Als wir heute morgen auf der Suche nach einem Frühstücksstand waren, sind wir direkt in einen Markt gestolpert. Da war mal richtig Trubel – ein Ameisenhaufen ist nichts dagegen. Eng an eng die Stände in den engen Gassen, die Mopedfahrer fahren trotzdem durch. Es wurde alles feil geboten und einige Dinge hat man schon von Weitem gerochen: Angenehm, wenn es um Gewürze geht, bei Fisch oder Stinketofu weniger… Eigentlich wäre ich gerne noch länger durch den Markt gestrolcht, aber wir hatten ja noch ein bissel was vor.
Wir haben außerhalb des Marktes einen Stand mit Pfannkuchen gefunden und uns mit unserem Frühstück an einen Park gesetzt. Wir hatten schon Spaß, die Leute bei Gymnastik, Kung Fu-Schwertübungen oder Versteckeln-Spielen mit dem Enkelkind zu beobachten. Aber wir wollten uns wieder mit Jesko und seiner Family an dem Rainbow-Village treffen. Also haben wir uns ein Taxi herangewunken und waren dann auch sehr rechtzeitig am Treffpunkt. So rechtzeitig, dass wir noch einen kleinen Tempel die Straße runter angeschaut haben.
Als Jesko mit seiner Gastfamilie ankam, haben wir uns das Rainbow Village angesehen: Ein ehemaliger Kuomintang-Veteran hat eine zweite „Karriere“ als Maler gestartet und damit ein ganzes Stadtviertel vor dem Abriss gerettet. Er hat mit vielen bunten Malereien Häuser verziert und damit Hoffnung und Zuversicht gesät. Er ist heute 94 und malt immer noch.
Danach sind wir auf eigene Faust mit Jesko nach Changhua gefahren: Dort gibt es einen der größten Buddhas Asiens (22 Meter hoch) zu sehen. Das ist schon ordentlich hoch und beeindruckend. In den Buddha kann man hineingehen und innendrin sind kleine Szenen und Geschichten aus dem Leben Buddhas dargestellt. Danach haben wir erst mal eine kleine Pause gemacht und von der lokalen Kuchenspezialität probiert, die wir von Jeskos Gasteltern geschenkt bekommen haben: Sehr leckerer Ananaskuchen!
Weiter sind wir zu einem Tempel – das ist sicherlich einer der skurrilsten Tempel der Welt! Wenn man Kindern mal zeigen möchte, was so mit einem passiert, wenn man nicht brav ist, dann kommt man hierher. Von außen sieht man es dem Tempel nicht an, er hat auch einen ganz normalen Betraum, aber in den Stockwerken darüber ist es aufgemacht, wie eine Geisterbahn. Man geht zu Fuß durch und bekommt von animierten Geisterbahnfiguren das Schlechte der Welt gezeigt. Unglaublich: Entweder kommen die Kinder dort geheilt oder geschockt für’s Leben wieder raus …
Eigentlich wäre das genug für einen Tag gewesen, aber wir hatten noch etwas vor: Daher sind wir mit Bahn und Bus zu Jeskos Gastfamilie gefahren, mit ihnen zu einer Shuttle-Busstation gelaufen und haben dann den Bus zum Laternenfest genommen. Nach einer 3/4-Stunde waren wir da und haben uns durch Kieler-Woche-Menschenmassen gedrückt. Zuerst haben wir uns durch eine Fressmeile geschmaust: Wir hatten auch echt Hunger. Und wir haben Stinketofu probiert. Keine Ahnung, was die mit dem Tofu machen, aber stinkt erbärmlich – sollte aber angeblich klar besser schmecken als er riecht. Unser Fazit: Es gibt echt Schlimmeres, aber unsere Leibspeise wird das nicht.
Und dann haben wir die vielen riesigen Leuchtfiguren und Lichtspiele bzw.-installationen angesehen: Einfach nur schön und richtig aufwändig gemacht. Einige Figuren waren animiert und wurden in artistische Aufführungen mit einbezogen. Wir haben einfach nur gestaunt und das ganze Spektakel bewundert!
Von Jesko und seiner Familie haben wir uns dann verabschiedet und sind mit dem Zug zum Hotel zurück. Dabei konnten wir einmal mehr die Disziplin der Menschen hier und die wirklich perfekte Organisation der Menschenmassen konstatieren. Aber wir waren mächtig froh, als wir dann endlich die Füße im Hotel hochlegen konnten und dann noch einen Schlummertrunk im Hotel genommen haben: Was ein Knallertag!








