13. und letzter Tag

Das ist das volle Kontrastprogramm zu gestern: Es stürmt und schüttet wie aus Kübeln! Aber es war warm, um die 20°C. Wie gut, dass wir noch ein paar Museen ansehen können. Erst mal in aller Ruhe frühstücken. Doch auch danach regnete es immer noch: Normalerweise kann man gut ins Städtchen hinüberlaufen, aber heute haben wir doch das Auto genommen: Wohl wissend um das Parkplatzproblem.

Und so drehten wir frei nach Grönemeyer seit Stunden unsere Runden. Und dann haben wir doch noch einen in der Nähe des Stadtmuseums gefunden. Als wir ausstiegen, regnete es auch nicht mehr, aber pustete noch ganz ordentlich. Wir haben uns beeilt ins Museum zu kommen, um nicht doch noch in den nächsten Guss zu geraten.

Das Museum ist in einem ehemaligen Konvent untergebracht und zeigt Ausstellungsstücke zu ganz unterschiedlicehn Bereichen: Geschichte der Stadt, eine Kutschensammlung, Möbel, militärische Gegenstände aus verschiedenen Zeiten, Münzen und einiges mehr. In der dem Museum angeschlossenen Kirche stand auch ein Leichenwagen mal der anderen Art. Der Chor oben auf der Galerie war geschmückt mit kostbaren Azulejos, den blauweißen Kacheln.

Vom Museum aus sind wir direkt rüber zum Palacio dos Capitães Generais. Es wird heute immer noch als Regierungssitz verwendet: Ist der Präsident der Azoren aber nicht da, kann man einige Räume des Palastes besichtigen. Dort eine Führung mitzumachen wurde empfohlen und das war ein guter Tipp: Unsere Führerin zog nur mit Sönke und mir durch die Räume und wir bekamen einen sehr schönen launigen Abriss über die wechselvolle Inselgeschichte. Leider durfte man oben in den Räumen keine Fotos machen: Lediglich unten durfte man die Barke ablichten, mit der ein Königspaar auf die Insel übergesetzt wurde.

Wir hatten etwas Hunger und haben eine kleine Pause eingelegt auf dem Weg zum dritten Museum, dem kleinen vulkanologischen Museum. Die „Os Montanheiros“ hatten sich zusammengeschlossen und ihre Insel auf geologische und vulkanologische Gegebenheiten untersucht. In diesem Rahmen haben sie eine kleine Ausstellung von Gesteinen zusammengetragen: Lavaformationen, Eruptionsmaterial wie Lavabomben, Gesteine, die z. B. in Lavatunneln vorkommen oder sekundär entstehen, wie z. B. durch ausströmende schweflige Gase. Durch die kleine Gesteinssammlung meines Papas sind mir einige der ausgestellten Steine tatsächlich ein Begriff gewesen. Auch die topografischen Modelle waren ganz spannend.

Nun reicht das aber mit der Bildung! Schnell zurück zum Auto: Das Parkticket war ohnehin abgelaufen – es hat aber keinen Strafzettel gegeben. Zurück zum Hotel wollten wir noch nicht: Wir erinnerten uns daran, dass es noch irgendwo eine Käserei geben sollte. Im Reiseführer wurden wir fündig und sind los: Sönke hatte sich aber noch in den Kopf gesetzt, das gestern verpasste Eis nachzuholen. Die Gelateria lag auf dem Weg, das passte ja gut. Und wir haben tatsächlich auch einen Parkplatz in der Nähe gefunden: Gerade da fing es wieder an zu schütten. Einige Minuten später sind wir rüber zur Gelateria – um festzustellen, dass sie geschlossen war. Verflixt auch!

Also schnell wieder zurück ins Auto und zur Käserei an der südwestlichen Küste. Dort durften wir verschiedene Käsesorten der Insel probieren. Während wir uns durchtesteten lief nebenher ein Video von diesen Stierstraßenkämpfen. Alter Schwede, da geht es echt zur Sache: Wie gesagt, die Stiere werden nicht getötet. Mit was für einer Power die aber auf die Leute zudonnern und natürlich gnadenlos zur Seite schleudern – besser, da nicht zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, auch nicht als Tourist.

Als wir wieder vor die Tür traten, konnten wir sogar einen Blick auf die Nachbarinsel São Jorge werfen. Dann ging es zurück zum Hotel, noch schnell diesen letzten Bericht schreiben und die Rucksäcke für morgen fertigmachen. Morgen geht es also wieder nach Hause mit Zwischenstopp Lissabon.

Unser Fazit: Die Azoren sind absolut eine Reise wert. Die Inseln sind ja nicht so groß, so dass es durchaus überlegenswert ist, mehrere Inseln zu besuchen. Sie haben alle ihren eigenen Charakter. Und auch in dieser Jahreszeit kann man einiges unternehmen: Im Sommer ist es natürlich wärmer und sonniger, aber für uns war es prima, gerade zum Laufen.