21. Tag – Tikal und Ankunft in Belize


Sehr früh hat heute der Wecker geklingelt – um 4 Uhr morgens! Eine halbe Stunde später standen wir Rucksäcke bei Fuß abholbereit vor dem Hotel. Der Kleinbus kam und brachte uns nach Tikal. Unsere großen Rucksäcke konnten wir deponieren und sind in der kühlen Morgenluft losmarschiert. Es gibt zu mehreren Tageszeiten Transfers nach Tikal: Um 3 Uhr für den Sonnenaufgang (okay, wir haben den 21. März, also Tag- und Nachtgleiche, da geht die Sonne über einem ganz bestimmten Tempel auf), dann unserer um 4:30 Uhr und weitere im 1 1/2 Stundentakt. Zu unserer Zeit war fast nichts los, Tiere spazierten noch durch den Park (ein großes Nagetier, Aras, Spidermonkeys, Brüllaffen, Spechte, Tukan, Papageien) und das Licht war klasse.

Es ist ein ganz schön großes Gelände mit vielen Tempeln und Gebäuden: Und so liefen wir durch den Park, kletterten über die hohen Stufen der Tempel und staunten über immer wieder neue Ausblicke. Das ist schon beeindruckend, was dort in rund tausend Jahren gebaut worden ist: Insbesondere die Gran Plaza mit zwei „Akropolissen“ (Akropolen?) und den Tempeln I (Gran Jaguar) und II. Vorbei an weiteren Tempeln gealngten wir an Tempel IV (zweiköpfiger Schlangentempel). Wir stiegen die ca. 70 Meter hinauf: Grandios über den Urwald zu blicken und dazwischen ragten die Tempelspitzen aus den Bäumen.

Einige der Gebäude werden freigelegt (was der Wald halt so freigibt) und teils restauriert. An einem Haus durften wir, nachdem wir neugierig genug geschaut hatten, sogar auf das Gerüst klettern und ein Gebäude betrachten, was gerade „in der Mache“ war. Sönke kam mit einem Archäologen ins Gespräch, der uns die Bauweise der Mauern erklärte – voll interessant.

Nachdem wir 5 Stunden durch Tikal marschiert waren, wurden die Füße langsam lahm und die Eindrücke waren noch lange nicht alle verarbeitet. Zudem machte sich das fehlende Frühstück bei uns Mädels in grummelnden Mägen bemerkbar. Wir beschlossen, das 11:00-Shuttle zurück zu nehmen. Auf dem Weg zum Eingang kamen uns schon die Touristenhorden aus der 10:00-Fuhre entgegen – gut, dass wir den frühen Bus genommen hatten, das war alles noch schön leer. Im Shuttle wurde es ein wenig eng, aber das kannten wir ja schon. Wunschgemäß ließ uns der Fahrer in El Remate an der Kreuzung Richtung Grenze raus, wo wir dann auf einen Bus warteten. Aber schon nach kurzer Zeit hielt ein Taxi an und bot an, uns zum selben Preis hinzufahren. Das haben wir natürlich gern angenommen und sind so sehr flott und mit viel Platz direkt an den Grenzübergang chauffiert worden. Die Ausreise ging flott (und anderes als im Reiseführer beschrieben ohe Gebühren), ebenso die Einreise nach Belize. Unsere restlichen guatemaltekischen Quetzales noch schnell in Belize-Dollar getauscht und fertig waren wir.

Am Ausgang warteten dann schon die Taxifahrer, insofern konnte es direkt weitergehen. Der Fahrer bot uns an, direkt nach Hopkins an die Küste zu fahren: Nach kurzer Familienkonferenz haben wir das Angebot angenommen: Zwar wäre der Bus günstiger gewesen, aber so haben wir mehr Zeit für Belize gewonnen – und das war uns wichtiger, uns bleibt ja nur noch eine kostbare Woche. Sönke sabbelte fast die ganze Fahrt mit dem Fahrer, der aus Guatemala stammte und froh war, mal einen spanisch sprechenden Fahrgast zu haben. Denn in Belize wird üblicherweise englisch gesprochen. Und auf den Banknoten ist die englische Queen…

In Hopkins verteilten wir uns auf zwei Häuser: Sönke und ich ins Guesthouse, Silja ins Hostel gegenüber. Wir wollten noch Geld vom Automaten holen, aber unsere Kreditkarten wurden samt und sonders abgelehnt. In einem chinesischen (ja, die gibt es hier …) Supermarkt konnten wir aber über Cashback wieder „flüssig“ werden. Und endlich konnten wir am Strand wirklich lecker essen gehen: Da kam echtes Karibikfeeling auf.

Aber der Tag war ja noch nicht zu Ende: Kurz vor Sonnenuntergang wurden wir zu einer Tour abgeholt. In einem kleinen Boot schippertern wir durch Brackwasserarme, die mit Mangroven gesäumt waren. Wir erhielten starke Handlampen und leuchteten damit das Ufer ab. Wenn Augen aufleuchteten, fuhr der Kapitän näher heran: Meistens tauchten die Krokodile dann ab, aber so ein paar „Oschis“ haben wir doch gesehen. Im Dunkeln sind wir zurück: Über uns leuchtete die Milchstraße wunderschön. Dann bogen wir in einen ganz schmalen Seitenarm ab, der zu einer Lagune führte. Es war phantastisch: Wenn man mit der Hand ins Wasser griff, dann leuchteten Algen wie kleine Glitzersternchen auf – Biolumineszenz. Unsere Tourführerin stampfte auf das Boot und Fische flitzen davon: Wir sahen aber nur deren Leuchtspur im Wasser. Silja hatte Badeklamotten dabei uns durfte ins Wasser: Jede ihrer Schwimmbewegungen löste Glitzerschauer aus. Und ich malte mit der Hand „eine kleine zweite Milchstraße“ ins Wasser. Das war ein absolut unvergessliches Erlebnis: Leider konnte ich keine Bilder davon machen – zu wenig Licht für meine Kamera.

Todmüde, aber mit wunderschönen Bildern im Kopf sind wir in die Betten gekippt.