Türklopfer

Mdina, die alte Haupstadt Maltas, war erstes Etappenziel heute. Wieder sind wir mit dem Bus gefahren und ich muss gleich einmal Lob loswerden: So stressig der Job sicherlich ist, die Fahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit durch die Bank! Und gleich noch etwas Positives hinterher: Selbst im doch recht touristischen Mdina gibt es kaum blöde Anschnacker und auch die Händler mit „typisch maltesischen Elefantenschnitzereien“ gibt es wenig.
Der Rundgang durch das alte Städtchen war sehr nett: Die Kirche mit viel Prunk, ein Museum mit Dürerbildern und eines mit alten Handwerksgeräten, die kleinen Gässchen, der Ausblick von der Stadtmauer und – die Türklopfer. Ich hatte gelesen, dass es Türklopfer-Manufakturen auf Malta gibt (der Delfin ist angeblich die häufigste Figur), aber kaum welche an den Türen gesehen: Aber eben hier. Delfine, Hände, Ringe, Schnörkel – meine Fotosammlung hat sich stetig erweitert.
Von Mdina aus sind wir in den Nachbarort gelaufen – wie hier oft, gehen die Orte nahtlos ineinander über. Auf der Busfahrt nach Mdina sind wir durch einige Orte gefahren (dem Namen nach) , aber ohne wirkliche Ortsgrenzen zu erkennen. Nur ganz zum Schluss sind wir „über Land“ gefahren.
Aber zurück nach Rabat: In einer Höhle soll der Apostel Paulus 3 Monate gelebt haben – für Katholiken ein besonderer Ort („unser“ Papst war auch schon da) – für uns war etwas anderes interessanter: Die Katakomben. Unter der Kirche befinden sich Grabhöhlen. Das ohehin schon große Gänge und Kammersystem ist im 2. Weltkrieg als Zufluchtsort erweitert worden. Eng und niedrig:In der labyrinthischen Anlage war man um die Exit-Schilder doch sehr dankbar…
Wieder an der frischen Luft haben wir uns ein frisches Bier gegönnt, um den Mineralienhaushalt wieder auszugleichen. Holla, danach sind wir gleich in eine Bäckerei, um mit einem Erbsenmus-Gebäck und einem Spinat-Thunfisch-Pie nachträglich etwas Grundlage zu schaffen.
Mit dem Bus fuhren wir an die Klippen bei Dingli: Wir müssen unserem „Wanderer-Ruf“ langsam gerecht werden und sind die Klippen entlangmarschiert. Endlich mal Natur und keine Häuser … Um unsere Kopfbedeckungen und die Sonnencreme-Schicht waren wir echt froh: Wir sind ziemlich ohne Sonnenbrand durchgekommen. Wir sind irgendwann mal abgebogen, um zu einem großen Kreuz zu wandern: Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Insel. Nach einem kurzen Plausch mit ein paar einheimischen jungen Männern sind wir wieder aufgebrochen und in den nächsten Ort marschiert, vorbei an vielen Maria-Statuen. Von dort haben wir den Bus nach Valletta genommen und sind dort in den nächsten Bus umgestiegen nach Sliema. Die Leute haben sich in den Bus gedrängelt und die ersten paar Stationen ist der Fahrer gleich durchgefahren, auch wenn Leute „anhalten“ gewunken haben. Erst als welche ausgestiegen sind, durften weitere Personen zusteigen. Der Fahrstil der Fahrer ist einigermaßen ruppig: Mehrere Mal hörte man ein kollektives „ooooaaa“, wenn die Kurven mal wieder mit reichlich Schwung genommen oder die Bremsen heftigst betätigt worden waren (inklusive vorher nochmal kurz Gas geben …).
Da es schon am Dunkelwerden war, sind wir in Sliema direkt essen gegangen, ohne vorher nochmals ins Hotel zu gehen: Das war eine glückliche Entscheidung (obwohl ich mich so verschwitzt und platten „Huthaaren“ – ein wenig weibliche Eitelkeit ist ja wohl erlaubt!!! – nicht so ganz wohl gefühlt habe). Das Lokal war ziemlich ausgebucht und wir haben den letzten freien Tisch ergattert. Sönke hatte lecker Fisch und ich superleckere Spaghetti mit Meeresfrüchten, Tomaten und frischen Kräutern. Boah, das war echt supergut!
Zurück im Hotel haben wir beschlossen, noch auf einen Cocktail loszuturnen. Danach ließ sich absolut gut schlummern ….