9. Tag – Ausflug in den Dschungel

Bereits in der Nacht hat es geregnet und auch als wir zum Frühstück rübergelaufen sind, hat es gegossen wie aus Kübeln. Wir waren spontan happy, dass wir am Vortag mit dem Motorbike unterwegs gewesen waren – heute wäre das kein Spaß geworden.

Unser Tourguide hat uns mit dem Auto aufgesammelt und wir sind zuerst zu einer Bären-Rettungsstation gefahren (4 Paws). Leider ist es in Vietnam und vielen anderen asiatischen Ländern immer noch so, dass Tierteile als Medizin eingesetzt werden. So auch die Galle von Bären. 45 Bären konnten bereits gerettet werden, über 1000 weitere noch nicht. Leider können diese Tiere nicht mehr ausgewildert werden. Wir haben in die Gehege schauen können und einige Bären gesehen: Das Wetter war aber so garstig, so dass nur Sönke einige eilige Fotos mit dem Handy gemacht hat.

Dann sind wir zu einer weiteren Rettungsstation gefahren, die vom Zoo Leipzig mit unterhalten wird. Dort werden Affen und Schildkröten gerettet und, soweit möglich, wieder ausgewildert. Unser Tourguide hat uns jede Menge über die Tiere und die Stationen erzählt – der hatte wirklich viel Wissen.

Weiter hinein ging es in die Berge: Unser Muskelkater von gestern wurde ignoriert und es ging einige glitschige Stufen zu einer prähistorischen Höhle. Dort hat man Skelette und Werkzeuge von frühen Menschen gefunden, sowei Anzeichen einer ersten Religion.

Mit einer Taschenlampe sind wir hinein – später hat unser Guide sie für ein paar Minuten ausgeschaltet. Immer wieder ein komisches Gefühl, wenn ein viel genutzter Sinn einfach nicht zur Verfügung steht. In der Höhle haben wir neben einem Opfertisch noch einige größere Spinnen gesehen. Sehr vorsichtig sind wir wieder nach unten gekraxelt – erfreulicherweise hat es da mal für ein paar Minuten nicht geregnet.

Immer tiefer fuhren wir in den Dschungel bis wir an eine Station gelangten: Dort haben wir eine kleine Mittagspause gemacht. Just als es wieder zu dröppeln anfing, sind wir zu einem Dschungelwalk aufgebrochen. Dabei haben wir eine fleischfressende Pflanze gesehen und eine Schlange. Ziel war ein sehr hoher Baum, der schon mehrere hundert Jahre alt ist. Der war aber für mich spontan zur Nebensache geworden, weil Blutegel in meine Schuhe krabbeln wollten. Ich kenne das ja schon von den Ameisen in unserem Garten: Die wollen von Sönkes nichts wissen, dafür schreien sie bei mir immer „auf sie mit Gebrüll“! Ein Schelm, wer da an die abschreckende Wirkung von Stinkefüßen denkt …

Rechtzeitig konnte ich die Viecher absammeln: Aber ich war doch erleichtert, als wir wieder am Auto waren. Dann ging es zurück: Das war eine interessante Tour heute.