17. Tag – Taroko Nachschlag und Küste

Aufgrund der Wettervorhersage, die am Vormittag noch Sonne, nachmittags aber Regen prophezeite, sind wir gleich in der Früh nochmals zur Taroko-Schlucht. Wir wollten noch gerne einen etwas längeren Trail in eine Seitenschlucht absolvieren. Mit einem Mietauto waren wir schnell am Einstieg und sind bei wunderbarster Sonne losmarschiert.

Der Seitenfluss Shakadang mündet in den Liwu: Der Trail beginnt mit einem Weg, der in die steilen Felsen geschlagen wurde. Das Wasser unten rauschte um dicke Felsblöcke, bildete zwischendrin ruhigere Abschnitte in leuchtend türkiser Farbe. Die Wände der Schlucht sind dicht bewachsen mit Bäumen, Palmen und Farnen – genau so, wie man sich einen Urwald vorstellt. Kirsten und ich haben gefühlt jeden Stein fotografiert, weil wir immer neue und immer schönere Maserungen und Steinformen entdeckten.

In dem Tal gibt es mehrere kleine Dörfer von indigenen Stämmen, aber da sollen Touristen nicht rein. Aber wir haben eine Frau gesehen, die etwas gesammelt hat und da habe ich etwas genauer hingeschaut. Als wir bei Jeskos Gastfamilie eingeladen waren, hatte es ein „Berggemüse“ gegeben. Darunter hatte ich mir nichts vorstellen können, aber es hatte geschmeckt. Und nun sah ich, dass die Frau bei Farnen die inneren jungen Blätter abschnitt – da war es klar. Der Farn sah aus wie ein Hirschzungenfarn, aber ganz sicher bin ich mir nicht. An einem Stand der indigenen Stämme verkauften sie es dann auch päckchenweise.

Das Tal weitete sich und der Wasserlauf war etwas ruhiger: So richtete sich unsere Aufmerksamkeit mehr auf Fauna und Flora. Immer wieder versuchten wir die hübschen Schmetterlinge zu fotografieren, die wollten sich aber nicht so einfach als Models zur Verfügung stellen. Es war wunderschön, durch den Wald zu gehen: Aber nach 4 Kilometern war der Weg zu Ende und wir haben den Rückweg angetreten. Mittlerweile zog auch der Himmel langsam zu.

Unser zweites Ziel für heute war eine der größten Steilküsten der Welt: Ein grandioser Anblick. Man kommt sich dabei richtig winzig vor. Und die Küstenstraße ist absolut beeindruckend.

Wir sind wieder zurück Richtung Hualien – wir hatten noch die Idee in heißen Quellen baden zu wollen, aber es war gerade keine in der Nähe. Also wollten wir uns bei Best-Baozi-Maker-In-Town Baozi holen, aber der war noch nicht soweit. Also sind wir zum Überbrücken der Zeit in ein Hakka-Museum: War bildungstechnisch nicht so ergiebig, hat aber den Überbrückungszweck erfüllt (und die Temperatur wurde auch mal wieder gemessen …). Wir hatten noch ein Ami-Village, das ist ein anderer Stamm, im Visier, aber das gibt es nicht mehr.

Gut, also wieder zurück und Baozi geholt: 10 Stück bitte. Vor Ort haben wir probiert: Wir haben gleich nochmals 10 nachgeholt! Der Laden ist klasse! Schnell das Auto abgegeben, einen Rotwein geholt und dann im Hotel … mmmmmmh …