Feldwege abgebogen. Ja, und dann war da erst ein wenig Matsche, wo man seitlich vorbei fahren konnte. Dann aber wurde es immer matschiger und Sönke musste unbedingt auf die andere Seite wechseln: Ein reichlich matschiger Schuh war das Ergebnis. (Ich hatte ein leichtes déjá-vu zum letzten Jahr, als mein Schuh reichlich unfreiwillig nass geworden war). Ich jedenfalls habe mich ganz zickig geweigert die Wegseite zu wechseln und habe schiebenderweise eine günstigere Stelle gefunden. Wir entdeckten einen kleinen trockeneren Parallelweg und haben diesen genommen. Leider endete er an einem Stacheldrahtzaun. Sönke hievte sein Rad darüber und wollte rüberklettern. Protest meinerseits! Ende vom Lied? Er hat mein Rad auch darübergehievt und ist geklettert und ich bin das kurze Stück zurück und am schmalen trockeneren Rand zu Sönke gelaufen. Irgendwann sind wir aus dem Schatten des Mogote herausgekommen und dann wurde es besser. Wir erreichten das zweite Feldcafé der Tour vom Vortag und genehmigten uns erst einmal einen Zitronensaft zur Erfrischung.
Die nächste Etappe führte uns ein Stück der gestrigen Tour bis zur Straße und sind dann aber kurz Richtung Viñales gefahren und dann aber wieder von der Straße auf einen Feldweg abgebogen. An einem staatlichen Vorzeigebetrieb haben wir uns den nächsten Saft gegönnt und haben zugeschaut, wie Zigarren gedreht werden. Von einer Holzaussichtsplattform hatte man einen wunderschönen Blick aufs Tal. So langsam merkte man die Rubbelstrecke in Armen, Beinen und vor allem dem Hintern, wie prophezeit …
Der Weg zum nächsten Etappenpunkt hatte mal wieder einen Matschweg im Angebot oder einen superschmalen Weg mit reichlich Gestrüpp: Sönke wählte Gestrüpp und am Ende waren wir und eine Slowenin, die wir kurzfristig á la „klar wissen wir den Weg“ im Schlepptau hatten, voll mit Kletten. Na ja, man hatte ja die Wahl und zweimal matschig ist langweilig … Einmal mussten wir kurz stoppen und ich setzte meinen Fuß unachtsam auf den Boden. Kurz danach kribbelte es: Jaaaa, meine Freunde, die Ameisen lieben mich auch hier …
Wir erreichten einen kleinen See (Lago el Silencio), fuhren aber nach kurzen Stopp weiter zu einem kleinen Mogote mit einer Höhle: Sah malerisch aus und war vor allem hübsch kühl. Zurück am See (erstes Schwächeln: Wir haben die Räder bergauf geschoben) haben wir uns in den Schatten gesetzt und mit Zitronensaft und Kokoswasser direkt aus der Nuss die schlimmste Mittagshitze abgewartet. Nachdem ich meine Kokosnuss ausgeschlürft hatte, wurde sie mir mit einer kleinen Machete geöffnet und wir haben als Snack das Fruchtfleisch gegessen (und den Hühnern auch noch was gegönnt).
Nun also Endspurt – oder eher Endkriech … Erst auf der Straße konnten wir die Räder bergab rollen lassen. Wobei ich mich nicht so ganz getraut habe volles Rohr zu fahren ob der Schlaglöcher. Zurück im Casa habe ich meine Glühbirne erst mal mit kaltem Wasser gekühlt und anschließend auf die schattige Terrasse in den Schaukelstuhl gesetzt. Nachdem wir wieder normale Betriebstemperatur hatten, sind wir in den Ort gelaufen und haben ein paar Mitbringsel erstanden. Danach haben wir uns in unser Lokal von gestern gesetzt und uns etwas der großen, weiten www-Welt gewidmet. Sönke hat u.a. einen Rum dazu geordert – pur, ohne Eis. Leicht beschwingt sind wir zum Abendessen in unser liebenswertes Casa zurückgekehrt.









Hallo Ihr beiden,
gerade ruft Silja an und beschwert sich in Eurem Namen, dass wir noch keinen Kommentar geschickt haben. Das habe ich mir gespart, um Euch nicht wegen der Dummheit mit dem geschmolzenen Eis anzumachen. Aber inzwischen ist bei Euch ja glücklicherweise wieder alles ok. Hier ist alles in bester Ordnung. Wir haben viele Arzttermine – alles Routine – und alles aus unserer Sicht positiv. Weiterhin viel Spaß und liebe Grüße aus der kalten ( – 12 Grad) Heimat. Mama und Papa
Prima, dass bei Euch alles ok ist! Wir sind gerade in Sienfuegos gelandet. Liebe Grüße – und ja, die Eiswürfellektion ist gefressen …