
















Nach einem richtig guten Mützchen Schlaf haben wir morgens erst mal noch ein bisschen unsere Rucksäcke umgepackt und sind dann mit der U-Bahn zum Bahnhof gefahren. Dort haben wir uns noch Bento-Pakete geholt, das sind so kleine Essenspakete für unterwegs und noch einen Kaffee dazu. Dann ging es endlich in den Shinkansen: Darauf war ich ja schon ziemlich gespannt.
Und was soll ich sagen: Die Züge fuhren gefühlt im Acht-Minuten-Takt, alles super pünktlich, total entspannt beim Ein- und Aussteigen. Wirklich kaum vorstellbar, wenn man an Deutschland denkt. Im Zug haben wir dann erst mal unsere Bento-Pakete als ausgepackt und sehr lecker gefrühstückt, denn die waren wirklich richtig gut.
Nach gut einer Stunde kamen wir in Nagano an und sind vom Bahnhof aus erst mal zum Hotel gelaufen. Es hatte leider noch nicht geöffnet, also mussten wir noch ein paar Minuten warten. Während ich aufs Gepäck aufgepasst habe, haben Silja und Sönke uns noch etwas zu trinken geholt.
Dann wurde das Hotel geöffnet und wir konnten erfreulicherweise sogar schon einchecken. Nachdem wir unsere dicken Rucksäcke los waren, sind wir direkt los: Zunächst haben wir uns Tickets für den nächsten Tag besorgt, damit wir morgens gleich loskönnen zu den Affen in den warmen Quellen.
Bei herrlichstem Sonnenschein sind wir dann durch Nagano gelaufen, eine lange Straße entlang mit Geschäften links und rechts, alles ganz nett und mit total entspannter Stimmung im Vergleich zum wuseligen Tokio.
Am Ende der Straße kamen wir oben am Berg zu einer größeren Tempelanlage mit großem Wächtertor, noch einem weiteren großen Tor und schließlich einem richtig großen Tempel. Und überall blühen hier die Kirschbäume wunderschön, das ist wirklich ganz toll anzusehen.
Im Tempel selbst durften wir leider keine Fotos machen. Wir haben uns dort noch eine Karte gekauft, damit wir auch in den inneren Bereich konnten. Also Schuhe aus und dann hinein in den inneren heiligen Bereich.
Besonders eindrucksvoll war aber der unterirdische Teil: Über eine steile Treppe ging es hinunter, alles ohne Licht, wirklich stockduster. Man sollte alles in der linken Hand tragen und sich mit der rechten Hand an der Wand entlang tasten.
Und wenn man unterwegs einen Schlüssel findet, bekommt man, so wurde es uns gesagt, das Versprechen auf das Paradies. Ein ziemlich komisches Gefühl da unten in völliger Dunkelheit langzulaufen und nicht zu wissen, wohin man gerade tritt. Aber tatsächlich haben wir drei jeweils den Schlüssel gefunden – und zum Glück auch den Ausgang…
Danach sind wir wieder in unsere Schuhe geschlüpft: Wieder draußen sind wir noch ein bisschen herumspaziert, haben weitere blühende Kirschbäume genossen und sind noch durch einen Park und an einem Schrein entlang geschlendert.
So langsam meldete sich bei uns das Hüngerchen: Wie wir das auf Reisen gerne machen, fassen wir Mittag- und Abendessen zusammen. Die Spezialität hier sind Soba- Nudeln, also Buchweizennudeln. Wir hatten ein Restaurant empfohlen bekommen: Dort wurden wir sehr freundlich empfangen, haben uns etwas ausgesucht und wirklich lecker gegessen.
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir uns in einer Bäckerei noch ein paar kleinere Gebäckstücke als Nachtisch mitgenommen.
Jetzt sitze ich hier und schreibe die ersten Berichte, während Silja und Sönke schon mal ein bisschen unsere weitere Route austüfteln und wie es von Nagano weiter geht.
Das ist aber erst übermorgen dran. Morgen bin ich erst mal sehr gespannt, ob wir tatsächlich die Affen zu sehen bekommen. Es soll zwar regnen, aber so furchtbar kalt ist es ja nicht. Und baden tun die Affen ja wohl auch nur, wenn es wirklich kalt ist. Mal sehen also. Ich bin gespannt und freue mich auf morgen.