Ja, hallo erstmal!
Nachdem wir (leider) nur 2 Tage in Qingdao hatten, sind wir am Ende Januars nach Binyang gefahren, die Heimatstadt unserer Chinesischen Freundin Jane. Diese 2-Tage-Zugfahrt nahmen wir gerne auf uns, denn in Binyang galt es für uns eine Hochzeit zu besuchen und das örtliche Festival anzusehen.
Die Zugfahrt war soweit ereignisslos, und ein wenig langweilig. Besonders unangenehm war das Fehlen von wirklichen Mahlzeiten und der Duschen. Zähneputzen ging zwar, aber trotzdem fühltte man sich nach dem Aussteigen hygienisch vernachlässigt. Shit Happens!
Am Bahnhof wurden wir dann aber von Jane abgeholt und es ging zu ihr nach Hause. Und obwohl es draußen viel wärmer war als in dem Norden, fanden wir alles es dennoch unangenehm im Innern zu sein, denn dort war es genau so kalt wie draußen. Im Norden war zumindest jedes Haus beheizt, aber hier im Süden gibt es sowas leider nicht. Wie dem auch sei, Janes Familie war unglaublich freundlich und hat uns alles gegeben was wir brauchten oder haben wollten. Die Chinesische Gastfreundschaft lässt grüßen!
Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir dann zu Janes Kindheitsdorf gefahren, welches ca. 3 Stunden entfernt war. Das Dorf war unglaublich klein mit ungefähr 100 Einwohnern und sah sehr verlassen aus, wie eine Stadt aus vergangen Zeiten. Um Wasser zu haben, mussten viele noch zu dem Brunnen gehen oder eine Handpumpe benutzen. Jane hat uns ihre Grundschule gezeigt, welche inzwischen als Gemeindehaus genutzt wird. Sie erzählte uns davon, wie sie an regnerischen Tage keine Schule hatte, da das Dach undicht war. Mehr als ein paar kaputte Stühle und die Tafel waren auch nicht mehr verblieben. Das ganze Dorf hat sehr deutlich gezeigt, wie die Menschen immer mehr zu den Städten gehen und auch deutlich die Gründe gezeigt.
Während wir in dem besagten Dorf waren sind wir von Janes Großmutter zum Essen eingeladen wurden, was wir nicht ablehnen konnten. Doch leider hat die Zubereitung und das Essen so lange gedauert, dass wir zu spät zu der eigentlichen Heirat, zu der wir an diesem gehen wollten, gekommen sind. Gottseidank hatten wir jedoch nur das Essen verpasst, welches angeblich dazu dient, das Ehepaar abzufüllen. Besonders die Braut ist hier das Ziel. Die Gastgeber müssen zu jedem Tisch gehen und mit dem Tisch zumindest ein Glas Baijiu (Reiswein) trinken. Da dieses Brautpaar reich war und relativ viele Gäste eingeladen hatte, gab es 70 Tische, mit denen es zu trinken galt. Als wir ankamen war die Braut schon in ihrem Bett und schlafen, und der Bräutigam lief sturzbetrunken mit seinen besten Freunden durch das Restaurant, ging aber auch kurz danach zu Bett.
Doch direkt im Anschluss ans Essen gab es in der Wohnung des Paares reichlich zu trinken und es wurde rund 5 Stunden gespielt und getrunken. Irgendwann kam auch der Bräutigam und hat mitgespielt und getrunken, doch die Frau blieb in ihren Gemächern.
Der beste Teil kam jedoch um ca. 9 Uhr. Denn dann ging es in den Schlafraum der Beiden, wo die besten Freunde des Paares Spiele vorbereitet hatten, die es für das Paar zu bewältigen galt. Wir hatten unglaubliches Glück, dass wir dabei zugucken durften, denn normalerweise ist dies nur den engsten Freunden gestattet. Die Spiele waren unglaublich lustig und viele auch versaut, wie zum Beispiel eins, wo die Frau ein Ei in das eine Hosenbein des Mannes tun musste und es dann aus dem Anderen Hosenbein wieder herausbekommen. Generell ging es darum, das Paar lächerlich darstehen zu lassen. Der Bräutigam musst zum Beispiel das Kleid der Frau anziehen, Luftballons als Brüste nehmen und die dann mit Hilfe der Frau zerplatzen lassen. Fun times!
