3. Tag – Metro, Kreml, Zarenpalast und eine coole Kneipe

Es ist 21:30 Uhr und wir sind gerade wieder im Hotel eingetrudelt: Unsere Füße sind platt, dafür die Köpfe mit Erlebnissen prall gefüllt.

Um 10:00 Uhr sind wir von unserer Reiseleiterin Lada eingesammelt worden: Zu Fuß sind wir zur nächstgelegenen Metro. Der erste Tagesordnungspunkt waren verschiedene Metro-Stationen. Denn einige der Stationen sind sehr prächtig und mondän ausgestattet: Mit edlen Materialien wurde nicht gespart und renommierte Künstler beauftragt, die Stationen zu verschönern. Wirklich toll und sehenswert! Aber ich glaube, Lada war froh, dass sie hinterher ihre Truppe noch vollzählig zusammen hatte.

Dann endlich kam der Kreml an die Reihe: Was Lada uns alles erzählt hat – keine Chance, das alles zu behalten! Beeindruckend die wohl größte Kanone der Welt (aus der erfreulicherweise nie eine Kugel abgefeuert wrude), eine kaputte riesige Glocke, die von der russischen Glockergießerkunst zeugen soll (man finde den Fehler …) und die zig schönen Kirchen mit ihren hübschen goldenen Kuppeln. In der Maria-Himmelfahrt-Kathedrale waren wir auch drin, aber durften keine Fotos machen: Oh, es hat schon in den Fingern gejuckt … – tolle Malereien und Ikonen.

Wir sind wieder raus aus dem Kreml und direkt an der Basilius-Kathedrale auf dem roten Platz gelandet. Recht zügig sind wir allerdings über den Platz, da wir bereits in einem Restaurant zum Mittagessen erwartet wurden. Dieses Mal war es ein recht uriges Restaurant, viel netter und auch das Essen war Klassen besser als am Tag zuvor.

Frisch gestärkt ging es über die Nikolskaja-Uliza zum roten Platz zurück. Diese Straße ist Fußgängerzone: Sie ist über und über mit Glitzer und Lichterketten abgehängt und funkelte nur so in der Sonne. Kurz vor dem roten Platz sind wir ins GUM, das berühmte große Kaufhaus. Für diverse Kredikarteninhaber erfreulich, sind wir recht flott durch: Ein echter Konsumtempel in beachtlichem Ausmaß!

Am Lenin-Mausoleum vorbei sind wir zur Basilius-Kathedrale: Ich wusste gar nicht, dass es eigentlich 9 verschiedene Kirchen sind, die quasi in einem Komplex zusammen gebaut sind. Es ist also kein einzelnes großes Gotteshaus, sondern jeder hat seine eigene kleine Kirche darin gehabt. Heute ist es allerdings ein Museum.

Der Sarjadje-Park war die letzte Station auf unserer geführten Tour: Er ist toll angelegt und repräsentiert die verschiedenen Vegetationszonen Russlands. Zudem ist eine frei über der Moskwa schwebende Aussichtsbrücke eine Attraktion: Das fand ich auch klasse. Viele Gebäude mit Attraktionen sind unterirdisch angelegt und oben sind dann Gärten angelegt. Die Führung für heute war zu Ende und wir haben überlegt, was wir nun weiter unternehmen. Die Sonne brannte zu dem Zeitpunkt sehr und wir haben uns erst mal in den Schatten auf einer „Pflanzen-Glasdach-Tribüne“ in den Schatten gesetzt.

Nach Studium unseres Reiseführers haben wir uns entschlossen in den Süden der Stadt zu fahren zum Kolomenskoje, einem Freilichtmuseum mit dem Nachbau eines Zarenpalastes aus Holz. Wir sind aus der Metro raus und rein in Park: Viel Zeit blieb nicht mehr bis zum Schließen. Na klar, der Palast war am anderen Ende de Parks – 2,5 Kilometer. Und ich sag noch leise:“Pass auf, da ist an dem anderen Ausgang bestimmt eine Metrostation …“ Jedenfalls sind wir ganz schön losgepest: Vorbei an Kirschbäumen, an denen sich die Bvölkerung offensichtlich gütlich tun darf, bis hin zu dem Palast. Puh, 17:30 Uhr. Eine halbe Stunde hätten wir also glatt gehabt, wenn es nicht Montag gewesen wäre. Und montags ist zu. Stand auch im Reiseführer… Wir haben uns die tollen Holzgebäude mit grünen Holzschindel-Dächern von außen angesehen und uns über die Selfie-Ladies, die dort in allen Posen anzutreffen waren, amüsiert. Wir hätten jetzt die Möglichkeit gehabt, in die dortige Metrostation (ach huch ?!) zu gehen, aber nein, wir sind Sönkes gewissem Stolz gefolgt und sind brav auch wieder zurückgelaufen.

Die Metro hat uns wieder zurück in die Innenstadt gebracht: Wir wollten einer Empfehlung unserer Reiseführers folgen und Pelemeni essen. Das sind gefüllte Teigtaschen, die in dieser Kneipe ganz superfrisch zubereitet werden. Und die haben superklasse geschmeckt – die brauchen sich vor italienischen Tortellinis ganz und gar nicht verstecken! Überhaupt war diese Kneipe total knuffig: An der Decke hingen als Lampenschirme Kochtöpfe und Siebe und große Einmachgläser. An einer Wand stand ein alter Schrank, auf dem Bücher und ein alter Koffer lagen. Ich kam mir ein wenig wie bei Harry Potter vor, als die Schranktür aufging und jemand heraus kam. Das Geheimnis: Dahinter war die Toilette …

Wir sind zur nächsten Metro-Station gelaufen und dabei noch durch zwei Malls durch. Vor allem die Zweite hat Sönke begeistert, denn das Großthema dieser Mall waren Spielwaren aller Art. Auch ein wunderbares Angebot: Baue dir deine eigene Ameisenwelt. Man konnte „seinen“ Ameisen also Straßen, Brücken und Paläste und Attraktionen bauen. Das tät mir ja gerade noch fehlen, einige Quadratmeter meiner Wohnung für eine Ameisenwohlfühloase zu investieren. Wo mich die Kollegen im Garten bei jeder Gelegenheit freundlich anpieseln … Sachen gibt es …

Für morgen haben wir uns bei der Gruppe abgemeldet und wollen auf eigene Faust unterwegs sein: So ganz können wir aus unserer Haut doch nicht raus …