Nach Stadtrundfahrt ist heute zu Fuß gehen angesagt: Kleine Starthilfe als Auftakt gab es von der Metro – eine hübsche Station haben wir uns angesehen, die andere war wieder die ganz tiefe Station mit der langen Rolltreppe. Die anderen hatten sie ja noch nicht besucht. Aber der restliche Tag war komplett zu Fuß.
Das Winterpalais und die Eremitage waren das Hauptvormittagsprogramm. Was eine Pracht in allen Sälen – so viel Gold, so viele Verzierungen, so viele Bodeneinlegearbeiten, filigraner Stuck. Es erschlägt einen schon fast. Und dann kommt man in die Eremitage mit wiederum wundervollen Sälen und einer Kunstsammlung, die beindruckend ist: Rembrandt, Leonardo da Vinci, Rubens, …
Der absolute Hammer war für mich der Raum der Stille: So filigran – der Raum schwebt irgendwie fast in sich selber. Und dort befindet sich eine Art überdimensionale Spieluhr mit einem großen goldenen Pfau und einigen weiteren Figuren. Wenn sie in Gang gesetzt wird, dann plustert sich der Pfau auf und bewegt elegant den Kopf – perfekte Bewegungen für eine Maschine. Zudem stehen dort Tische, die mit unglaublich winzigen Mosaiksteinchen belegt sind: Ich habe erst durch das Objektiv meiner Kamera die einzelnen Steinchen als solche erkannt: Es ist das Bild oben mit dem Palast als Teilmotiv und dem Schildchen und dann nochmals als Detailbild den Palast. Wahnsinn – das muss mit der Lupe gefertig worden sein.
Weiter ging es durch diese Riesensammlung – nur ein an einigen Highlights sind wir stehengeblieben: Anna meinte, wenn man nur 30 Sekunden an jedem Objekt stehen bliebe, wäre man einige Jahre beschäftigt.
Die Mittagspause hatten wir uns redlich verdient – auch die zwischendrin verlustig gegangenen Gruppenmitglieder waren erfolgreich wieder eingesammelt worden.
Danach ging es über ein paar Innenhöfe zur Kasan-Kathedrale: Dort fand gerade eine Hochzeit statt – aber ansonsten fand ich die Kirche ohne Charme.
Wir waren in Moskau in einem tollen Lebensmittelgeschäft gewesen: In St. Petersburg gibt es eine Dépendance dazu, vor allem der Confisérie-Bereich lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und selbverständlich gibt es Kaviar …
Als letzter Punkt der geführten Tour war ein Markt zu besichtigen – aber der war nicht wirklich dolle.
Wenn schon Prunk am Morgen, dann auch Prunk nachmittags – en miniature: Wir waren dann auf eigene Faust im Fabergé-Museum. Sozusagen die Ü-Ei-Variante ind kalorienfreundlicherer und deutlich edlerer Form. Mir hat das richtig Spaß gemacht – diese Eier finde ich echt toll!
Als wir gerade aus dem Museum loswollten, fing es an zu pladdern. Wir haben uns die Regenjacken angezogen und sind weiter zur Blutskirche. Unbeschreiblich, absolut unbeschreiblich: Diese Kirche ist innen von unten bis oben mit Bilder aus Mosaiksteinen besetzt. Was wohl derjenige gedacht hat, der den ersten Mosaikstein gesetzt hat? (Kirchenbild mit den beiden Kronleuchtern)
Durch den Regen haben wir die letzte Station des Tages aufgesucht: Eine Art Miniaturwunderland mit Zarenpalästen. Das war war sehr liebevoll gemacht und die Figuren sehr aufwändig ausgestaltet. Die Figuren waren gerade mal eben einen Zentimeter groß.
Um 21.30 Uhr saßen wir in einem Lokal namens „Idiot“: Dostojewski-Kenner wissen damit etwas anzufangen: Wir haben zu diesem Zeitpunkt eher etwas für den leiblichen Genuss getan …