Danach ging es dann noch in einen Club, wo weitergetrunken wurde. Yippie!
Nachdem wir mit der Heirat schon etwas echt cooles gesehen hatten, kam dann aber noch das Festival. Zum Einstimmen des Ganzen hatte die Regierung ein riesengroßes Feuerwerk organisiert, welches wir uns aus aller Nähe angucken konnten.
Dieses Feuerwerk war das Beste und Größte, was ich je gesehen habe. Es war unglaublich schön und ich habe meinen Mund bestimmt 30 Minuten lang offen gehabt, da mich dieses Feuerwerk einfach so fasziniert hat. Die Chinesen und das Feuerwerk gehören einfach zusammen, was wir auch später noch intensiver erfahren sollten…
Das Festival an sich sollte dann aber nicht mit den Feuerwerken am Himmel stadtfinden, sondern sollte eher auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Jane erzählte uns, dass bei diesem Festival ein Drachentanz stadtfinden würde, und dass ihr Onkel, der reich war und Beziehungen hatte uns ermöglichen könnte einer der Drachentänzer zu sein. Das ließen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen!
Doch bevor der Tanz begann, konnten wir uns noch einmal in Ruhe die Drachen angucken.
Wie der aufmerksame Beobachter jetzt bemerkt haben wird ist die Sicht ein wenig vernebelt. Dies lag daran, dass so viele Feuerwerke schon angezündet worden waren. Doch das sollte nachher noch schlimmer werden!
Nachdem wir die kleine Präsentation der Drachen angesehen haben, ging es für uns danach schnell zu einem Haus, in welcher Nähe wir die Drachentänzer sein sollten, und dort begann der wahre Wahnsinn.
Denn Wahnsinn war, dass man nur 2 Meter weit sehen, nichts außer konstantem Knallen hören und nichts außer Böllerstaub riechen konnte. Überall wurden ca. 2 Meter lange Teppiche angezündet, welche dann durch die Gegend gewurfen worden. Das Ziel war es den Drachen, besonders den Kopf zu treffen, da dies Glück bringt. Auch wird versucht, unter dem Drachen durch zu tauchen, da dies auch Glück bringt. Für die Drachenträger bedeutet das eher nichts Gutes, denn sie müssen den Drachen ja tragen. Da das Tragen des Drachens auch generell oben ohne durchgeführt wird, ist die Gefahr verletzt zu werden nur noch größer. Nun ja, wir hatten zugestimmt zu kommen, also Augen zu, und durch! (Hat eigentlich auch keinen großen Unterschied gemacht, da man ja ohnehin nichts sehen konnte)
Es war schon unglaublich angsteinflößend den Drachen zu tragen, denn zum Teil geht man über explodierende Böller und um einen herum explodiert alles. Natürlich wird man auch von manchen Böllern getroffen und manchmal sind sie einem auch direkt vor dem Gesicht explodiert. Das Schlimmste was uns passiert war, war jedoch dass jemand Henning einen angezündeten Teppich um den Hals gelegt hat. Henning ist daraufhin sofort von dem Drachen weggegangen und hat den Teppich von sich weggeschmissen.
So, nach ca. 1000 Wörtern sollte es jetzt aber mal gut sein!
Bis Später!
das war sicher aufregend für Euch, aber so etwas Aufregendes werdet Ihr wohl in Eurem ganzen Leben nicht wieder erleben. deshalb bewahrt es in Euren Herzen.
Liebe Grüße von Omi und Opa
ja Wahnsinn !!!!