









Ausgestattet mit Regenjacken sind wir mit der Straßenbahn rein nach Hiroshima gefahren. Bevor es aber losging mit unserer Tagestour, haben wir in einem Café einmal mehr lecker gefrühstückt.
Man nimmt sich ein Tablett und eine Gebäckzange und sucht sich die Teilchen oder Brötchen selbst aus. Und die Auswahl ist wirklich toll: Von herzhaften Gebäcken mit Spinat, Käse, Speck, Hühnchen, … bis hin zur süßen Fraktion mit Blätterteig-Apfeltaschen, mit Nuss oder schokogefüllten Teigbällchen. Dazu ein Kaffee und Elkes Welt ist am Morgen in Ordnung.
So gestärkt sind wir zur Burg von Hiroshima gelaufen und haben ein paar Kois ebenfalls (Reiscracker) frühstücken lassen. Danach sind wir zu einem wunderschön japanischen Garten: So wunderschön angelegt und mit jedem Schritt ein anderer Anblick. Ein Traum! Kein Wunder, dass der Park gerne von Hochzeitspaaren als Fotokulisse genutzt wird. Aber die Damen in ihren Kimonos sahen auch wirklich bezaubernd aus. Die Kois in diesem Park waren aber so überfressen: Sie haben Siljas Futter weitestgehend verschmäht.
Wir allerdings verspürten langsam Hunger und sind dem Tipp eines Kollegen von mir gefolgt. Auf mehreren Stockwerken verteilt gibt es Mini-Restaurants, die die hiesige Spezialität anbieten – Okonomiyaki. Auf einer heißen Platte werden Pfannkuchenteig, Kohl, Gewürze, Speckstreifen, ein Omelette und Nudeln schichtweise gebraten und bekommen dann ein Topping nach Wunsch: Fleisch oder Meeresfrüchte oder, wie in meinem Falle, ein Spiegelei. Wir waren pappsatt hinterher!
Wenn man in Hiroshima ist, dann kann und sollte man sich der Geschichte nicht verwehren: Die Atombombe, die 1945 über Hiroshima abgeworfen worden war. Als Erstes Mahnmal steht dort der Atom-Dom, die Ruine eines Verwaltungsgebäudes. Ich habe noch nie bewusst eine Kriegsruine gesehen – und fand bereits das sehr beeindruckend. Wir sind durch den Friedenspark gelaufen an den verschiedenen Mahnmalen vorbei. Sehr gerne haben auch wir die Friedensglocke geläutet – schon mit etwas schwerem Herzen, wenn man sich die Weltlage ansieht. Vorbei an der Friedensflamme sind wir dann in das Friedensmuseum gegangen.
Ich hatte einen Audioguide, weil ich nicht alles auf englisch lesen wollte. Und ja, das war schon hart, was dort ungeschönt gezeigt worden ist. Von den unmittelbaren Auswirkungen von schwersten Verbrennungen bis zu den Langzeitfolgen von Krebs, Missbildungen und Diskriminierung gerade der Waisenkinder. Es war insbesondere sehr eindringlich, weil die Geschichten verschiedener Personen sehr hautnah erzählt worden sind.
Aber auch die geschichtlichen Hintergründe wurden beleuchtet, als auch, wie die Entwicklung mit Wasserstoffbomben weiterging. Wir waren gerade durch, als das Museum geschlossen hat: Mit vielen Gedanken im Kopf sind wir zurück in unsere Unterkunft.