Bevor ich über den heutigen Tag berichte – Thema Internet: Ganz schwierig! Nicht einmal in Myanmar oder Guatemala war das Internet so schlecht. Es war ja auch bis vor Kurzem nicht wirklich gewollt – insofern hinken sie hier ganz ordentlich hinterher. Normale Reisevariante: Im Hostel gibt es das. Hier? Fehlanzeige! Variante 2: Man kauft sich eine Zugangskarte – mehr oder weniger legal – und gesellt sich zu den Myriaden von Leuten auf der Straße, die sich um einen Hotspot scharen. Das haben wir heute gemacht. Wie wohl sicher gut vorstellbar, ist die Datenrate ganz und gar nicht der Burner … Variante 3: man geht in eines der großen teuren Hotels und fragt um Internet an. Das ist die Variante, die wir morgen versuchen werden. Und die wir dann, nebst Variante 2, die darauffolgenden Tage bestimmt nicht haben werden. Insofern – don’t panic, wenn wir die nächsten Tage nichts von uns hören lassen.
Ach ja – und dann hatten wir noch ein Ladeproblem mit dem Pad – wir brauchen eine 220er Spannung, sonst will das dämliche Teil nicht laden und bequemt sich allerhöchstens via Powerbank anzuspringen. Und die läuft einigermaßen heiß … Aber irgendwie bekommen wir die Technik in den Griff.
Zu heute:
Ohne Frühstück – kleiner Kommunikationsfehler – haben wir die Tagesrucksäcke geschultert und sind los. An einem Stand an der Straße haben wir mit einem warmen Schinkenbrötchen etwas Grundlage gelegt. Wir gelangten an einen Bussammelpunkt, aber der Bus, den wir brauchten, der fuhr dort nicht ab. Also sind wir ein Stückchen weitergelaufen in die Richtung, in der die Linie vermutlich fahren müsste. An einer Haltestelle haben wir Leute gefragt und eine Frau hat uns in ein Metrotaxi gesetzt – ein Sammeltaxi für eine festgelegte Route. Die kosten genauso viel wie der Bus. Sehr praktisch zu wissen!
Das Metrotaxi hat uns in Jaimanitas, einem Vorort von Havanna, abgeladen. Dort gibt es Häuser nach Gaudi-Manier. Ein Künstler hat aus Begeisterung über Gaudi angefangen, sein Haus in diesem Stil zu gestalten. Und hat seine Nachbarschaft gleich mit angesteckt, so dass es nun ganz viele quietschebunte, unonventionelle Häuser und Mauergestaltungen gibt. Nachdem wir einigermaßen früh – wofür fehlende Früstücke nicht gut sind – da waren, waren noch recht wenige Besucher da und ich hatte freie Bahn beim Fotografieren.
Nachdem wir das mit dem Linientaxi kapiert hatten, haben wir unser frisch Gelerntes auch gleich für die Rückfahrt wieder angewendet. Zurück in der Stadt sind wir zu einem Park gelaufen, in dem eine John Lennon Figur auf einer Bank sitzt. Der war zwar nie in Kuba, war aber gegen die amerikanische Regierung und den Vietnamkrieg und hat daher an seinem 20. Todestag dieses Denkmal von Fidel Castro persönlich gesetzt bekommen. Was die Beatles in Kuba prompt beliebt machte. Sönke hat sich zu John Lennon auf die Bank gesetzt: Die beiden waren sich einig, dass sie beide ihre Gitarren viel zu lange nicht mehr in der Hand gehabt hatten …
Es war deutlich wärmer heute als die letzten Tage und das ungewohnte viele Laufen merken wir durchaus: Aber irgendwann (mit Päuschen am drittgrößten Friedhof der Welt) kamen wir am Plaza de la Revolución, einem monumentalen Denkmal an. Wir haben die Aussicht vom Turm des Denkmals auf die Stadt genossen – aber alles andere war uns zu wuchtig.
Mit einem Erfrischungszwischenstopp in einer Bar sind wir an einem Platz angelangt, wo wir einen Hotspot hätten nutzen können. Dort lungerten allerdings einige junge Männer ohne Smartphones rum: Da war es mir nicht so geheuer und ich wollte das Pad dort nicht auspacken. Also sind wir zu einem anderen Spot gelaufen. Auf dem Weg dorthin haben wir nicht nur wieder obskur abgestützte Gebäude, sondern im Viertel Callejón de Hamel afrikanische Wandzeichungen und Kunstfiguren in vielen bunten Farben gesehen. Eine ganze Rückfront eines sonst scheußlichen Hochhauses war kunstvoll gestaltet. Toll!
Angelangt am nächsten Hotspot versuchten wir unser Internetglück: Immerhin haben wir unsere ersten beiden Berichte abgesetzt. Wenngleich auch nicht untermalt mit vielen Bildern – alles einfach superzäh! Noch nicht einmal alle Mails konnte ich abfragen, was mich ob meines unbesetzten Büros doch etwas nervös macht – das Leid der one-woman-show…
Wir haben ein nettes Lokal gefunden und uns gestärkt: Als Nachtisch einen 1/2-Liter-Mojito hatten wir noch nie …






Tolle Eindrücke und toller Mojito ;-))
Können wir unser Haus auch wie Gaudi gestalten? Oder Dalí sonst?