16. oder Whow-Tag – Die Taroko-Schlucht

Auch heute morgen gingen unsere Blicke als erstes gen Himmel: Glück gehabt – die Sonne lachte vom Himmel! Heute haben wir mein persönliches Highlight auf dem Plan – die Taroko Schlucht. Es gibt in der Schlucht verschiedene Trails, die man per hop-on hop-off-Bus erreichen kann. Der Bus startet am Bahnhof hier in Hualien und in 1 1/2 Stunden ist man in der Schlucht. Allein schon die Fahrt durch die Schlucht machte schon richtig Lust auf den Tag.

Unsere erste Station war die Schwalbengrotte: In der alten Schluchtstraße brüten die Schwalben und Mauersegler in der Straßenüberdachung beziehungsweise in Felsenhöhlen. Wir haben zwar Schwalben gesehehn, aber viel imposanter war der erste Blick hinunter in die tiefe Schlucht. Whow! Die Steilwände bestehen aus Marmor, Schiefer und Gneis: Dadurch entstehen interessante Maserungen und unterschiedliche Auswaschungen. Die Berge rund um die Schlucht haben zwischen 2500 bis kanpp 3000 Meter Höhe.

Überhaupt war heute schwindelfrei angesagt. Von der Schwalbengrotte ging noch ein weiterer Trail los, aber für den braucht man eine Genehmigung. Dieser startet mit einer langen Hängebrücke über die Schlucht: Wie gerne wäre ich da hinübergelaufen! Und später führte eine weitere Hängebrücke wieder zurück über die Schlucht: Nur noch nochmal höher! So cool!

Der nächste Bus, der ankam, war ein Linienbus: Auch den konnten wir nehmen (gut, dass wir die Easycard haben…), also schnell rein. Damit sind wir zum Baiyang-Trail weit hinten in die Schlucht gefahren. Um den Einstieg in den Trail zu finden, wanderten wir erst einmal die Straße entlang mit immer wieder tollen Ausblicken. Dann sind wir in einen halboffenen Straßentunnel hineingelaufen und erreichten im Tunnel einen Fußgängertunnel. Der war unbeleuchtet und rund 380 Meter lang. Am anderen Ende führte ein recht bequemer Weg die Seitenschlucht entlang. Immer wieder mussten wir durch kleinere Tunnel durch und wir erreichten einen sehr wilden Teil des Seitenflusses mit einem Wasserfall. Erst sind wir über eine Brücke über den Wasserfall: Ein phantastischer Ausblick in die Seitenschlucht mit tollen Auswaschungen und dann über eine Hängebrücke an einen Aussichtspunkt von dem aus man den Fall in voller Pracht sehen kann: Was eine Wassergewalt!

Und dann kam ein Knaller: Noch ein Stückchen weiter konnte man wieder in einen Tunnel. Wichtigstes Utensil: Regenjacke. Denn in dem Tunnel rauscht das Wasser in Kaskaden aus den Verwerfungen an der Decke. Es war nicht einfach, in dem dunklen Tunnel Bilder zu machen, aber ich habe es geschafft, ohne dass meine Kamera Schaden genommen hat. Mit klatschnassen Füßen und Hosen sind wir wieder herausgekommen – aber das war phänomenal! Mein breitestes daswardoppelmegaichbinhappy-Grinsen ging mir schier nicht mehr aus dem Gesicht!

Unsere Sachen waren schnell wieder trocken: Bis wir wieder an der Bushaltestelle waren, hatte ich nur noch feuchte Socken. Als nächstes wollte wir einen Trail zu einem Schrein laufen und haben den Bus dahin auch direkt erwischt. Sehr malerisch lag der kleine Tempel mitten in der Felswand: Aber der Trail dahin war leider gesperrt. Verflixt! Leider mussten wir dann relativ lange auf den nächsten Bus nach unten warten, denn dieser Abschnitt ist Einbahnstraße. Unten im Besucherszentrum haben wir dann wieder einen Bus nach oben genommen und sind bis zu Lyshui: Den von da aus gehenden Trail sind wir gegangen, bis auch er gesperrt war: Schade, er ging über der Straße an der Felswand in einen engeren Teil der Schlucht. Das kommt immer wieder vor, da dieses Gebiet immer wieder von Erdrutschen wetter- oder erdbebenbedingt betroffen ist.

Mit dem nächsten Bus, den wir erhaschen konnten sind wir noch zum Tunnel der neun Kehren gefahren: Man kann sehr bequem überdacht zur engsten Stelle der Schlucht laufen. Ich könnte jetzt noch ein paar Superlative brauchen, um das zu beschreiben: Grandiosest! Die hochaufragenden, steilen Wände kommen immer weiter, unten tost der Fluss um gigantische Steinblöcke, dazwischen Wasserfälle. Urgewalten.

Ach ja, und wir haben auch wieder wilde Affen gesehen. Und schöne Schmetterlinge. Und ich bin 363 Fotos und um viele höchst beeindruckende Erlebnisse reicher. Was ein wundervoller Tag!