Gleich morgens sind wir los: Steile Treppen hoch, mit Steinen belegte schmale Pfade entlang, steile Treppen hinunter – das Fitnessprogramm für den Tag. Aber wiederum wurden wir belohnt mit phantastischen Ausblicken, netten Begegnungen, wunderschönen Schmetterlingen (der Größte wollte sich aber partout nicht fotogen hinsetzen – verflixt!), allerlei hübschen Pflanzen.

Immer wieder gab es Einheimische, die in Bächen gekühlte Getränke verkauft haben. An mehreren Stellen wollten uns Yao-Frauen ihre langen Haare zeigen – gegen Geld natürlich: Jesko hat dann die Gegenfrage gestellt, ob sie seine Brusthaare sehen wollten – gegen Geld natürlich…
Wir sind auch durch mehrere Dörfer gekommen, die eng an die Hänge gebaut sind. Diese Häuser sind aus Holz gebaut (wie auch unser Hostel – hat richtig nach Sauna gerochen). Sie sind recht groß: Ganz unten stehen die Gerätschaften, dann kommt ein Gemeinschaftsstockwerk, dann bis zu zwei weiteren Stockwerken mit Räumen. Viele der Reisbauern haben den Tourismus entdeckt und vermieten diese Zimmer.

Faszinierend fand ich das Bewässerungssystem: Mit Weichen in den Wasserzuläufen wird die generelle Verteilung geregelt, dann gibt es zum Teil Bambusrohre, wo Überleitungen gemacht werden können und auch von Hand (Dreck wegbuddeln oder hinschaufeln) Bewässerungswege verändert werden. Bei dem vielen Wasser habe ich mich gefragt, wie die Bauern es schaffen, dass ihre Feldabtrennungen nicht durchweichen: Das Einzige, was gesehen habe, ist durch Bepflanzung und damit dem Wurzelwerk. Übrigens werden zwischendrin auch andere Pflanzen angebaut: Zuccini, Bohnen, Gurken, …
Oben in den Reisterrassen waren die Pflanzen noch nicht so weit: Ganz unten bei Guilin hatten wir schon abgeerntete Felder und Felder mit Neuanpflanzungen gesehen.
Nach rund vier Stunden sind wir sozusagen im St. Moritz der Terrassen angekommen: Ein eigentlich ganz nettes Dorf: Aber mit zig Souvenirläden und – Sänftenträgern! Man kann sich tatsächlich in dieses Dorf hochtragen lassen ….
Mit Bussen haben wir uns zu unserem Ausgangsparkplatz bringen lassen und haben einen kleinen „Endspurt“ zu unserem Dorf eingelegt – yep, die anschließende Dusche hat sich echt gelohnt!
Unsere Wirtsfamilie hatte inzwischen noch mehr „Beute“ gemacht: Zu der am Vortag in den Feldern gefangenen Schlange hatten sich noch ein Fasan und eine Bambusratte gesellt. Und es war Schlachttag: Einige Hühnchen mussten ihr Leben lassen. Nachdem wir am Vortag fast die einzigen Gäste gewesen waren, waren an diesem Tag einige neuen Gäste eingetroffen, die verpflegt werden mussten. Und auch wir habenn Hühnchen gegessen – auf sehr chinesische Art: Also einmal wieder aus dem Bambusrohr, aber vor allem (ohne Innereien) kleingehäckselt – ja, mit Knochen! Denn die Chinesen sagen, dass das Fleisch am Knochen das Beste ist. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als quasi Hühnchen zu lutschen … Aber auch wenn es für uns ungewohnt war: Es hat klasse geschmeckt!
Und ja – wir haben guuuuuut geschlafen! (Verdammte Axt, habe ich einen Muskelkater in den Waden bekommen …)
P.S. Gestern hat Jesko uns ein chinesisches Kartenspiel beigebracht. Ein wenig wie Canasta: Ich liefere hier ein Foto der Karten nach – die leicht erhöhten Ansprüche, die Zahlen zu erkennen, liegen klar auf der Hand …


