11. Tag – Angra und Vulkanhöhlen

Es war noch Regen angesagt, mindestens aber bedeckter Himmel. Also haben wir erst einmal das Stadtprogramm gewählt und sind nach Angra hinein gelaufen.

Das ist ein ganz charmantes Städtchen! Kleine Sträßchen mit hübschen Häusern mit kleinen schmiedeeisernen Balkonen. Viele kleine Geschäfte, viel Leben auf der Straße und natürlich viele Kirchen. Dazwischen allerdings auch immer wieder Häuser, die nach dem großen Erdbeben 1980 noch nicht wieder restauriert worden sind und langsam verfallen. Architekten haben sich des Problems angenommen und restaurieren einige dieser Häuser.

Erst sind wir am Hafen entlang und dann in die Stadt hoch. Über einen netten Park sind wir bis auf eine Anhöhe zu einem Denkmal: Von dort hatte man eine wunderbare Aussicht über die Stadt und die beiden Forts. Angra gehört zum Weltkulturerbe: Damit wurde der Rolle Angras als Bindeglied zwischen den Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens und Europa bei der Erforschung der Weltmeere Rechnung getragen.

Nachdem es trocken blieb, haben wir uns die Museen der Stadt lieber für echte Regentage aufgehoben. Wir genossen noch eine kleine Stärkung mit Pasteis de Nata und Kaffee, dann sind wir rüber zum Hotel bzw. Auto. Gemütlich sind wir die westliche Küstenstraße entlang und haben den einen oder anderen Miradouro mitgenommen. Auf einem begrüßten uns keine Bettelkatzen, sondern Bettelhühner: Das hatten wir auch noch nicht…

In den Küstendörfern gibt es viele sehr nette kleine, bunt bemalte Häuschen: Ich mag die besonders, bei denen mit den hiesigen schwarzen Vulkansteinen gebaut wurde.

Fast im Norden angekommen sind wir ins Inselinnere abgebogen und zur Lavaröhre Gruta do Natal. Die gesamten 675 Meter sind nicht zugänglich, aber ein großer Teil davon. Mit Helm steigt man ohne Führung hinab und kann auf zwei Wegen die Röhre erkunden – manchmal wird die Decke ganz schön niedrig. Schon spannend!

Die in der Umgebung liegenden Lavadome Mistérios Negros ragen wie grüne Kegel in der Landschaft empor. Leider lagen sie leicht in Wolken, so dass sie nicht ganz so fotogen waren.

Ein Stückchen weiter gibt es die Furnas do Enxofre: Fumarolen also. Aber weißer Fumarolendampf in weißem Nebel ist leicht schwierig anzusehen. Das Feld haben wir tapfer einmal umrundet und sind zum Tages-Highlight weiter: der Höhle Algar do Carvão.

In die mehr als 2000 Jahre alte und 90 Meter tiefe Höhle steigt man über den Förderschlot des Vulkans hinunter. Von oben werden die mit viel Farnen bewachsenen Wände beleuchtet: Überall tropft es von den Wänden des 45 Meter hohen Schlots – eine tolle Szenerie.

Danach steigt man immer tiefer in die riesige Höhle hinein und gelangt an einen See mit kristallklarem Wasser. Es soll dort eine Spinnenart leben, die sonst nirgends auf der Welt vorkommt: Aber wir haben keine Spinnen gesehen.

Wir sind durchaus ins Schnaufen gekommen, bis wir alle Treppenstufen wieder nach oben genommen hatten – aber das war es auf alle Fälle wert. Prädikat: superklasse!

Mit kurzem Zwischenstopp im Hotel sind wir wieder nach Angra hineingelaufen zu einem Restaurant. Sönke hat dort den wohl besten Thunfisch seines Lebens gegessen. Ich durfte auch probieren: Und kann das absolut bestätigen (meine Nudeln mit Garnelen waren aber auch sehr gut).