Sehr gemütlich haben wir uns um 8.00 Uhr rum auf der Terasse zum Frühstück niedergelassen. Mit einem Avocado-Bananen-Papaya-Smoothie, Rührei auf Toast, Tee und Obst haben wir den Tag lecker und zugleich sehr gesund begonnen. Wir haben die friedliche Stimmung und den schönen Blick ins Tal sehr genossen.
Unsere Rucksäcke haben wir schon fertig gepackt, so dass wir die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Zuges genutzt haben, um nochmals runter auf den Markt zu gehen. Wir hatten eine alte Opium-Pfeife zwei Tage zuvor entdeckt und die schwirrte Sönke noch im Kopf herum. Und wir hatten Glück: Wir haben sie tatsächlich wiedergefunden. Und an einem anderen Stand haben wir eine Opium-Waage mit Gewichten gefunden. Nicht, dass wir nun auf dem Opium-Trip wären – sie haben uns einfach nur gefallen. Ja, und nun haben wir wieder etwas in unsere eigentlich schon vollen Rucksäcke zu packen…
Wir haben unsere nun noch pralleren Rucksäcke am Hotel eingesammelt und sind zum Bahnhof gelaufen. Dort fand sind auch eine deutsche Reisegruppe ein: Ich war sehr froh, dass die dann FirstClass gefahren sind und wir in der Holzklasse…
Ach ja, Sönke hatte unsere Fahrkarten gekauft: 500 Kyats, davon 0,35 Kyats Life Insurance. Bietet unsere DB eine Lebensversicherung? Umrechnung in Euro übrigens: 70 Cent für die Bahnfahrt, 0,01 Cent Anteil der Lebensversicherung: Sönke war beruhigt, die Risikoeintrittswahrscheinlichkeit dürfte dann sehr, sehr gering sein…
Der Zug rollte ein und während ich noch am Fotografieren war, hatten sich Sönke und der Bahnhofsvorsteher die Rucksäcke gekrallt, über ein Gleis einfach rübermarschiert, und zum richtigen Abteil gebracht. Der Mann half mir, den Rucksack flott auf den Rücken zu hieven und mit einem Riesenschritt erklomm ich hinter Sönke die Stufen hinein (nichts mit angepasstem Bahnsteig …).
Gerade hatten wir einen Platz gefunden, lief auf dem gerade überquerten Gleis der Gegenzug ein. Ideal für die Snack-Verkäufer: Melone, Avocado und Mandarinen. Oder auf einer mobilen Friteuse frisch zubereitete Samosas: Mit Gemüse gefüllte Teigtaschen.
Die Bahnfahrt an den See dauert ca. 3 Stunden und dabei werden ca. 60 Kilometer zurückgelegt. Also bummelige 20 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Den Leuten, die sich beim ICE2 über zu schwankende Wagen beschweren, denen empfehle ich eine Fahrt mit diesem Zug: Die Waggons hatten eine lockere Verwringung von 30° – ich hätte mich nicht getraut, ins nächste Abteil zu gehen.
Die Fenster der Waggons waren alle offen, so dass ein angenehmer Fahrtwind kühlte und es gleichzeitig erlaubte, spiegelungsfrei zu fotografieren. Und es war interessant, quasi in die Häuser am Gleiswege schauen zu können oder auch die Landschaft.
An einer Stelle ist der Zug gaaaaaanz langsam gefahren: Die zu passierende Brücke
hat absolut nicht vertrauenserweckend ausgesehen – hätte man den Lebensversicherungbeitrag etwas erhöhen müssen??
Später sind wir über eine hohe, moderne Brücke gefahren und haben noch jemanden aufgesammelt. Ich wunderte mich schon, wo denn die Gleise hinführen würden, wir waren voll in einem Talkessel. Des Rätsels Lösung war: Einmal im Kreis herumfahren und unter der Brücke wieder durch.
Wir erreichten Shwenyaung und sofort war ein dienstbarer Fahrer da, der uns zu fairem Preis die 10 Kilometer nach Nyaungshwe in seinem Pritschenwagen zum Hotel gefahren hat. Das muss man hier echt mal sagen: Die Taxifahrer haben hier so gut wie immer faire Preise und handeln auch nicht. Ich finde das sehr angenehm.
Im Hotel haben wir uns kurz durchsortiert und sind dann zum Bootsanleger gelaufen: Und da kam uns Kevin mit seiner Truppe schon entgegen: Joah, er sah nicht unangestrengt aus. Er ist ins Hotel Richtung Dusche, Sönke und ich haben unsere kleine Runde noch gedreht.
Kevin war zu müde, um mit uns noch Essen gehen zu wollen, zumal er mittags was hatte. Daher sind Sönke und ich alleine los und haben in einem Lokal das hier typische Essen bestellt. Unter anderem einen Ingwersalat mit gehobeltem Kohl, Tomaten,Nüssen, Bohnen, Sesam und ein wenig Öl. Die Tomaten haben wir aus Vorsicht liegen lassen, aber der restliche Salat war oberlecker! Und auch die beiden nachfolgenden Currys waren klasse.






Moinsen!
So muss Eisenbahn sein!!!! Die Lok hat übrigens 6 Achsen, damit die meisten Räder auf den Schienen sind …. (war’n Scherz – Eisenbahnerscherz natürlich …)
Viele liebe Grüße von der Eisenbahn, die 1) 10cm weniger Spur hat aber dafür 2) alle Räder auf den Schienen.
dirk
Nochmal für mich zur Klärung, warum genau habt ihr euch eine Opium Pfeife + Waage gekauft?!
Reine Vorsichtsmaßnahme – wer weiß ob nicht doch irgendwann mal die Weinquellen austrocknen…
Nee im Ernst: sah einfach schön aus… Und Opium haben wir NATÜRLICH NICHT gekauft!!
schade…