3. Tag Ausflug nach Ninh Binh

Der für heute geplante Ausflug war eigentlich eine Fehlplanung: Denn in ein paar Tagen fahren wir ohnehin in die Provinz Ninh Binh. Aber was soll’s, passiert.

Der Wecker klingelte schon früh um 6 Uhr und eine Stunde und ein Frühstück später wurden wir eingesammelt. Der Bus quälte sich durch die engen Altstadtgassen, um weitere Tourteilnehmer einzusammeln. Für den Busfahrer ist das bestimmt leicht stressig: Ich aber kann das Mopedgewusel, das Gehupe, die Geschäftigkeit voll genießen. Voll süß auch die Schulkinder, die zum Teil auf dem Mopedrücksitz noch pennen. Die bekommen das Moped(mit)fahren bestimmt mit der Muttermilch verabreicht …

Nach 1 1/2 Stunden Fahrt mit kurzem PP-Stopp sind wir bei unserem ersten Highlight des Tages angekommen: Die Pagode Bai Dinh, die mit vielen Superlativen aufwartet. Massig viele Minibuddha-Statuen säumen den Weg hinauf zu den Tempeln, begleitet von 500 großen Alabaster-Figuren der Gefolgsleute des Tempels. Ich mochte es, dass sie fast alle richtig freundlich schauten und sehr lebendige Posen hatten. Alle Figuren hatten blankpolierte Knie oder Hände: Denn wenn man sie berührt, dann bringt das Glück. Eine junge Frau aus unserer Gruppe hat sie wohl alles berührt: Fröhlich lachte sie: „Ich kann viel Glück gebrauchen!“

Zuerst gelangten wir an einen Glockenturm mit einer riesigen Glocke und einer darunterliegenden riesigen Trommel. Die verstärkt den Klang, wenn die Glocke zweimal im Jahr geschlagen wird. Über 5 Kilometer weit kann man sie angeblich hören.

Im ersten Tempel war eine weibliche Buddhastatue aus Bronze und mit Gold überzogen. Sie hat 1000 Arme und 1000 Augen, damit sie vielen Leuten helfen kann. Im nächsten Tempel wieder ein riesiger goldener Buddha – flankiert von grimmig dreinschauenden Wächtern. Wir haben ja schon viele goldene Buddhas oder auch viele goldene Kirchen gesehen: Ja, klar, schon beeindruckend, aber so ganz catcht es uns nicht mehr. Mir haben die Alabasterfiguren besser gefallen oder ein kleinerer, einfacherer Tempel später am Tag.

Unser Guide (eine Nummer weniger aufgesetzt laut und lustig hätte es auch getan) hat seine Schäfchen wieder in den Bus verfrachtet und es ging zum Lunch. Ein Restaurant mit Buffet: Da konnte man schon etwas Leckeres finden. Wir haben auf solchen Touren schon deutlich schlechter gegessen.

Highlight Nummer Zwei wartete auf uns. Erst habe ich gedacht, oh shit, was wein Almauftrieb! Aber später hat es sich dann doch verlaufen, äh verrudert. Trang An: Dort wird man auf dem Fluß Sao Khe mit kleinen Ruderbooten durch üppig bewaldete Berglandschaften und Wasserhöhlen geschippert. Wir haben geschätzt, dass es weit über 1500 Boote sein müssen, die dort unterwegs sind. Heute waren es deutlich weniger.

Zwei Stunden ruderte uns eine Frau durch diese traumhafte Landschaft. Respekt vor dieser Leistung: Und sie macht das bestimmt nicht nur einmal am Tag.

Ach ja, wir hatten einen kleinen Zwischenstopp auf einer Tempelinsel. Dort war ein kleiner Tempel, der eine wundervolle räumliche Wirkung hatte und sehr fein gestaltet war. Es braucht nicht immer so viel Gold, um zu glänzen.

Wir haben dann den Rückweg angetreten mit kleinem Zwischenstopp. Allerdings wollte der Bus dann nicht mehr anspringen. Also alle Jungs mitangepackt, den Bus aus der Parkbucht ge- und dann angeschoben: Na bitte, läuft wieder.

An einem Straßenstand haben wir uns noch einen kleinen Abendsnack geholt: Für heute soll es reichen. Morgen werden am späten Vormittag abgeholt zu unserer nächsten Station, der Halong-Bucht. Ich bin sehr gespannt.