Ein letztes Mal Glanz und Gloria
Unser letzter voller Reisetag ist angebrochen. Die vergangene Nacht war verdauungstechnisch etwas unruhig gewesen und so ganz topfit war ich heute morgen nicht. Insofern war ich ganz zufrieden, dass erst eine ganze Stunde Fahrt mit dem Bus nach Puschkin zum Katharinenpalast hatten. Schon ganz gespannt war ich auf das Bernsteinzimmer.
Zunächst aber sind wir durch den ältesten Teil des Palastes gelaufen: Viel Prunk, viel Gold – so langsam ist genug mit Glanz und Gloria. Keine Frage ist das alles wunderschön, aber gerade in diesem Palast trat die Diskrepanz zwischen Adel und dem gemeinen Volk besonders auf. Nicht ganz so absolutistisch wie der Sonnenkönig in Frankreich, aber schon in gleichen Schienen wandelte das Zarentum. Kein Wunder, dass es irgendwann geknallt hat.
Dann kamen wir in den Erweiterungsbau von Elisabeth, Tochter von Peter dem Großen. Ihr war der Palast zu klein und baute an: Dabei erinnerte sie sich, dass in den Kellern des Schlosses das Bersteinzimmer lag, welches ihr Vater von Friedrich Wilhelm I. von Preußen geschenkt oder besser ertauscht bekommen hatte. Und sie verbaute es in den neuen Räumen. Leider durfte man im Bernsteinzimmer keine Fotos machen. Es ist ein tolles Zimmer und diese Idee, dieses Material als Wandzierde einzusetzen ist schon echt progressiv. Aber ich hatte gedacht, dass es mehr Wirkung hat, mehr Flair. Insofern war ich davon tatsächlich etwas enttäuscht. Wir sind danach noch durch die letzten neueren Räume gegangen, die dann neueren Moden, wie dem Stuck, gefolgt sind. Wunderschön fand ich allerdings die riesigen Delft-Kamine, mit der die Schlossräume früher geheizt worden sind.
Anschließend sind wir in den Garten des Palastes und sind etwas herumspaziert, bis es Mittagessen in einem Restaurant am Schlossteich gab. Nach dem Essen ist ein Teil der Gruppe wieder ins Hotel, ein kleinerer Teil aber noch weiter zum Peterhof, einem Palast Peter des Großen direkt an der Ostsee.
Das Besondere an diesem Palast sind seine Wasserspiele, die von Versailles abgeschaut worden sind. Technisch allerdings sind sie insofern eine Besonderheit, als dass sie komplett ohne Pumpen laufen. Wasser von über 30 Kilometer entfernt wird in zwei Teichen nachts angestaut und entlädt sich tagsüber in den Wasserspielen über ein System kommunizierender Röhren.
Nicht nur die riesigen Wasserkaskaden und Springbrunnen sind toll, aber insbesondere die Scherzfontainen sind ein besonderer Spaß für die Kinder. Aber auch dahinter steckt echte Technik: Wenn man auf bestimmte Steine tritt, dann speien Fontainen auf einmal Wasser. Oder es gibt einen Pilz, unter dessen Schirm man sich hinsetzen kann. Steht man aber auf, so rinnt ausgelöst durch die Gewichtsentlastung ein Wasservorhang über den Schirm des Pilzes, so dass man nicht mehr trocken herauskommt.
Das war ein schöner Abschluss unserer Reise: Wir haben uns von Anna verabschiedet (sie war echt eine tolle Reiseleiterin!), morgen geht es am späten Vormittag Richtung Heimat. Im Hardrockcafé nebenan haben wir noch ein Burgerhäppchen genommen, aber das war es dann auch.
Fazit: Wir hätten sicher länger gebraucht, um das alles alleine „abzureisen“, allerdings hätten wir auch manches länger besichtigt. Wir hatten viel Glück mit unseren Reiseleiterinnen und auch mit der Reisegruppe (auch wenn es natürlich auch den Gruppenkasper gab …). Für eine lange Reise würde ich lieber auf eigene Faust reisen, aber für eine Städtereise mit der Option mal auszubüchsen, kann ich mir das gut nochmals vorstellen.
Moskau und St. Petersburg sind aber auf alle Fälle eine Reise wert!






Hallo Ihr zwei,
danke, dass wir wieder dabei sein durften. Tolle Bilder und tolle Geschichten.
Viele Grüße
Karin und Ingo