15. Tag – Wilde Küste

Heute morgen wanderte unser erster Blick Richtung Himmel: Grau. Angesagt waren 30% Regenwahrscheinlichkeit.
Also haben wir schnell gefrühstückt und dann das Leihauto abgeholt. Nachdem die Lady von GoogleMaps zeitweise ein wenig verwirrt gesprochen hatte, haben wir uns auf unseren Orientierungssinn verlassen und sind auf den Küstenhighway eingebogen.

Eine tolle Landschaft: Links von uns das Meer mit starker Brandung (wir schätzen Windstärke 5-6), rechts von uns die hohen, dicht bewachsenen steilen Berge. Immer wieder haben wir angehalten, um die Szenerie zu genießen. Einmal hatten wir an einer Brücke über eine Schlucht angehalten. Erst hatte ich es gar nicht wahrgenommen, dann aber habe ich große Augen gemacht: Mitten durch eine Steilwand war eine Treppe gebaut – Hammer!

Dann haben wir den Wendekreis des Krebses passiert: Und der Himmel zog sich weiter zu und es fing an zu nieseln. Bei unserem nächsten Stopp goss es aus Kübeln. Also sind wir weiter und hofften, dass es sich nicht einregnet. Wir erreichten die Höhlen der acht Unsterblichen. Sie bilden de älteste prähistorische Stätte Taiwans und waren schon in der späten Steinzeit bewohnt. Und auch die acht daoistischen Unsterblichen solle dort gelebt und meditiert haben. Aber wir konnten nur eine Höhle ansehen: Der Rest war gesperrt, wegen zu gefährlich. Au man, echt ärgerlich! Aber wenigstens ließ der Regen nach. Und wir haben auf einem Feld Wasserbüffel gesehen: Sehr malerisch drapiert inklusive Reihern auf dem Rücken (die Reiher sind die Kosmetiker der Büffel und werden satt dabei: win-win also).

Wir erreichten die Plattform der drei Unsterblichen: Und siehe da, der Regen hörte auf. Drei der acht Unsterblichen haben dort auf einer Reise angeblich Rast gemacht. Angesichts der Aussicht kein Wunder. Eine achtbogige Brücke, die den Rücken eines Drachens symbolisiert, verbindet das Festland mit der kleinen Felseninsel. Es hat ordentlich gepustet auf der Brücke: Genau das Richtige für meinen schleswig-holsteinischen Seebären :-* …

Von der Küstenstraße sind wir abgebogen und sind eine recht kurvenreiche Straße über das Küstengebirge zum East Rift Valley gefahren. Bei einem Fotostopp haben wir wieder ein paar wilde Affen gesehen.

Nach den vielen Kurven waren wir schon froh, das Tal zu erreichen. Mit den vielen Reisfeldern und den Bergen links und rechts sieht es oft richtig postkartenmäßig idyllisch aus. Eigentlich wollten wir noch eine Teeplantage besichtigen, aber wir haben die beschriebene Plantage nicht gefunden und es wurde auch langsam dunkel. Auch unsere Mägen grummelten so langsam. Also sind wir zügig zurück und haben den Wagen wieder abgegeben.

Gestern waren wir an einem Restaurant vorbeigelaufen, aus dem es gut geduftet hat: Da sind wir rein. Und Sönke war im Paradies: Grill und Hotpot. Man bestellt Fleisch, Fisch und Gemüse aller Art und grillt es direkt selbst am Tisch. Ist man mit grillen durch, dann geht es mit Hotpot weiter. Und dieses Mal mit richtig scharfer Brühe – so wie es eigentlich sein soll.