7. Tag – Sönkes erste Zigarre


Wir wurden geweckt von lauten Rufen: Schon früh, bevor die Sonne brennt, bestellte ein Campesino hinter unserem Haus sein Feld mit seinem Ochsenpflug. Voller Energie trieb er seine Tiere durchs Feld mit einer ganzen Hühnerschar im Schepptau.

Sönke hat tatsächlich versucht, mir klammheimlich eine 10-Kilometer-Tour unterzujubeln: Gerade noch rechtzeitig habe ich nachgefragt und wir haben dann eine kleinere Tour unternommen. Gnädig wurden wir von unserer Wirtin entlassen, nachdem ich einen Hut und meine langärmelige Bluse als Sonnenschutz angezogen hatte.

Erst mal aus dem Ort raus und etwas über die Felder, dann sind wir mehr oder weniger elegant über ein schräges Gatter geklettert (die beiden uns begleitenden Hunde haben das weitaus schneller geschafft …). Dann eine erste Bewährungsprobe, was mein Körper zu Anstrengung meint: Es ging eine steile, verfallene Treppe zu einem Höhlentunnel hoch (Cueva de la Vaca). Puh!

Durch den natürlichen Felsentunnel sind wir durch und auf der anderen Seite einen steilen Weg vorsichtig wieder runter. Was ein schöner Ausblick auf die Mogotes. Unser nächstes Ziel war ein riesengroßer Ceiba, ein heiliger Baum, in dessen großen Wurzelbereich kleine Opfergaben liegen. Inzwischen legen nicht nur die Einheimischen dort etwas ab – auch Touristen. Ansonsten kann ich mir den Buddha dort nicht erklären. Im Schatten des Baumes haben wir eine kleine Pause eingelegt. Puh!!

Weiter ging es auf Feldwegen – viele Touristen auf Pferden haben uns überholt. Manche der Pferde sahen mir nicht sehr gesund aus und so mancher Person oben drauf hätte man durchaus etwas Eigenbewegung zutrauen können (insbesondere den jungen Leuten). Nun gut – jedem das seine. Wir sind an einer Cafeteria mitten in den Feldern angekommen, wieder mit einem wundervollen Ausblick auf die Berge mit den Tropfsteinen. Der Mangosaft hat gutgetan. Pühchen!

Wir haben uns noch kurz etwas über den Kaffeeanbau und die Herstellung eines lokalen Likörs erzählen lassen, dann sind wir weitermarschiert. Kurz darauf gab es ein Tabaktrockenhaus, wo uns ein Mann über den Tabakanbau erzählte. Die jungen, obersten Blätter werden für Zigarren der besten Qualität, die mittleren für eine mittlere Qualität und die untersten als niedrigste Qualität verarbeitet. 90% des Anbaus müssen an den Staat abgegeben werden, 10% dürfen die Produzenten selbst behalten. Und dann fragte er uns, ob wir eine Zigarre probieren wollten. Bei mir war der Fall klar, dass nein, aber Sönke hat nach einigem Zieren eine angesteckt bekommen. Nun – es ist auch nicht ganz Sönkes Fall. Wir sind wieder aufgebrochen und durch die Sonne gelaufen: Ich war froh, als wir wieder zu einer Cafeteria kamen und wir die nächste Pause machen konnten. Puh! Puh!!

Die letzte Etappe ging dann Richtung Straße und, an tollen Steilhägen mit Stalaktiten vorbei, zur Cueva de José Miguel: Das war auch mein Limit! Von dort aus fährt aber ein Bus regelmäßig die Touristenstationen ab und ich war wirklich froh, in den klimatisierten Bus steigen zu können.

In Viñales zurück haben wir uns in eines der zahlreichen Restaurants gesetzt und eine Kleinigkeit gegessen: Bei der Wärme wollte man wirklich nicht viel zu sich nehmen. Nachdem dort auch WiFi vorhanden war, konnten wir Mails checken, Blogeintrag einstellen und kurz mit den Kindern chatten. (Insider: Silja – hier gibt es tierisch viele Pizzerien – die Kubaner lieben es!)

Wir haben uns dann wieder in den Touristenbus gesetzt und einfach einmal die Sehenswürdigkeiten durchkutschieren lassen. Morgen gerne wieder eine Tour, aber für heute basta!

In unserem netten Casa hat die Dusche gut getan und wir warten mit Berichteschreiben und Blättern im Reiseführer auf das gute Essen unserer Wirtin.

3 Kommentare zu „7. Tag – Sönkes erste Zigarre“

  1. Hallo ihr beide,
    uns freut es, daß ihr schöne Dinge zu sehen bekommt und erleben dürft – und das bei „sommerlichen“ Temperaturen. Für heute Nacht ist für Kiel 10° minus (!!!!) angesagt. Bei uns geht es um die Null, der Frühling wird etwas gebremst. Gut so. Zur Abwechslung freuen uns mal andere Wehwehchen, ansonsten läuft der Laden. Die Fastnacht kommt hier langsam in die heiße Phase – die läßt uns aber weitgehend kalt. Also: Genießt eure Ferien
    LbGr

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