BÄM

Hallo ihr wunderschönen Schnecken der erleuchtenden Fackel!

Erst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Das lag daran, dass wir ein langes Wochenende hatten und ich nach dem diesigen eine Erkältung hatte. Die hat das Unterrichten echt unschön gemacht, da auch meine Stimme extrem angeschlagen war. Bei einer 60 Schüler großen Klasse dann versuchen für Ruhe zu sorgen ist echt unglaublich schwierig… Aber Gottseidank ist das jetzt vorbei!

Und auf, auf zum obligatorischem Newsteil, der heute der einzige Teil sein wird!

Vorletzten Donnerstag wurden wir, ganz nach chinesischer Art, spontan zu einem Mountainbikerennen am Wochenende eingeladen. Erst haben wir abgelehnt, da wir das darauffolgende Wochenende schon außerhalb Guanyangs verbringen wollten und wir Pläne hatten. Daraufhin haben die Organisatoren des Rennens uns aber angeboten, dass sie uns von zuhause abholen, 2 Essen spendieren, das Hotel und die Startgebühr zu bezahlen und uns 1A Räder zur Verfügung zu stellen. Anscheinend ist internationale Konkurrenz so viel wert!
Das Angebot konnten wir einfach nicht ablehnen, und so ging es am Wochenende zu dem schönen Gong Cheng, welches ca. 2 Stunden von Guanyang entfernt ist.
Nachdem wir angekommen sind, gab es erst einmal das versprochene Essen und uns wurde das Hotel gezeigt, welches mal eben 4 Sterne hatte. Wir waren kaum in unserem Raum, als es auch schon weiter zu den Fahrrädern ging.
Das Fahrrad was wir dann bekommen haben,  war unglaublich gut. Ich bin noch nie mit einem besserem gefahren! Anyway, danach ging es zu den Organisatoren, wo wir uns feierlich zu dem Rennen anmeldeten. Ganz genau verstanden haben wir die Leute nicht, aber es hieß wir wollten uns die Strecke doch einmal angucken. Da wir unter „mal die Strecke angucken“ sowas verstanden haben wie „wir fahren sie mit dem Bus ab“, waren wir doch ziemlich überrascht, als wir gebeten worden sind, auf unsere Fahrräder zu steigen. Danach sind wir dann kurzerhand die 38 Kilometer lange Strecke in unseren normalen Klamotten und im Schneckentempo von 25 Km/h abgefahren. Und das auch noch am Tag vor dem Rennen!
Die Strecke war jedoch wunderschön, und ich ärgere mich immer noch, dass ich keine Kamera mitgenommen habe! Es ging erst einmal für ca. 8 Km auf die Landstraße, doch da sind wir in die Pampa abgebogen. Es ging also auf Feldwegen durch Plantagen, kleine Dörfer und über Flüsse. Die Landschaft und generell das Gesehene waren einfach unglaublich, da es so idyllisch war! Besonders in Guanxi, dem „State“ in dem ich hier bin, ist die Landschaft für seine Hügel und Schönheit  berühmt.


Ein paar Schwierigkeiten gab es jedoch bei der Strecke: An einer Stelle musste man absteigen und es wurde das Fahrrad für ca. 10 Meter getragen, da die Strecke auf einmal nur noch aus Findlingen bestand und eine Steigung von ca. 30 % hatte. Eine andere, schwierige Passage war eine ca. 50 Meter lange und 4 m. breite Brücke die über einen ca. 30 cm. tiefen Fluss ging, der jedoch leider ungefähr 8 Meter tiefer als die Brücke war. Das Problem  war, dass die Brücke kein Geländer hatte und es an den Seiten gerade runter ging. Als dann bei dem Rennen sogar noch einige Leute überholt haben, wurde einem doch schon ziemlich mulmig…
Dass die Strecke schwierig war musste auch Raphael erfahren, der sich bei dem Probedurchlauf hingelegt hat und die Hand so verletzt hatte, dass er bei dem richtigen Rennen nicht mitmachen konnte.
Das Rennen verlief relativ gut, jedoch tat mir mein Hintern am Ende so dermaßen weh, dass ich absteigen und für kurze Zeit schieben musste. Nach dem Rennen hat mein Allerwertester sogar geblutet! Henning und ich waren aber mit dem Rennen an sich zufrieden, da wir den 52. und 55. Platz gemacht haben und somit fast 40 Chinesen hinter uns gelassen haben. Dafür, dass wir nicht trainiert haben und die Strecke zwei Tage hintereinander gefahren sind, fanden wir das dann doch ganz okay. 🙂

