Wie geplant sind wir per Bus nach Valladolid gelangt und waren um die Mittagszeit da. Das Zimmmer im Hostel konnten wir noch nicht beziehen, so haben wir die großen Rucksäcke abgestellt und sind losgezogen.
Der Markt hat nur bis zwei Uhr auf, daher sind wir dort zuerst hingegangen. Wir haben ein paar lokale Naschereien erstanden: Einmal Kokos, einmal Erdnüsse und einmal Kürbiskerne in einer süßen Masse drin – ich tippe auf eine Art Baiser. Jedenfalls zuckersüßest – aber ganz lecker. Zudem haben wir Ananasscheiben geholt: Die sind hier soooo gut – meine Lieblingsfrucht hier! Ein Tütchen mit Fruchtscheiben haben wir noch dazugeholt: Wir tippten nach dem ersten Probieren auf Zuckerrübe, die hier gerne mit Limettensaft und Chili verfeinert wird. Chili geht sowieso immer …
Wir haben festgestellt, dass er hier besonders lange läuft und läuft: Der VW-Käfer. Von ganz gepflegt bis Komplettruine (den Rosttod im Straßengraben sterbend) ist alles da.
Die nächste Anlaufstation war ein Cenote mitten in der Stadt: Eine dolinenartiges Einsturzloch, in dem sich Wasser gesammelt hat. Mehr als 1000 Stück gibt auf der Halbinsel Yucatan. Sehr schön sah das aus: Über dem Rand tropfte Wasser 20 Meter ins Wasser- wie tief dann das Wasserloch drunter ist, konnten wir nicht sehen. Aber es sah nach einigen Metern mehr aus. Die Leute nutzen es als kleines Schwimmbad. Früher war es eine Majakultstätte und es verbergen sich noch ganz viele kleine Höhlen hinter der großen Haupthöhle.
Per Kleinbus sind wir dann die 40 Kilometer nach Chichén Itzá rausgefahren: Meine Güte, was ein Almauftrieb! Zig Souvenirstände säumen den Weg von einer Ruine zur nächsten – zumeist gesammelte Scheußlich- und Billigkeiten. Bei stechender Hitze haben wir das Gelände und die Bauten erkundet – ja, schon beeindruckend, aber uns persönlich haben all die anderen Stätten wie Tikal und Copán Ruínas mehr gefallen. Dennoch: Das riesige Ballspielfeld und die Totenkopfwand sind neben der grßen Hauptpyramide echte Highlights. Einer der Souvenirhändler hat selbst geschnitzte Maya- bzw. Aztekenkalender angeboten (die anderen hatten samt und sonders nur industriell gefertigte 08/15-Kalender). Und dort haben wir unser Mitbringsel erstanden, dazu versorgt mit vielen Informationen über den Kalender.
Mir hat es mit der Sonne echt gereicht und wir haben erfreulicherweise sehr bald den Bus zurück nach Valladolid nehmen können. Gar nicht lange darauf ist auch Silja eingetrudelt, so dass wir nun wieder zu dritt sind. Da wir alle reichlich hungrig waren, sind wir in die Stadt gegangen, um zu essen. Auf dem Hauptplatz war gerade eine Tanztruppe zugange: Wir haben nur kurz zugesehen – der Hunger plagte uns. In einer der ältesten Gebäude der Stadt, mit einem sehr schönen Innenhof, haben wir sehr exquisite lokale Spezialitäten gegessen. Es sah gar nicht nach so viel aus – aber hinterher waren wir echt genudelt.
Und nach dem Essen sollst Du ruh’n oder tausend Schritte tun. Letzteres ergab sich fast von selbst. Denn sonntags ist immer öffentlicher Tanz mitten auf der Straße am Hauptplatz. Eine Livekapelle spielt auf und wer mittanzen mag, der schwingt einfach das Tanzbein: Zumeist bei Salsa, Cumbia, Samba oder Chachacha. Nachdem wir in diesen Tänzen nicht so sehr sattelfest sind, sind Sönke und ich irgendwann doch beim Tango gelandet. Ja, klar, unaufällig war das nicht. Silja hat dann doch auch ihre Schlappen ausgezogen und mit ihrem Papa ausgetestet, was noch so alles ging. Es war eine wunderbar fröhliche und ausgelassene Stimmung und auf „otra, otra“ hat die Band noch eins draufgelegt. Aber dann war Schluss und wir sind zugegebenermaßen auch ganz gut geschafft.








