An der Nordküste unterwegs

Der erste Blick gen Himmel bestätigte die Vorhersage nicht: Das Wetter sah ganz brauchbar aus. Zum Frühstück sind wir zum Platz der Hauptkirche runter und dort in ein Café. Ein herzhaftes Frühstück ist hier wohl nicht so üblich: Bislang hat uns das Angebot dazu noch nicht so ganz begeistert.

Während des Frühstücks haben wir ausklabüstert, dass wir uns den nördlichen Teil der Insel vornehmen: Die Nord-Süd-Ausdehnung ist nicht besonders groß, da ist man schnell da.

In Capelas gibt es grandiose Aussichtspunkte auf die Küste: Ich bin mal wieder voll auf meine Gischt- und Wellenkosten gekommen. Das waren aber auch Kracher, die da an die Küste gedonnert sind! Auf dem Beitragsbild heute sind oben links die Häuser zu sehen: Da kann man sich die Dimensionen recht gut vorstellen.

Unten im Ort gibt es ein Naturschwimmbecken mit einem Aus- oder Einlass für das Meereswasser. Tatsächlich sind dort Leute geschwommen, während der eine oder andere Brecher in das Becken gerauscht ist – alle Achtung!

Wir sind noch ein Stückchen weiter die Küste entlang und wollten ein Fischerdörfchen anschauen: Das war aber nicht so dolle. An einer Stelle konnte man aber die alten Lavaschichten schön sehen: Ich finde es immer toll, wie Pflanzen auch in solchen Wänden ihr Plätzchen finden. Pflanzen allgemein gedeihen auf diesem vulkanischen Boden supergut.

Und dann hat es doch zu tröpfeln angefangen. In Capelas gibt es ein kleines volkskundliches Museum – das kam uns gerade recht. Und das hatte echt Charme: Man musste an einem gewöhnlichen, ziemlich unscheinbaren Holztor klingeln und wurde hereingelassen. Und dann gab es eine kuriose Sammlung von eigentlich allem. Und nebenbei wurden kunsthandwerkliche Gegenstände hergestellt und vertickert. Wie zum Beispiel kleine Blumen-Bildchen aus Zwiebel- und Knoblauchschalen oder Fischschuppen. Und kleine, bunt bemalte Tonfigürchen, die zu meist zu christlichen Szenerien zusammengestellt wurden.

Dann zeigte das Museum verschiedene Gewerke und Händlergruppen in kleinen Räumchen: Vom Schuster, der Papeterie, Spielwarenladen, Schneiderei, etc. war alles zu finden. Echt witzig.

Nachdem es immer noch regnete als wir herauskamen, sind wir rüber nach Ribeira Grande. Es gibt dort eine sehr bekannte Likörfabrik. Wir sind gerade noch zu einer kleinen Führung dazugestoßen, aber wir haben nicht so alles verstanden. Dafür haben wir lieber Fakten sprechen lassen und ein paar Liköre probiert: Einen Maracuja-Likör zum Beispiel, einen Rum, einen Weinbrand und noch ein Reislikör. Der hat nach flüssigem Milchreis geschmeckt – zu viel des Süßen für mich! Natürlich haben wir noch ein bissel was für die Mitbringsel-Tasche gekauft…

Etwas weiter im Ort gab es noch einen Schoko-Laden: Das war der schokoladigste, süßeste Kuchen, den ich ever gegessen hatte. Boah, ich hatte fast einen Zuckerschock: Meinen Espresso dazu habe ich freiwillig ohne Zucker getrunken.

Nach einer kleinen Runde durch die Gemeinde haben wir unser Sightseeing für heute beendet: Der Himmel wurde ohnehin richtig dunkel. Morgen soll es wieder besser werden und wollen in den westlicheren Inselbereich fahren.