












Bei uns waren heute warme Klamotten angesagt: Wir wollen zu den Snow Monkeys in die Berge fahren. Auf den Berggipfeln der Umgebung liegt noch Schnee, in Nagano aber nicht mehr. So kurz vor der Schneegrenze liegt der Monkey Park: Die Makaken haben dort eine Wellness-Gelegenheit par excellence – heiße Quellen, die sie zum Baden und Aufwärmen nutzen.
Bevor wir in den Bus gestiegen sind, haben wir ein schnelles Frühstück in einer Bäckerei eingeschoben und vor allem einen Kaffee gehabt.
Nach einer guten Stunde Busfahrt sind wir 1,6 Kilometer durch einen Wald zu den heißen Quellen mit Geysir gelaufen.
Schon auf dem Weg haben wir viele Affen gesehen: Ja, sie sind inzwischen Menschen gewöhnt und haben ihre Klau-Taktiken entwickelt (weiße Tüten versprechen leckeres Menschenfutter …). Dennoch finde ich, dass hier eine gute Balance gefunden wurde zwischen Affen frei leben lassen und Menschen kanalisieren, die diese Affen gerne sehen möchten. Sie werden von Rangern angefüttert, die aber gleichzeitig darauf achten, dass die Menschen nicht zu aufdringlich werden.
An einer Stelle war eine ganze Gruppe von Affen: Viele Affenmamas mit ihren Kindern. Während sie nach Futter suchten war der Affenchef auf der Hut, dass niemand aus seiner Gruppe angegriffen würde. Ein Ranger stand in der Nähe und hat Touristen, die dem Chef zu nahe kamen zurückgeholt bzw. den Chef mit einem Schirm zurückgescheucht. Als ein Tourist dem Chef zu nahe kam hat der Chef ganz klar seine Zähne gezeigt und eine drohende Haltung eingenommen. Die Touristenfrau hinter dem Mann hat nichts besseres zu tun gewusst, als auch die Zähne zu blecken. Das war eine Situation, wo der Ranger sehr entschieden eingegriffen hat und den Affenchef gescheucht hat. Der war echt stinkig und hat erst mal seine Wut an einem anderen Affen ausgelassen, der ihm gerade zu nahe kam.
Kopfschüttelnd über die Touristenfrau sind wir weiter zu einem Becken mit heißem Wasser. Und tatsächlich finden die Affen es auch ohne Schnee bzw. Kälte toll zu baden. Da gibt es die Muttis mit ihren Babies, die nur mal am Rand sitzen und Wasser schlabbern, andere, die vorsichtig ins Wasser steigen damit die Haare am Kopf nicht nass werden und die Rowdies. Die machen den vollen Platscher ins Wasser, vorzugsweise in den Rücken eines badenden Kollegen, und schon ist die volle Keilerei im Gange. Ein paar junge Affen hatten viel Spaß mit Tauchen und Rangeln unter Wasser. Viele genießen das warme Wasser und widmen sich der gegenseitigen Körperpflege.
Es war wirklich sehr kurzweilig, die Affen zu beobachten. Und dann haben wir tatsächlich noch eine japanische Serau (Gämse) gesehen, die den Steilhang gegenüber empor kletterte.
Wir haben den Rückweg angetreten und haben in einem Café noch frische Apfeltaschen mit Apfeleis genossen, dazu gab einen Café Latte mit Marshmallow-Affendeko…
Zurück in Nagano haben wir uns dieses Mal selbst Tickets für den Shinkansen morgen gezogen. Und dann hatten wir über ChatGPT die Idee ins Ohr gesetzt bekommen, doch spontan Oyaki selber machen zu lernen – eine hiesige Spezialität. Aber leider haben wir nichts gefunden, wo man das machen konnte. Also sind wir in einen Laden rein, die diese nicht nur verkauft haben, sondern sie auch frisch am Feuer zubereitet haben. Oyaki sind Teigtaschen (wie Pizzateig) gefüllt z. B. mit grünem Gemüse, roter Bohnenpaste, Pilzen, …. und werden über dem Feuer gebacken. Sehr lecker!
Bei der Gelegenheit sind wir wieder unsere paar Wörter japanisch losgeworden, woraufhin uns die Oyaki-Bäckerin direkt auf japanisch vollgesabbelt hat. Sönke hat die Übersetzungs-App gezückt: „Wir können nur 5 Wörter japanisch“. Da hat sie voll lachen müssen und gesagt / gezeigt, sie könne auch nur drei Wörter englisch.
Danach sind wir noch durch eine kleine Einkaufsstraße geschlendert, aber da war nicht viel los. Also sind wir zurück zum Hotel zumal es leicht tröpfelte: Aber eigentlich hatten wir heute echt Glück mit dem Wetter.