














Die Sonne lacht heute vom Himmel: Also flott los. Wir haben die Süd-Ost-Küstenroute genommen und sind durch die Küstendörfer getingelt. Dabei haben wir wieder diese ganz bunten Häuschen gesehen: Inzwischen haben wir gelesen, dass das kleine Kapellen sind.
Die vorgelagerten Inselchen Ilhéus das Cabras lagen schön in der Morgensonne. Bei São Sebstião sind wir ins Innere der Insel abgebogen, um zum Skywalk auf der Serra do Cume zu gelangen. Darauf habe ich mich zu Recht gefreut: Uns lag fast die ganze Insel zu Füßen. Die eingemauerten Weiden leuchteten sattgrün. Die Mauern zeichneten immer neue Muster in die Landschaft. Eine phantastische Aussicht!
Von diesem Aussichtspunkt sind wir nach Praia da Vitória runtergefahren: Das Städtchen haben wir aber nicht besichtigt, sondern ab da am Flughafen entlang wieder zur Nordküste gefahren. Dort lockten einige Miradouros.
Beim Miradouro der Ponta das Quatro Ribeiras war mal ein Lavastrom ins Meer gegangen. Am Aussichtspunkt schaute man in eine Bucht mit ganz eckigen Steinen – ich nehme an, dass das Basalt ist. Dort krachten die Wellen wieder mit enormer Wucht gegen die Steilwände, hatten kaum Platz zum wieder Abfließen und es bildeten sich mit den auflaufenden Brechern unglaubliche Strudel. Ich konnte mich kaum losreißen von dem Anblick!
Wir sind noch direkt an den Strand der Nachbarbucht runter: Auch dort waren die Brecher enorm. Also mich kann man an solchen Stellen morgens parken und abends wieder abholen – sozusagen Elkes Bällebad!
Aber damit nicht genug: In einem Örtchen gab es eine Bademöglichkeit. Allerdings bestimmt nicht heute: Die Treppenstufen zu den vorgelagerten Felsen wurden von Brechern über- und umspült. Da reinzupurzeln wäre keine gute Idee gewesen.
Der Himmel zog langsam schon wieder zu und wir wollten nochmal einen anderen Blick auf das Inselinnere werfen. Aber auf der Straße ins Inselinnere sind wir zweimal ausgebremst worden. Kuhherden wurden über die Straße auf die nächste Weide getrieben. Bei der ersten Herde hatten wir Glück und sie bog gleich wieder rechts ab. Bei der zweiten Herde sind wir zunächst brav hinterhergezockelt, bis wir uns wie die Einheimischen einfach vorbeigedrängelt haben. Die Kühe hat das null gestört, die kennen das wohl gut.
Wir sind nochmals an den Vulkanpropfen vorbeigekommen und haben einen davon nochmals fotografiert: Dieses Mal ohne Nebel. Dann ging es ordentlich hinauf bis auf 1021 Höhenmeter: Wir hatten schon Bedenken, dass wir in den Wolken landen würden, waren aber kurz unter der Wolkenuntergrenze. Das hat eine ganz eigentümliche Stimmung gezaubert. Allerdings sind die Bilder nicht so gut geworden wie gedacht: Der Dunst war doch zu stark.
Dann ging es die Serpentinen wieder hinab und ganz runter nach Santa Barbara im Südwesten. Von dort wieder Richtung Angra mit einem Umweg über Posto Santo. Dort soll es alte Megalith-Bauten geben: Man vermutet, dass Obsidian schon vor viel längerer Zeit als vermutet Menschen angezogen hat. Aber das war leider nicht öffentlich zugänglich und so sind wir unverrichteter Dinge wieder abgezogen Richtung Angra.
Den Monte Brasil, auf dem das eine Fort bei Angra gebaut worden war, soll man eigentlich auch besichtigen können. Aber es war wie verhext: Erst haben wir uns gefühlte Ewigkeiten durch die engen Einbahnstraßen gequält, dann wurden wir ausgebremst, weil das Fort tatsächlich Militärzone ist. Also haben wir nach einem Parkplatz gesucht und nochmals gefühlte Ewigkeiten keinen gefunden. Als wir dann schließlich zu Fuß los sind, war das Fort zu und es gab keinen Fußweg drumherum, obwohl das möglich sein soll. Wir haben aufgegeben.
Wo wir aber gerade bei Thema Fort waren, sind wir zum anderen Fort rüber, aber das war nicht spannend. Ein Eis sollte uns trösten: Also hat Sönke eine Eisdiele über Google Maps rausgesucht. Aber statt der vorgeschlagenen Route wollte Sönke eine Abkürzung fahren: Und landete prompt wieder im Einbahnstraßenlabyrinth. Aber Google hat uns dennoch zur angeblichen Eisdiele gelotst. Leider war da keine und einen Parkplatz gab es auch nicht. Die Straße mussten wir weiter: Wir hatten keine Ahnung, wo wir da wieder rauskommen sollten. Und siehe da, wir landeten wieder am Parkplatz des ersten Forts. Oh no! Aber so langsam kannten wir die Sträßchen und haben tatsächlich zum Hotel gefunden.
Dort haben wir das Auto abgestellt und sind zum Supermarkt um die Ecke: Im Café haben wir uns dann erst mal ein süßes Teilchen und Kaffee gegönnt. Und bei der Gelegenheit haben wir auch noch ein Fläschchen des hiesigen Weins für heute abend eingesammelt.
Nachher wollen wir los zum Essen: Sönke hat wohl schon eine Idee, wohin es gehen soll. Und dieses Mal machen uns die Einbahnstraßen keinen Strich durch die Rechnung – versprochen!
Hallo Ihr Lieben,
wer hat schon die Azoren auf dem Reisezettel?
Ihr natürlich, war ja klar. In der Tat aber sicher eine Gegend, die es wert ist, bereist zu werden.
Das zumindest lassen die tollen Bilder und Erzählungen stark vermuten.
Vielen Dank, dass wir an Eurer Reise teilhaben dürfen.
Beste Grüße
Karin und Ingo