Heute vormittag haben wir die Rucksäcke geschultert und haben uns auf den Weg um Sun-Moon-Lake gemacht. Der Bus erreichte ihn um die Mittagszeit. Ein (überteuertes) Taxi hat uns zu unserer Unterkunft gebracht, einer richtig coolen Unterkunft. Die Besitzer haben neben ihr Haus im Urwald bunte Container gestellt und zu Zimmern umgebaut. Allerdings waren wir etwas früh, daher haben wir uns von den Leuten zurück ins Dorf bringen lassen. Dort haben wir uns Fahrräder ausgeliehen: Nicht den kompletten Weg, aber weite Strecken um den See gibt es einen schönen Fahrradweg mit hübschen Aussichtspunkten auf den See.
Und gleich zu Beginn ist mir ein Malheur passiert: Der Deckel meiner Kamera ist mir heruntergefallen und von der Plattform gekullert. Wir befanden uns auf einer Art Steg und Sönke hat einen abenteuerlichen Weg gefunden, um ihn mir wieder zu holen. Denn unter uns war eine Art halb ausgetrocknete Bucht. Er ist ein ganzes Stück gelaufen und ist dann eine Leiter runtergeklettert und hat sich durch den Modder gekämpft: Wir haben den Deckel wieder und mein Held reichlich dreckige Schuhe. Ob das Gewohnheit wird? In Kuba hatten die Schuhe auch schon gelitten …
Wir sind nach dieser erfolgreichen Mission weitergeradelt: Immer wieder haben wir angehalten und die schönen Ausblicke genossen. Auch die riesigen Farne und Bambuspflanzen waren toll. Ein kleines Stück haben wir mit dem Boot abgekürzt, weil das zu steile Serpentinen waren. Wir sind an einem großen Tempel vorbeigekommen, doch keiner von uns hatte große Lust hineinzugehen. Aber dann haben wir uns wieder auf die Räder geschwungen: Alles in allem rund 28 Kilometer.
Nachdem wir die Räder wieder abgegeben hatten, sind wir zu einem empfohlenen Restaurant gelaufen und haben ein vorzügliches Essen genossen: Wild und Fisch, Pilze und ein superleckeres Gemüse mit vieeeeel Knoblauch. Es wurde schon dunkel, als wir unseren Verdauungsspaziergang zur Unterkunft angetreten haben. Dort wurden wir schon fast vermisst: Die Besitzerin zeigte uns unsere Container – sehr charmant diese Unterkunft und wunderbar ruhig. Nur Grillen und ein sehr ausdauernder Vogel, der offensichtlich gerne eine Gefährtin hätte – sehr schön, nach dem Großstadtdschungel.





