Über Morales sind wir mit dem Microbus (wieder hat der Anschluss prima geklappt) nach Puerto Barrios gelangt. Im Rucksack die noch leicht feuchte Wäsche, denn gestern ist sie denn doch nicht mehr ganz trocken geworden – wir haben es befürchtet…
Lívingston, unser Ziel, ist nur mit dem Boot zu erreichen und so sind wir von der Busstation Richtung Hafen gelaufen, vorbei an Chiquita, die hier offensichtlich ihre Bananen versandfertig machen. Der Markt ist hier zwischen Chiquita, Dole und DelMonte aufgeteilt.
Wir haben Anleger und Boot gefunden: es fährt immer dann ab, wenn sich 20 Personen gefunden haben, bei uns nach ca. einer halben Stunde. Mit ordentlicher Geschwindigkeit, aber nicht ganz so schlimmen Schlägen wie auf dem Atitlansee sind wir nach Lívingston gefahren worden. Fregattvögel, Pelikane, Kormorane, Möwen und Reiher konnten wir auf der Fahrt entdecken.
Nach etwas ausgiebigerer Hotelsuche als sonst haben wir eine bezahlbare, aber wirklich abgewrackte Unterkunft gefunden – für eine Nacht wird es reichen…
Es war so schwül und wir hatten noch kein Frühstück, so sind wir schnell ins Restaurant nebenan und haben eine super leckere „Tapado“ gegessen : eine Suppe mit Kokosmilch, Bananen, Fisch, Krebs und Gambas. Bis jetzt klar das beste Essen – und keine Tortillas, sondern Kokosbrot, super lecker…
Mit vollstem Magen und in größter Mittagshitze sind wir zu den 7 Altares, 7 Wasserfällen in der Nähe, aufgebrochen, haben aber nach 30 Minuten abgebrochen, weil wir keinen Sonnenschutz mithatten – vernünftige Idee… Derzeit sieht man an vielen Stellen junge Leute mit Sorühflaschen: sie sprayen tolle Bilder auf die Wände: ein Projekt in Zusammenarbeit mit Künstlern. Es soll das Dorf verschönern und die Leute von Graffiti abhalten – schöne Aktion!
Über den als sehenswert beschriebenen Friedhof (naja…) sind wir zurück zum Restaurant und haben uns erstmal mit ein paar Drinks abgekühlt.
Anschließend haben wir die Tickets für die Bootsfahrt morgen geholt und dann einen neuen Anlauf genommen: das Tuktuk hat uns bei einer Flussmündung abgeladen. Ey, wenn Sönke will, denn will er… Wir sind losgestürmt über die Hängebrücke, dann immer am Strand entlang. An einer Stelle ist ein Bach ins Meer geflossen: Sönke volle Granate mit seinen Schuhen und Socken durch. Nö, also tagelang nasse Botten muss ich nicht haben – also Socken und Schuhe aus und durchgewatet. Und weitergehechelt, denn vor Sonnenuntergang wollten wir wieder zurück sein. Es war auch egal, dass diese Wasserfälle, bei denen man auch baden kann, eigentlich schon geschlossen hatten: mein Schatz preschte nach dem 35-Minuten-Walk am Stand durch den Wald, während ich meine Schuhe wieder an die Füße brachte. Als ich ihn wieder erreichte, war er gerade dabei, den in der Hängematte liegenden, Fernsehen schauenden Hüter der Wasserfälle davon zu überzeugen, dass wir doch nochmals schnell schauen durften. Es wurde mit einem gnädigen Wink aus der Hängematte bewilligt – aber nur 5 Minuten!
Okay. Die Wasserfälle waren halt kleine Wasserfälle. Die Dinger haben mich nicht so wirklich vom Hocker gehauen. Durch den Wald also wieder zurück an den Strand: verdammte Axt, da bin ich kurz vor dem Strand in so eine verflixte verdeckte Pfütze getappt – mein rechter Schuh also klatschnass! Einmal kurz das schlimme Sch….-Wort gebrüllt und geäußert, dass dieser Ausflug echt eine Sch…-Idee gewesen ist. Danach war wieder gut und wir sind 40 Minuten zurück gestürmt und waren vor Sonnenuntergang tatsächlich wieder an der Hängebrücke. Tuktuk zurück und Bier hatten wir uns redlich verdient!