Tag 3 – Beijing

23.07.2012
Wir haben richtig lange ausgeschlafen und sind dann erst um 11 Uhr rum losmarschiert. Mit der U-Bahn sind wir zur Nordseite der Verbotenen Stadt gefahren und haben uns an kleinen Läden mit diversem Essen versorgt: In dem einen Laden gab es Reisglibber mit was Süßem gefüllt und ein bissel Kokos drumrum – war ok, reißt aber nicht vom Hocker. Und dann ein dunklerer Teig mit Pflaumenmus gefüllt und auch Kokos drumrum – gut. Dann haben wir Jiao Zi geholt: Mit Fleisch gefüllte Weizenteigtaschen aus dem Garkorb. Damit haben sind wir zum Bej Hai- Park gelaufen und haben uns eine Bank gesucht und erst mal etwas gemampft. Sönke sagte auf einmal: „Sie möchte sich mit dir fotografieren lassen.“ Ich hatte es gar nicht mitbekommen, dass eine Frau neben mir stand und auf einen Platz an der Balustrade zum Parksee zeigte. Also habe ich mich neben die Frau gestellt und ihr Mann hat ganz glücklich ein Foto gemacht. (Und das, wo ich so tierisch gerne vor der Kamera stehe!) Irgendwie scheinen wir Langnasen doch immer noch etwas Besonderes zu sein …
Wir sind dann entlang des Sees zu den Drachenpavillions gelaufen: Wunderschöne Bauwerke! Und vornedran im Wasser unglaublich viele Goldfische, die im Schwarm wie rote Schlangen durchs Wasser geschwommen sind. Pavillons am See im Bei Hai Park - Beijing
In weiteren Pavillions haben wir einer Gruppe von älteren Sängern zugehört, die wohl Stücke aus der Pekingoper zum Besten gegeben haben. Die hatten richtig gut ausgebildetete Stimmen, die man sogar bis ans andere Ufer des Sees gehört hat. Wir haben dann die Fähre genommen und sind auf die Parkinsel gefahren, auf der ganz viele Pagoden und Tempel zu sehen waren. Der See war künstlich angelegt worden und der Aushub zu einer großen Insel mit Anhöhe aufgeschüttet worden: An den Hang hatte man einen tolle Stein- und Pflanzenlandschaft mit verschlungenen Wegen und Treppen gebaut – sehr idyllisch. Wir sind natürlich bis nach oben gekraxelt (schwitz!) – die Aussicht auf Peking, die verbotene Stadt und die vielen andere historischen Gebäude hat uns locker entschädigt. Der Weg nach unten führte durch ganz viele Tempel mit vielen Buddhastatuen und Höfen mit Glücksbäumen. Kleine rote Täfelchen konnte man mit einem Wunsch beschriften und an einer roten Schnur in einen Baum hängen. Das sah sehr hübsch aus.

Von einem der Höfe aus konnte man in einen Turm gelangen, in dem eine Glocke hing. Mit dem Glockenklöppel der vor der Glocke hing, sollte man dreimal die Glocke anstossen, dann hat man ein Jahr Glück: Die Chance haben wir gerne genutzt!
Weiter dann der Abstieg wieder bis zum See und die Insel umrundet. (Ich habe dann zu ersten Mal eine der berühmt-berüchtigten Toiletten aufgesucht, hatte aber wohl Glück . Kabine abschließbar und durch die offenen Fenster roch es nicht so streng – das wird wohl nicht immer so glücklich enden …).

Schildkroete im Bei Hai Park
Schildkroete im Bei Hai Park

An der Nordseite des Parks haben wir den Park verlassen und sind an einem etwas ursprünglicheren Vierte (Hutong) angekommen: Ein Gewirr von vielen kleinen Gassen mit vielen kleinen Läden. Nachdem wir am Rande des Hutongs erfolgreich die vielen Rischa-Angebote abgewunken hatten, sind wir recht gemütlich durch die Gassen geschlendert und haben dabei einen Drachenmacher und einen Äffchenminiaturhersteller gesehen. Diese Äffchen sind Weidenkätzchen mit einem Affenkopf drauf in verschiedene Szenen gesetzt – so wie bei uns ungefähr die SchüttelSchneekugeln. Das Ganze mehr oder minder humorvoll – kaum zu glauben, aber die Dinger gehören zum Weltkulturerbe. Wir waren noch am Glocken- und dem Trommelturm, aber die hatten schon geschlossen.
Alter Strassenmusiker im Hutong
Alter Strassenmusiker im Hutong

Daher haben wir dann den Rückweg angetreten, da wir uns noch mit Raphael, Jeskos Kollegen, treffen wollten.
In der U-Bahn (proppevoll) standen zwei kleine Mädchen im Prinzessin-Kleid mit ihren Großeltern. Eines der Mädchen bemerkte mich und tuschelte ganz aufgeregt zu dem anderen Mädchen. Ihre Großmutter erklärte dann irgendwas und das Mädchen starrte mich voll neugierig an. Ich winkte ihr zu und ab dann ging das Gekicher und Getuschel zwischen den beiden los. Die waren hin und weg – voll witzig!
Im Hotel habe ich erst mal die ersten beiden Berichte aufgeschreiben, sonst vergesse ich doch die Hälfte. Raphael hat dann angerufen und wir sind zusammen in ein Nudelrestaurant gegangen. Ich hatte eine Nudelsuppe – voll lecker und davon kann man richtig satt werden. Sönke hatte ein etwas schärferes Nudelgericht – auch prima. Wir haben uns sehr nett mit Raphael unterhalten und uns noch den einen oder anderen wertvollen Tipp abgeholt.
Ach ja In Beijng hat es vor zwei Tagen wohl einen richtigen Guß gegeben, der einige Stadtteile voll überschwemmt haben soll (leider auch mit Toten). Davon haben wir, bis auf eine tropfende Decke in der U-Bahn nichts mitbekommen. Wir waren insofern sogar Nutznießer des Regens, weil dadurch an unserem ersten Tag der Himmel sogar blau war und die Feinstaubbelastung gründlich weniger.
Morgen also geht es nach Datong – unsere erste Zugreise: Ich bin gespannt.