6. Tag – Halong-Bucht, the other way

A-tem-be-rau-bend! Atemberaubend schön war das!

Aber von vorne: Nach dem Frühstück sind wir einmal mehr eingesammelt worden und Richtung Hafen gefahren. Am Ende des Hafens gibt es einen Container, eine große geteerte Fläche und eine Rampe zum Meer: Das zusammen ergibt einen Flughafen. Für ein Wasserflugzeug.

Ich bin ja so eine Flugtante und hatte das fetteste, breiteste Grinsekatzegrinsen im Gesicht, als Sönke sagte, dass er einen Flug mit dem Wasserflugzeug über die Halong-Bucht gebucht hat.

Aber erst einmal den Checkin im Büro ein paar Meter weiter erledigen: Bitte einmal auf die Waage steigen, damit die kleine Maschine nicht überladen wird. 12 Leute haben darin Platz. Dann ging es zu dem Container: Einmal Sicherheitscheck mit dem Detektor. Dann Sicherheitsunterweisung vor der Maschine. Dann bitte einsteigen.

Wir saßen direkt hinter den Piloten: Schon spannend, das einmal so direkt mitzuerleben. Und dann ging es los: Die geteerte Fläche wurde vom normalen Verkehr und Spaziergängern freigehalten. Das Flugzeug rollte an und langsam die Rampe hinunter bis ins Wasser. Ein Stückchen weit schwammen wir bis die richtige Position für den Wasserstart erreicht war. Und dann gib ihm nach oben.

Was ein Blick! Phantastisch – was ein schönes Fleckchen Erde! So viele von diesen Kalkhügeln (über 2000 sollen es sein) in immer neuen Formationen. Auch die schwimmenden Dörfer haben wir gesehen: Früher waren es Wassernomaden, die aber nun verpflichtet sind, an einer Stelle festzuliegen. Das haben wir bereits in Myanmar gesehen. Eigentlich spannend, diese auch mal zu besuchen – aber hier soll es eher Abzocke sein.

Jede Sekunde dieses Fluges habe ich in vollen Zügen genossen und hätte dem Piloten bei der Landung nach einer knappen halben Stunde gerne zugerufen: „Bitte durchstarten und noch eine Runde!“ Aber wir haben gewassert und sind wieder zurück zum „Flughafen“. Das war eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben – dafür bin ich sehr dankbar!

Nach diesem wunderschönen Flug hatten wir noch einen ganzen Nachmittag ohne geplantes Programm. Wir haben uns entschieden, die stinknormale Fähre nach Cat Ba zu nehmen. Das ist die größte Insel in der Bucht. Die Frau am Ticketschalter fragte, ober wir nicht lieber das Speedboot nehmen wollten, wir hätten sonst so wenig Zeit auf der Insel. Nein, wir wollten eher entschleunigen und sind lieber supergemütlich mit der Fähre eine gute Stunde rübergetuckert.

Mit einer Horde Chinesen. Die guckten uns schon immer so an, als wir da auf dem Bänkle auf der Fähre neben ihnen saßen. Sönke ist da ja nicht so zurückhaltend wie ich: Er hat sie einfach angequatscht. Standard: Woher kommt ihr. Mit Sönkes hängengebliebenen Chinesischkenntnissen konnten wir das klären. Auch die Frage nach Sönkes Alter konnte mit den chinesischen Handzeichen zum Zählen geklärt werden.

Als ich nach vorne gelaufen bin, um zu fotografieren und wieder zurück kam, stand die Frage im Raum, wie groß ich sein. Größenvergleich mit einem Chinesen, der dabei war. Ich musste diesen kleinen Chinesen-Omiladies wie eine Riesin vorgekommen sein – die waren allesamt so klein. Dann kam die nächste Frage: Arme mit Babyschaukeln. Das war schnell geklärt. Wie alt die Kinder sind? Handzeichen von unten nach oben: Sooooo groß! Gelächter!

Kurz vor dem Anlegen habe ich noch Komplimente bekommen: Ja, die weiße Haut zieht 😉 Und dann die obligatorische Fotosession …

Am Anleger im Norden der Insel ist sonst nichts: Deshalb haben wir den Bus zur Stadt im Süden der Insel genommen: Cat Ba City. Dort wird gerade alles, aber auch alles von links auf rechts gedreht! Es gibt dort eine Strandpromenade – noch: Denn dort werden unfassbare Mengen an Sand aufgeschüttet, um dort Hotels drauf zu bauen und einen Strand anzulegen. Ja, nach dem Taifun war vieles kaputt: Aber bestimmt nicht die Gehsteige. Alle, echt alle wurden aufgerissen und neu gemacht. Die ganze Stadt eine einzige Baustelle. Ich fürchte, das wird eine traurige Retortenstadt.

Wir haben eine Kleinigkeit gegessen (gefülltes Baguette) und mussten dann auch schon wieder den Bus zum Fähranleger nehmen. Just in time. Die Fähre war recht leer auf der Rückfahrt und ich habe die Fahrt durch die schöne Landschaft nochmals genossen. Ganz ehrlich: Die beiden Fahrten mit der Fähre fand ich Klassen toller als die Fahrt am Vortag.

Was ein wundervoller Tag!

Morgen ziehen wir weiter zu unserer dritten und letzten Station. Stay tuned.