


Nieselregen vom Feinsten – kein norddeutsches Alleinstellungsmerkmal, hier können sie das auch prächtig.
Wir haben beschlossen, bei dem Wetter mal einen Stock tiefer zu gehen: Unter Ponta Delgada liegt ein Lavatunnel – Gruta do Carvão.
An manchen Stellen ist er eingebrochen, aber es gibt eine Stelle, wo man hinuntersteigen kann, um ihn zu besichtigen. Einmal in der Woche gibt es eine große Führung in Spezialkleidung und mit Kriecherei durch das Röhrensystem, aber wir haben uns mit der kleinen Führung begnügt. Der Boden bestand teilweise aus recht scharfkantiger Lava: Wir sind sehr vorsichtig gegangen.
Wenn man sich vorstellt, dass dort vor vor ein paar tausend Jahren glühende Lava durchgerauscht ist… Und in heutiger Zeit haben die Bewohner diese Tunnel quasi als Kühlschrank benutzt. Es gibt auch Stalaktiten und Stalagmiten, sie sind aber nicht sehr groß, weil es kein mit Mineralien angereichertes Wasser von oben gibt, was sie wachsen lassen könnte.
Wieder oben angekommen, nieselte es noch immer: Museumsprogramm also? Also zurück in die Stadt und Parkplatz gesucht. Das ist echt nicht einfach: Enge Gassen, wenig Parkraum und jede Menge Einbahnstraßen – coole Kombi! Aber wir haben doch ein Plätzchen in der Nähe des Museums gefunden. Nur leider hatte das Museum zu. Nun denn: Good for another rainy day.
Da es gerade mal nicht nieselte, haben wir uns für eine kleine Stadtrunde entschieden. Die größte Kirche ist ein Sammelsurium an Baustilen: Mehrere geschnitzte Altäre waren zu bewundern – aber da haben wir bereits schon viele von gesehen.
Wieder mit Berieselung von oben sind wir rüber zum Fort der Stadt. Dort war viel militärisches Gerät ausgestellt – mich beschleicht dann immer ein sehr komisches Gefühl. Zumal mit den Nachrichten aus der Ukraine im Kopf.
Zurück am Auto sind wir die Planung für morgen angegangen und dafür zwei Städtchen weiter gefahren. Hoffen wir mal, dass morgen die bessere Wetterprognose tatsächlich eintrifft und unsere Rücken und Mägen alles mitmachen. Dann kann das ein grandioser Vormittag werden. Daumen drücken – morgen mehr davon…
Weil wir gerade in der Nähe waren, sind wir noch zu einer auf anderen Bildern sehr hübsch anzusehenden Kapelle gefahren. Aber im Nebel war das alles nicht so grandios.
Okay, dann halt nicht – vielleicht ist es morgen tatsächlich besser. Wir haben den Rückweg angetreten mit kurzem Stopp im Baumarkt. Bei meiner Kamera ist der Deckel des Akkufachs abgebrochen: Mit Panzerband werde ich die kleine OP wohl hinbekommen.
Wir ziehen uns etwas zurück und klopfen den Reiseführer noch etwas auf Programm für Regentage ab, denn übermorgen soll es für zwei Tage wieder nicht so gut werden.