








Ohne Wanderstiefel wäre das keine gute Tour geworden. Trotz tief hängender Wolken sind wir zu einer Wanderung aufgebrochen. Von Remédios aus sind wir losgestiefelt, zunächst noch ganz locker eben, dann ging es bergauf, noch über einen anständigen Weg. Nachdem der Kreislauf so langsam in Schwung war, sind wir auf einem Pfad über eine Weide eingebogen und haben das erste kleine Aquädukt überquert. Die nächste kleine Schikane war eine V-förmige Treppe über ein kleines Tälchen.
Kurz darauf erreichten wir den ersten Tunnel mit 72 Metern Länge. Der Eingang sah fast hobbitmäßig aus. Stockduster und nicht mannshoch. Mutig haben wir die Taschenlampe am Handy angemacht und sind in die Dunkelheit hinein. Ab und an schrappte der Rucksack an der Tunneldecke entlang. Aber dann haben wir das Ende gesehen: Zuvor wurde die Tunneldecke aber noch tiefer. Wir waren froh, als wir draußen endlich wieder gerade stehen konnten.
Dann ging es durch den Wald: Leider wurde es von oben immer nasser. Aber Sönke war es egal: Ob von innen oder oben nass, spielte für ihn keine Rolle. Kurz darauf erreichten wir das nächste Aquädukt: Wir haben es durch ein Minitunnelchen an der rechten Seite unterquert – der Rückweg sollte uns darüber führen.
Der nächste Tunnel war einfach zu passieren, über den kleinen Bach danach konnten wir auch einfach drüber. Danach erwartete uns unser Ziel: Das Höllenfenster. Ein großes schwarzes Loch in einer Felswand aus der ein kleines Rinnsal sabbert. Sah schon cool aus, aber Hölle und Wasser?
Obwohl, Wasser und Dreck, sprich Matsche, kann das wandern doch leicht zur Hölle machen. Noch konnten wir die Matschstellen auf dem Weg gut mit unseren Schuhen parieren. Über zwei Aquädukte und einem weiteren dunklen, niedrigen Tunnel gelangten wir auf eine Weide. Dort haben wir ein wenig nach dem Wanderwegzeichen gesucht: Das war schon ein großes Gematsche, bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren.
Auf dem geteerten Weg mussten wir anschließend Kuhshit-Slalom betreiben. Dann hätten wir auch auf der Straße zum Auto zurückgehen können. Der Wanderweg führte parallel dazu: Weniger Autos, das ist doch gut, dachten wir. Aber der Weg wurde echt fies! Erst wurde er immer schmaler, dann immer steiler und obendrauf immer glitschiger. Endlich Straße, endlich bei den Häusern dachten wir. Und dann ging die Straße lange steil nach unten: Halleluja, das ist was für die Knie! Unten angekommen ging es links und gleich nochmal links: Wieder steil nach oben. Ej, das musste jetzt noch zum Schluss sein, oder???
Allem zum Trotz: Es war eine spannende, abwechslungsreiche Wanderung in toller Landschaft!
Ganz gut geschafft sind wir erst mal ins Hotel zurück: Die heiße Dusche hat echt gut getan. Nach etwas Berappelzeit haben wir uns dazu aufgerafft, noch das am Montag verpasste Museum zu besuchen. Ich mach es kurz: Da waren ein Haufen durchaus interessanter Dinge zusammengetragen, aber einfach in Vitrinen gepackt, so dass man eigentlich wenig mitnehmen konnte. Schade, könnte man mehr draus machen.
Ganz spontan haben wir nochmals das Auto geschnappt und sind an der südlichen Küstenstraße Richtung Westen gefahren. Der Leuchtturm sollte dort ganz schön sein. Nun, der Burner war der nicht, aber wir sind noch zu einer Stelle gefahren, wo es heiße Quellen im Meer geben sollte.
Eine supersteile Straße mussten wir zum Meer runterfahren: Wir haben echt überlegt, ob wir das machen sollen. Unten aber war es toll: Richtig schwarzes, scharfkantiges Lavagestein, gegen das die Brandung prallte. Tolle Farbkombi. Und dann gibt es dort ein Meeresbadebecken mit heißen Unterwasserquellen: Was eine Mega-Badelocation! Aber es war zu spät und wir hatten auch keine Badesachen dabei. So sind wir wieder zurück und haben unser Kaloriendefizit adäquat wieder aufgefüllt.