Bei dem Trekkingveranstalter sammelten sich morgens um 8 Uhr alle Trekkingwilligen. Je nach Tour wurden wir in Gruppen aufgeteilt: So verabschiedeten wir uns von Kevin bis morgen abend, denn Kevin marschiert zwei Tage zum Inle See, während Sönke und ich die Eintages-Tour für angemessener hielten. Ob diese Einschätzung allerdings richtig ist wage ich jetzt, nachdem ich diesen Bericht schreibe, stark anzuzweifeln.
Nun gut: Wir waren eine Gruppe von 5 Deutschen und 2 Franzosen. Zwei Führerinnen setzten sich an die Spitze der Gruppe und es ging sehr flott los die Stufen zu einem Tempel hoch. Whow, die Mädels machen die Tour jeden Tag und sind das gewohnt, wir schnauften aber nach zwei Minuten schon wie die Dampfwalzen. Mit etwas reduzierterem Tempo marschierten wir ordentlich bergauf zu einem weiteren Kloster. Puh, höchster Punkt für heute, allerdings bei Weitem nicht das letzte Mal bergauf. Nun kam der Gegenpart: Steil den Berg runter – auch nicht ohne für Knie und Oberschenkel.
Wir erreichten schließlich ein Dorf: Dieser Dorfstamm baut im wesentlichen Kohl an bzw. auch einmal pro jahr Reis, wenn genügend Wasser da ist.
Weil wir gerade so schön unten waren, war das die beste Gelegenheit wieder bergauf zu marschieren: Auf einem Weg, der in voller Sonne lag – unsere Wasservorräte schmolzen flott dahin … Sönke widerrief spontan seine Aussage von heute morgen „Oh, ich hab voll Bock auf Trekking“ und änderte sie leicht ab in „Warum tue ich mir das nur immer wieder an???“ Erfreulicherweise wurde der Weg schattiger ein Stück weit und wir konnten bereits das Dorf sehen, in dem wir zu Mittag essen sollten.
Dieser Stamm baute grünen Tee und Mandarinen bzw. Orangen an. Unsere beiden Guides führten uns in ein typisches Haus und dankbar nahmen wir den servierten Tee an. Die beiden Mädels verzogen sich in den Küchenraum und begannen auf dem offenen Feuer unser Mittagessen zuzubereiten. Es gab Kropoek mit Gemüsenudeln, einen superleckeren Avocado-Tomatensalat und danach Apfel-, Orangen- und Papaya-Schnitze.
Während die Mädels am brutzeln waren, hat Omma des Hauses die typischen Kleidungsstücke dieses Dorfes zum Verkauf angeboten. Sönke hat probeweise den traditionellen Kopfschmuck umgebunden bekommen.
Nochmals 1 1/2 Stunden Wanderung zurück nach Kalaw, dann waren die 23 Kilometer geschafft: Das war eine mächtige Tour! Und das anschließende Bier mit einer Berlinerin und den beiden Franzosen war mehr als verdient: Und es war auch eine lustige Runde!
Wir mussten aber ja noch unsere Weiterfahrt für morgen organisieren: Im Trekkingbüro trafen wir eine französische Familie, die uns den Tipp gegeben hat, doch die Eisenbahn zu nehmen. Dieses Transportmittel hatten wir noch nicht – also noch kurz zum Bahnhof gelaufen und gecheckt, wie das läuft. Dann Hotel, Dusche, Futter – und jetzt dringend Heia.



Sönkes Spruch ist doch, warum hat Gott das Motorrad erschaffen und dann 23 km Trecking. Wie passt das?
Weiß auch nicht. War nicht mal Motivation durch meine „Bergziege“ – hatte selbst Lust drauf. Der Anfall hat sich aber nach 30 Minuten von selbst gegeben – da waren wir aber schon mitten auf dem Berg….
Moinsen!
erstmal Danke für die Berichte – schöne Lektüre!
Natürlich bin ich gespannt auf den Bericht von der Zugfahrt.
vlg von der Küste, dirk