











Uäh – es regnet und pustet ganz gut! Also erst einmal frühstücken. Aber auch nach dem Frühstück hat es nicht besser ausgesehen. Wir haben nochmals nachgefragt, was man denn bei Regenwetter gut machen könnte: Doch die Gegend lebt hier von der Natur, weniger von Museen. Also sind wir erst einmal zurück ins Häuschen und haben unseren Reiseführer konsultiert. Und auch im Web haben wir nichts gefunden.
Laufen? Alles zu weit. Fahrrad fahren? Auch nicht dolle bei dem Wind. Moped? Okay, wenn wir zu dolle nass werden, dann kehren wir halt um. Also schnell gepackt, rüber an die Rezeption und das Moped klar gemacht. Eigentlich ist Sönkes internationaler Führerschein abgelaufen, aber wir haben es riskiert. Und Mut wird belohnt: Keine Kontrolle und – noch besser – ab dann trocken!
Zuerst sind wir durch die abgeernteten Reisfelder und ein paar kleine Dörfer gefahren, bis wir Hang Múa erreicht haben. Dort wird Lotus angebaut. Leider war es nicht ganz die beste Zeit, aber so ein paar Blüten waren noch da. Über Holzstege konnte man die Felder durchstreifen – das hat uns ganz gut gefallen.
Ja, und dann unser Workout für heute: Rauf auf einen der Hügel, viele, viele Treppenstufen hoch. Ich fühlte mich sehr an die chinesische Mauer erinnert. Nur war ich damals noch echt fitter …
Aber wir haben uns tapfer nach oben gekämpft und wurden mit einem schönen Ausblick belohnt. Wie das so ist, erfahrungsgemäß ist der Abstieg für so alte Leutchen wie uns noch schlimmer (aua Knie, aua Hüfte, …) . Ich bekomme allein von der speziellen Schonhaltungsabstiegstechnik Muskelkater. Und zwar einen saftigen!
Wir sind wieder aufs Moped und rüber nach Tam Côc. Dort haben wir das komplette Programm nochmals mitgenommen: Gerudert werden durch die tolle Landschaft und Tempel. Bewundert haben wir die spezielle Rudertechnik: Also zum einen nicht rückwärts wie bei uns, aber auch nicht nur mit den Armen. Sondern mit den Beinen: Wahlweise wie Fahrrad fahren oder gleichmäßig. Lustig fand ich, dass vor allem die Jungs, die auf diese Art und Weise gerudert sind, sehr coole Posen mit dem Oberkörper hatten. Entspannt dabei das Handy checken oder Hände hinter dem Kopf verschränken, mit den Mädels schäkern, … Nichts desto Trotz, rund 1 1/2 Stunden durchzurudern ist nicht ohne. Die Älteren haben weniger cool getan und sich eher ein paar nette Worte zugerufen. Aber ich möchte nicht sagen, wer dabei am Fittesten ist: Die Älteren haben das Rudern so verinnerlicht und sind extrem effektiv in ihren Bewegungen.
Aber zur Tour: Wir sind durch drei Höhlen durchgefahren. Ich finde das sehr beeindruckend. Und dann kommt man aus der Höhle raus und hat wieder eine neue, so wundervolle Landschaft vor sich.
Wir sind dann umgestiegen von Boot zu Elektrokärrele und sind zu einem Tempel gefahren. Dort haben drei Musiker auf traditionellen Instrumenten gespielt bzw. gesungen. Diese Instrumente sind wirklich cool: Aber ich fand insbesondere einen der Drei mega fotogen…
Weiter mit dem Kärrele sind wir zu einem weiteren Tempel kutschiert worden: Dieser ist wohl sehr, sehr alt und ist in die Felsen gebaut. Nachdem wir eine etwas lästige Souvenirverkäuferin abgeschüttelt hatten, konnten wir auch das in Ruhe ansehen. Und befanden beide danach, dass es nun reicht mit Treppenstufen steigen.
Wieder zurück beim Moped hat Sönke den Motor gestartet, um nach Ninh Binh zu fahren. Dort wollten wir ja noch meinen Ao Dai abholen. Wir haben einen kleinen Zwischenstopp bei einer Werkstatt gemacht: Wir wollten die Felgen nicht komplett ruinieren und haben etwas Druck auf die Reifen gegeben…
Die Schneiderin hatte schon alles fertig und ich habe meinen Ao Dai anprobiert: Perfekt! Und ich liebe schon jetzt die Hose, die ich auch ganz westlich normal tragen kann. Ich habe noch eine kleine traditionelle Kette geschenkt bekommen – damit ich mich immer an Vietnam erinnere. Ich habe mich wirklich über diese Geste gefreut und verbinde auch mit dem Ao Dai sehr schöne Erinnerungen an ein sehr schönes Land mit sehr fleißigen und zuvorkommenden Menschen.
Wieder zurück in unserer Unterkunft haben wir zum Abendessen einen Hot Pot bestellt: Sehr, sehr lecker – und im Gegensatz zum chinesischen Hot Pot weniger ölig. Ziemlich genudelt schreibe ich jetzt noch meinen Bericht mit Hilfe eines Gin Tonics fertig. Morgen haben wir weder Tempel noch Ruderboote auf dem Programm stehen.