11 – Osaka – Kyoto – Nara – Osaka. Und ein Hosendilemma.

Es gibt einen Zug von Osaka nach Kyoto, der fährt nur am Wochenende: Er ist in japanischem Design mit viel Holz gehalten und hat sogar einen kleinen japanischen Garten an Bord. Das wollten wir doch gerne sehen.

Also sind wir flotten Schrittes durch die Metrostation zur Bahnstation gelaufen. Sönke hat sich um Tickets gekümmert, Silja sich um Frühstück. Und ich bin auf glühenden Kohlen gesessen, ob das alles rechtzeitig klappt, weil der Bahnsteig schon so voll war. Aber es hat geklappt und wir haben sogar noch Sitzplätze bekommen. Das Doofe nur war, das man von dem schönen Design vor lauter Leuten nicht mehr sooooo viel mitbekommen hat. Daher ist Sönke an der Endstation nochmals schnell durch ein paar Waggons gelaufen und hat ein paar Fotos machen können.

Wir wollten aber eigentlich gar nicht nach Kyoto, also sind wir flugs zum nächsten Bahnhof rüber und dort in den Zug nach Nara gestiegen. Dort gibt es einen Park mit ganz vielen Tempeln und Schreinen und frei lebende Rehen. Nun, auch diese Idee eines Sonntagsausflugs bei strahlendem Sonnenschein hatten nicht nur wir. Boah, das ist ja so gar nicht meins, wenn es heiß ist und ich mich dann inmitten von Menschenmassen befinde. Und zu allem Überfluss war auch noch das Wahrzeichen von Nara „eingetütet“, weil es renoviert wird. Muss ja auch sein – aber wir waren schon drauf und dran, denn Tag abzuschreiben.

Silja hat sich in den Schatten gesetzt und Sönke und ich haben uns durchgewühlt zur großen Buddha-Halle (Todaji-ji Daibutsuden). Und das hat sich echt gelohnt: Ein gigantisches Bauwerk aus Holz, das größte auf der Welt.
Innen thront eine weitere Superlative: Der größte Bronze-Buddha der Welt. Flankiert von zwei weiteren goldenen Figuren und vor allem zwei riesigen, grimmig dreinschauenden Wächtern aus Holz. Die fand ich besonders klasse!

Wir haben Silja wieder eingesammelt und sind weiter durch den Park: Darin leben Rehe ganz frei – wissen aber sehr genau, wie sie die Menschen „abgrasen“ können. Und was sie auch gelernt haben: Wenn sich ein Mensch vor ihnen verbeugt und sie sich auch verbeugen, dann gibt es meistens Futter (das man natürlich käuflich erwerben kann). Win-win-win!

Wir sind in eine ruhigere Ecke das Parks gelaufen: Auf dem Waldweg zu einem weiteren Tempel säumten unzählige Steinlaternen den Weg. Die mit Moos bewachsenen sahen ganz verwunschen aus – ganz zauberhaft. Zwar sind wir bis zu dem Tempel gelaufen, sind aber nicht reingegangen: Lieber haben wir uns bei einem Schrein hingesetzt und einfach die Ruhe und Kühle des Waldes genossen.

Danach sind wir zurück in die Stadt: Es war doch ein ganzes Stück, das wir heute gegangen sind. In einem Restaurant haben wir „Schnitzel japanischer Art“ gehabt: Die Wiener werden es nicht gerne hören, aber es hat sehr gut geschmeckt.

Dann haben wir den Heimweg angetreten und das „Zugdreieck“ vollendet. Morgen werden wir Osaka unsicher machen – sofern Sönkes Hose trocken ist.

Und das ist die Hosenstory: Sönke hat zwei Hosen dabei – eine am Leibe, die andere im Rucksack. Im Flugzeug hatte ich es voll im Tran geschafft, Sönkes helle Hose mit Kaffee zu taufen. Er hat zwar die schlimmsten Flecken entfernen können, aber dann doch auf seine dunkle Hose gewechselt. Aber auch diese sollte irgendwann mal gewaschen werden. Also war die naheliegende Idee, die helle Hose zuerst zu waschen.

In unserem Appartement haben wir eine Waschmaschine: Also unsere helle Wäsche rein, Waschmittel drauf. Sönke: „Wascht ruhig intensiver.“ Silja: „Hier ist noch so Bleiche“. Elke denkt: „Wird wohl wie bei uns Fleckenmittel sein.“ Und sagt: „Aber nur ganz wenig.“ Silja macht nur einen wirklich kleinen Schwapps drauf. Endergebnis: Das Bad duftet während des Waschgangs dezent nach Chlor und hinterher hat Sönkes Hose helle Flecken… Inzwischen ist auch Sönkes dunkle Hose gewaschen: Und wir hoffen, dass sie schnell trocknet.

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