Das Wochenende darauf sind wir dann nach Yangshuo gefahren, da wir ein verlängertes Wochenende hatten. Das kam daher, dass es zentrale Tests an unseren Schulen gab, die alle Schüler machen mussten und die diese den ganzen Tag beschäftigt haben. Sogar meine Winzlinge haben bei diesem Test mitgemacht, was ich ein wenig komisch fand. Andere Länder, andere Sitten.
Leider hatte ich aber trotzdem noch meine Senior Klassen. Diese musste ich also alle verlegen. Dass der einzige Termin, der denen passte aber ausgerechnet an meinem hektischsten Tag war, fand ich nicht so toll. Um das Wochenende dann aber doch noch zu gewährleisten, hab ich in den sauren Apfel gebissen und es durchgezogen: Von 2:30 Uhr bis 9:00 Uhr Unterricht ohne Unterbrechung. Das war auch mindestens genauso anstrengend wie es sich anhört…

Aber ich hatte auch eine unglaublich tolle Erfahrung an diesem Tag: Ein paar meiner Schüler (mit denen ich relativ viel unternehme und die mir unglaublich viel von Guanyang zeigen) wussten, dass ich praktisch den ganzen Tag unterrichtet habe und dass ich kein Abendessen haben würde. Zwischen der dritt- und vorletzten Stunde kamen die beiden zu mir und gaben mir zwei Äpfel mit den Worten „Wir wissen, dass du kein Abendbrot hattest. Viel Erfolg in deinen Stunden“. Auf meinen dahingestammelten Dank antworteten sie nur mit „Kein Problem, dafür sind Freunde ja da!“.
Ich hab mich so glücklich gefühlt, dass ich beinahe angefangen hätte zu weinen.

Das war’s erst mal von mir, der nächste Eintrag sollte aber bald kommen zu dem ich auch unglaublich viele Bilder habe!

Jesko 🙂

 

2 Gedanken zu „BÄM“

  1. Moin, moin Jesko
    liebe Grüße aus der Heimat–ich habe heute deinen letzten Blog gelesen u. finde die Aktivitäten ausgesprochen interessant.Dass du mit deinem Partner 2 Tage hintereinander je 40 Km bei der Wärme u. ungeübt geradelt seid und dann noch bei dem Radrennen 40 Chinesen hinter Euch gelassen habt– alle Achtung ! eine gute Leistung.
    Schön, dass Du die Erkältung überwunden hast und dich jetzt besser fühlst. Hast Du meinen Adventsgruß bekommen ?? Ich habe ihn vor ca. 16 Tagen per Luftpost an dich abgeschickt.
    Es war ein Versuch –wenn die Post nicht ankommt wird es wohl
    schwierig Dir zu Weihnachten einen persönlichen Brief zu schreiben.Mach weiter so mit Deinen Einträgen sie sind toll — auch die Fotos !! Grüße von Renate u. Jürgen

    1. Hallo!

      Nein, den habe ich leider noch nicht bekommen. Ich würde das mit dem schicken von Sachen lieber sein lassen, denn man kann nicht wirklich sicher sein, ob sie ankommen. Auch sind die Sachen meistens so um die 35 Tage unterwegs…

      Danke und schön dass es euch gefällt! 🙂

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