Ein taiwanisches Früstücksbuffet sieht ziemlich anders aus als wir das aus unseren Hotels kennen. Da gibt es Nudeln, Hähnchenstücke, Kraut, Baozi, Suppe, Gemüse, Reisporridge, Lotuswurzeln in Maracujasauce, … Letzteres mit den Baozi, da könnte ich mich reinlegen!
Heute hatten wir einen Ausflug nach Meinong auf dem Programm stehen, einem Hakkadorf. Die Hakkla waren lange vor den Han Immigranten vom Festland und haben sich auf den Ebenen von Meinong angesiedelt. Ihre Kultur und ihre eigene Sprache bewahren sie dort; für Töpferwaren und Schirme sind sie bekannt. Wir sind einfach durch die Gassen geschlendert: An einem Platz war ein Wagen mit Ananas auf der Pritsche: Da haben wir gerne zugriffen und die Frau hat sie uns fix und sehr geübt geschält und kleingeschnippelt. Köstlich! So saftig und süß und sogar der Innenteil war so weich, dass man ihn mitessen konnte – Urlaubsfeeling pur!
Dann haben wir den Louis Vitton der Ölpapierschirme aufgesucht: 2 Kilometer sind wir bei muckeligen Temperaturen um die 30 Grad dahin gelaufen. In einem Hakka-Hofgebäude, ziemlich versteckt, finden sich die Räume. So schöne Schirme: Die teuersten Schirme benötigen zwei Tage in der Herstellung und müssen dann sieben Tage trocknen. Vorher wird der Bambus sieben Tage eingeweicht, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Dann wird Persimonöl auf das Papier aufgetragen, um es wasserdicht zu machen. Wir sind nun stolze Besitzer von solch wundervollem Handwerk.
Entlang eines kleinen Sees sind zu einem Hakka-Museum gewandert. Aber das war nicht so ergiebig und zudem sollten wir unseren ollen nichtsnutzigen Mundschutz tragen. Aber eine knuddelige Englisch- und Französisch-Lehrerin hat uns in ihrem Auto zum Meinong Folk Village auf die andere Seite außerhalb von Meinong gebracht. Das war aber mehr Touristenkram und wir waren schnell durch damit. Leider ist uns dann der Bus vor der Nase davongefahren und es sollte erst in einer Stunde wieder einer fahren. Kein Taxi weit und breit – also haben wir den Schrittzähler wieder mächtig gequält und sind ein paar Kilometer nach Meinong zurückgelaufen.
Zurück in Meinong haben wir in einem Hakka-Restaurant sehr leckere Reisnudeln mit geschmorten Zwiebeln und Gemüse gegessen. Das hat uns wieder etwas auf die Beine gebracht. Wir sind zur Busstation rüber und dieses Mal war uns das Glück hold: Wir konnten direkt in den Bus nach Kaohsiung einsteigen.
Unsere Schirme wollten wir nicht die ganze Zeit mitschleppen und sind daher kurz ins Hotel zurück. Kurz wieder aufgehübscht und wir haben den Fahrstuhl nach unten genommen. Die Tür ging auf und eine große Reisegruppe drängte schon fast in den Fahrstuhl: Wir (oder der Fahrstuhl?) wurden mit großem Hallo begrüßt – na so einen Empfang hat man nicht alle Tage! Was ein Spaß für beide Seiten!
Große Lust auf viel Action hatten wir nicht: Daher hatten wir uns entschlossen, auf einen Nachtmarkt zu gehen. Da war was los! Und zu allem Überfluss hatte noch irgendein Nummer-1-Sänger einen Promotermin und die Leute standen ewig Schlange, um ihn zu sehen und vermutlich ein Autogramm abzuholen. Wir haben uns aber eher den kulinarischen Genüssen zugewandt und uns durch die Stände probiert und geschlemmt.
Morgen geht es weiter nach Hualien, also wieder Richtung Norden an die Ostküste. Dort bleiben wir 3 Nächte und unternehmen unsere Touren von dort aus.








