Noch eine kleine Restwoche haben wir, um den Osten der Insel zu erkunden. Wir hätten die Alternative gehabt über Taipei (also über den Westen – Norden) nach Hualien zu fahren oder über den Süden. Das haben haben wir vorgezogen, da wir diese Gegend ja noch nicht kennen. So sind wir erst die Küste des Südchinesischen Meeres hinuntergefahren, haben dann durch viele Tunnel rübergewechselt an die Pazifikküste. Wundervoll blaues Wasser: Ich freue mich schon sehr auf den morgigen Tag, wenn wir mit dem Auto die Küste näher erkunden können. Der Zug ist dann durch das East Rift Valley gefahren: Hier treffen die eurasische und die philippinische Platte aufeinander. Zudem ist das Tal zwischen dem Küstengbirgszug und den Central Mountains (deren höchster Berg Yushan die 4000 Meter-Marke knapp verfehlt) mit dem besten Ackerland der Insel ausgestattet. Viele, viele Reisfelder haben wir gesehen und es soll viel Kampfer dort wachsen: Allerdings weiß ich nicht, wie der aussieht.
In Hualien angekommen haben wir das Hotel schnell gefunden und wie immer flott die Rucksäcke abgeladen und losgezogen. Nachdem der Orgakram mit Auto buchen und Infos für die Taroko-Schlucht einholen erledigt war, haben wir dem bereits mauligen Schrittzähler den Wind aus den Segeln genommen: Wir sind durch die halbe Stadt marschiert – aber die hat wirklich nicht viel zu bieten. Daher gibt es heute auch keine großartigen Motive, die das Fotografieren lohnen – das wird morgen sicherlich anders. Ein großer Nachtmarkt war noch recht verlassen – aber es war ja auch noch nicht nachts… Eher zufällig sind wir noch über eine alte Dampflok gestolpert, die in der Stadt ein paar Touristen anlocken soll.
Marmor wird in der Gegend abgebaut und es gab eine Straßenecke, an der entsprechende Waren angeboten wurden. Da waren wir einigermaßen schnell wieder draußen. Wir sind wieder in belebtere Straßen zurück und haben Ausschau nach einem Restaurant gehalten, aber irgendwie nichts rechtes gefunden. Als wir an einer Straßenecke auf unserer Karte suchend herumstanden, sprach uns ein Mann an und fragte, was wir suchen würden. Und tatata: Er hat uns eine Empfehlung geben können, die quasi um die Ecke lag.
Das kleine Restaurant hat sich auf Gans und Meeresfrüchte spezialisiert. Also alles von der Gans, nicht nur wie bei uns die Edelteile. Ja, auch der Kopf, die Füße und ja, auch das Blut wurde in verschiedenen Gerichten zubereitet. Wir haben uns auf weniger exotische Teile geeinigt. Mit Gemüse (Bambussprossen, eingelegte Gurke und grüne Blätter – die hatten wir schon einmal) und Reis haben wir eine Platte mit dünn geschnittenem Gänsefleisch erhalten. Diese Stückchen konnte man in eine leckere Sauce dippen. Das war eine sehr gute Empfehlung gewesen!
Wir haben noch überlegt, an einem Stand süß gefüllte Baozi zu holen: Aber die beiden Stände mit den langen Schlangen ( = da gibt es etwas Gutes) hatten nur mit Fleisch gefüllte. Diese sehr gefragten Stände können wahre Goldgruben sein: Es sollen damit schon einige zum Millionär geworden sein.
Es wurde dunkel und fing an zu nieseln: Fast wie zu Hause – nur deutlich wärmer …
Guten Abend Ihr Lieben,
ich habe Euch komplett verfolgt. Und wie immer bin ich schwer begeistert. Tolle Bilder und noch bessere Berichte.
Man hat fast den Eindruck, dabei zu sein. Nur ist das leider nicht der Fall, obwohl ich es gerne wäre 😉
Ich wünsche Euch noch weiterhin tolle Erlebnisse und passt auf Euch auf.
Liebe Grüße
Ingo