Schön ausgeschlafen haben wir uns auf den Weg gemacht: mit dem Kleinbus an die Grenze – dort konnten wir tatsächlich einfach ohne Formalitäten durchlaufen: nur unser Zettelchen von gestern abgeben und fertig.
Auf der guatemaltekischen Seite wartete schon der Anschluss. Auf der Fahrt durch die Berge konnten wir gleich mehrfach beobachten, wie sich eine Gruppe Geier über irgendein totgefahrenes Tier hergemacht hat. Kommentar vom Ayudante: „Gran Fiesta!“ Mit einmal umsteigen in Chiquimula (wir wundern uns immer wieder, wie unkompliziert einfach das hier immer klappt mit den Öffis) sind wir an unserem Ziel Quiriguá angekommen und haben auf Anhieb ein nettes kleines Hotel gefunden. Da wir gegenüber unserem ursprünglichen Plan 2 Tage voraus sind, haben wir noch ein weiteres UNESCO Welt-Kulturerbe eingeschoben. Mit dem Tuktuk sind wir zu den Maya-Ruinen ca. 5 km außerhalb von Quiriguá.
Diese Anlage ist ähnlich angelegt wie die von Copán gestern, aber viel kleiner. Herausragend (im wahrsten Sinne des Wortes) sind aber einige bis über 10 m hohe Stelen, toll erhalten und wirklich beeindruckend. Bilder gibt es in ein paar Tagen, wenn Silja unser neues Pad mitgebracht hat – versprochen! Zu Ruhm und Ehre kam Quiriguá durch einen Sieg über den großen König „18 Kaninchen“ aus Copán. Die Geschichte hatten wir ja gestern schon gehört.
Die ganze Anlage war schön hergerichtet – komisch, dass hier fast keine Touristen zu sehen waren. Das war uns schon gestern in Copán aufgefallen. Na gut, uns ist es recht…
Den Rückweg ins Dorf haben wir dann zu Fuß gemacht, quer durch Bananenplantagen. Lustig: durch die Plantage führen Seilbahnen. Uns kam plötzlich so ein Vehikel entgegen: am Seil hing nicht viel mehr als ein Motor mit Sitz, auf dem es sich der „Fahrer“ bequem gemacht hatte. Hinter ihm angekoppelt viele viele Bananenstauden.
Vor vielen Jahren lief hier auch einmal die Eisenbahn, die Atlantik und Pazifik verband. Heute zeugen nur noch ein paar verrostete Gleise, ein kaputter Waggon und die verfallenen Reste des Bahnhofs von vergangenen glorreichen Zeiten.
Nachdem wir bislang immer tolles Wetter hatten, sind wir dann auf dem Rückweg in einen kurzen tropischen Regenschauer geraten und mussten uns eine halbe Stunde unterstellen. Man merkt, dass wir langsam an die Karibikküste kommen…

