











Wir haben noch etwas Zeit, bevor wir abgeholt werden. Also Kamera gecheckt, Wasser eingepackt, Daypack geschultert und los.
In den kleinen Straßenimbissen saßen die Leute, schlürften ihre morgendliche Nudelsuppe oder haben mit Reismehl gebackenen Crepes, gefüllt mit was auch immer, gegessen. Die Mopedfahrer schlängelten sich, oft hochbeladen, durch die engen Straßen: Natürlich mit der obligatorischen Huperei.
Erst haben wir einen kleinen Markt gefunden, später einen größeren. Da gibt es wirklich alles: Die getrockneten Garnelenköpfe liegen neben einem Hunderterpack BHs, üppig Gemüse und Obst, Fleisch und Fisch, Kröten und Schnecken, Baguettes und Gebäck, Kuscheltierchen und Gucci-Handtaschen. Nicht nur etwas fürs Auge: Westliche Nasen müssen schon stark sein, wenn es an den Fischständen entlang geht …
Eng an eng quetschen sich die Stände, fliegende Händler dazwischen: Und dann kommt die Polizei. Ragen Tische oder Schirme zu weit auf die Straße, werden die Schirme gnadenlos einkassiert.
Wer keine Lizenz hat, der packt schnell die Körbe ans Joch und sucht das Weite. Die Kunde, dass die Ordnungshüter unterwegs sind, verbreitet sich schnell und alle sind am Stühle und Tische ranrücken und Kisten nach hinten stapeln. Da war was los!
Auf dem Rückweg haben wir noch einen kleinen netten Tempel mit einem weißen Pferd angeschaut: Es hat dem Schutzgeist Li Thai To beim Bau der Zitadellenmauern von Hanoi geholfen.
Einmal noch kurz frischmachen, auschecken und dann stand unserer Fahrer auch schon da. Das klappt übrigens supergut: Wir werden über WhatsApp immer auf dem Laufenden gehalten, was unsere Buchungen und Transfers angeht. Man hat immer das gute Gefühl, dass man bei denen auf dem Schirm ist: Sehr guter Service! Dennoch wollen wir unsere nächste Reise lieber wieder ganz unabhängig planen und buchen: Wir schätzen diese Flexibilität sehr. In Hanoi hätten wir noch Einiges mehr anschauen wollen. Und in der Halong-Bucht ist unsere Zeit sehr üppig bemessen.
Wir sind mit einem Auto abgeholt worden: Ich hatte eher einen Kleinbus erwartet mit mehreren Fahrgästen. Stattdessen Luxuskarre.
Je näher wir der Halong-Bucht gekommen sind, desto mehr Sturmschäden haben wir gesehen: Abgedeckte Häuser, umgeknickte Bäume, Lagerhallen mit herunterhängenden Wellblächern. Anfang September ist der Taifun Yagi hier durchgegangen. Ein weiterer ist wohl im Anmarsch, soll aber südlich von uns durchziehen.
Tja, und dann absolutes Kontrastprogramm zu Hanoi. Die Halong-Bucht hat vor Corona ziemlich geboomt: Hotels über Hotels wurden hochgezogen.
Corona hat hier dafür gesorgt, dass die Leute pleite gegangen sind und fast alles leersteht. Das hatte ich nicht erwartet. Und der Taifun hat ein Übriges getan: Der Vergnügungspark in der Nähe unseres Hotels sieht ziemlich zerrupft aus.
Wenn es nicht so einen Preisverfall gegeben hätte, dann wären wir vermutlich nicht in einem so luxuriösen Hotel gelandet: Wir kommen uns fast etwas fehl am Platze vor.
Wir haben eine kleine Runde gedreht und sind zum Strand gelaufen: Kaum ein Mensch dort. Aber wir haben schon einmal einen ersten Blick auf die Karsthügel im Meer erhaschet. Ich freue mich sehr auf die Schiffstour morgen, das wird bestimmt phantastisch.
Mir hat die Hitze etwas zu schaffen gemacht und so sind wir wieder zurück: Bis die schlimmste Hitze durch ist schreibe ich Teil 1 meines heutigen Berichts. Aber nachher schauen wir mal, ob im „Ortskern“ mehr los ist.
Es war eine weise Entscheidung, eine kleine Pause einzulegen: Die Temperaturen waren deutlich angenehmer, als wir wieder los sind.
Über den Sund von Halong führt eine Seilbahn, die zwei Teile eines weiteren Vergnügungsparks verbindet. Es ist aber nicht irgendeine Seilbahn, sondern eine mit gleich zwei Weltrekorden.
Nr. 1 ist der höchste Stützpfeiler mit 188,88 Metern und Nr. 2 die größte Personenkapazität mit 230 Personen pro Gondel. Es war auch mein erstes Mal, dass ich eine zweistöckige Gondel gesehen haben. Und wer hat’s gebaut? Die Schwyzer zusammen mit den Österreichern.
Von dem Hügel mit der Bergstation hatten wir einen superschönen Blick auf die Halong-Bucht.
Aber uns knurrte der Magen und so sind wir wieder runter. Mit lecker Seafood ging unser Ausflug für heute zu Ende.