Unser Frühstück haben wir ganz spontan bekommen: Auf dem Weg zu einem Tour-Büro sind wir an einem Straßenstand vorbeigekommen. Das sah gut aus: Spaghetti und Omelette für mich, Sönke hatte noch eine Wurst und Bohnen dazu. Und nebenher haben wir uns noch ganz nett mit den Leuten unterhalten (aaah – Alemania!), die dort ebenso gefrühstückt haben.
Das Tour-Büro hatte zwar den Rolladen oben, aber es war keiner da. Nach 20 Minuten warten hatten wir keine Lust mehr und sind noch zu einem weiteren Büro marschiert. Aber das hatte nicht die Tour, die wir gerne gebucht hätten. Um nicht weiter Zeit zu verlieren, sind wir in den Camionetta (Bus) nach Zunil gehüpft. Auf halber Strecke hielt er etwas länger und ganz viele Frauen in ihren traditioellen Kleidern sind eingestiegen. Einige Frauen mit ihren Kindern auf den Rücken gebunden: Das sieht immer so nett aus! Überhaupt die Kinder schauen uns immer ganz schüchtern an.Wir müssen ihnen ja auch wie Gulliver persönlich vorkommen, denn die Leute hier sind wirklich klein – selbst meine Mama wäre hier noch lang 😉
In Zunil angekommen, haben wir die Dienste eines Tuktuk-Fahrers in Anspruch genommen, der uns zum best angezogensten San Simón (oder auch Maximón) gebracht hat. Das ist so skurril! Die Puppe hatte dieses Mal noch Arme und Beine und war mit Stiefeln, Anzug, Hut und Sonnenbrille schon sehr extravagant gekleidet. Und er qualmte unaufhörlich (schlimer als Helmut Schmidt) und ist dem Alkohol mehr als zugetan. Als wir kamen, waren gerade zwei Frauen am bitten und beten und streichelten ihn unaufhörlich. Als sie fertig waren, kam der Schamane, kippte den ganzen Stuhl etwas an und San Simón wurde eine ganzer kompletter Flachmann eingeflöst! (Wir haben gelesen, dass innendrin ein Tank ist, der den ganz Alkohol wieder aufsammelt. – Aber gluckern tut es nett …). Einfach Hammer!
Unser Fahrer hat uns noch zur Kirche gebracht, die eine ganz gelbe Fassade hat. Innen standen auch schon die Figuren für Prozessionen bereit. Nun gut.
Aah und dann haben wir es uns gutgehen lassen: Wir fuhren noch ein ganzes Stück weiter ins Tal hinein zu heißen Quellen. Guatemala ist mit Vulkanen reich gesegnet – teils auch noch recht aktiv. An dieser Stelle kam kochendheißes Wasser aus dem Stein getröpfelt und in einem Bassin konnte man wunderbar darin baden – und das haben wir auch gemacht. Der Blick schweifte immer nach oben an den Hang über der Badestelle – wild bewachsen mit Farnen sah das sehr schön aus.
Danach haben wir uns mit einem Maiskolben gestärkt und sind wieder von unserem Fahrer eingesammelt worden. Er zeigte uns noch zwei kleine Tierchen am Wegesrand, er sagte auch den Namen, aber ich weiß ihn einfach nicht mehr.
An einer Stelle hielt er auf mein Bitten hin an: Neben dem schönen Ausblick, den ich eigentlich fotografieren wollte, war das aber auch eine Stelle, an der Schwefeldämpfe aus dem Boden stiegen und Kristalle formten.
Zurück in Xela haben wir uns nach einem kurzen Hotelstopp auf den Weg zu drei Museen gemacht. In einem alten Bahnhofsgebäude waren nun drei Museen untergebracht. Ein Eisenbahmuseum, ein Kunstmuseum und ein Museum über traditionelle Gewänder.
Im Eisenbahnmuseum haben wir erfahren, dass Deutsche (Krupp und AEG) hier ein Kraftwerk- und Eisenbahnprojekt auf die Beine gestellt haben. Die Bahn ist auch ganze drei Jahre gefahren, bis ein Erdbeben Gleise und Waggons zerstört hat. Ein Wiederaufbau scheiterte aus politischen Gründen. War ganz interessant.
Den künstlerischen Teil haben wir im Vorbeigehen abgehakt und sind in das dritte Museum: Ohjeh, die gute Frau hatte zwei Opfer gefunden! Es war schon wirklich interessant, was sie uns erzählt und gezeigt hat, aber etwas weniger üppig hätte es doch sein dürfen … Eines aber finde ich wirklich bemerkenswert: Die Farben, Formen und Motive sind schon uralt – und immer noch tragen viele Menschen hier genau diese Gewänder ganz selbstverständlich – Jeans und T-Shirts oder andere Moden hin oder her.
Zu guter Letzt haben wir auch noch ein Restaurant gefunden – das hat uns aber keineswegs vom Hocker gerissen.








