Zum letzten Mal haben wir unsere Siebensachen in den Rucksäcken verstaut. Damit wir den Tag noch nutzen können, haben wir nochmals ein Auto gemietet und wollten den Yangmingshan Nationalpark nochmals besuchen. Versuch Nummer eins war ja zu Beginn an strömendem Regen gescheitert. Und auch dieses Mal wurden wir wieder ausgebremst: Für unsere eigentlich Fahrtroute hätten wir eine Genehmigung haben müssen. Wir nehmen an, dass es irgendwo ein Fest gegeben hat oder die Strecke für Radfahrer gesperrt worden ist. Es waren unglaublich viele Rennradfahrer unterwegs, die die Berge hinaufquälten. Nun, auch wir quälten uns, denn wir mussten einen ziemlich kurvigen Umweg fahren ohne Tanke in Sicht. Und die Nadel zitterte sich gegen E wie Empty. Endlich in einem etwas größeren Ort angekommen, fragte Sönke direkt einen Polizisten nach einer Tankstelle: Oha, wenn Sönke schon jemanden fragt, dann brennt die Hölle aber richtig! Wir hatten Glück, ein paar hundert Meter weiter konnten wir endlich tanken. Auf den Schreck hin haben wir das Auto geparkt und erst mal gefrühstückt: Ein letztes Pfannkuchenfrühstück aus der Garküche … (Jesko: Wir haben wieder an der gleichen Stelle gefrühstückt).
Dann haben wir den Plan von vor knapp drei Wochen gezückt: Als Erstes haben wir uns einen Berghang angesehen, aus dem heiße schwefelige Dämpfe treten. Schon auf dem Parkplatz hörte man das Getöse: Da war ordentlich Druck auf dem Kessel. Man konnte auch schön die gelben Schwefelausblühungen sehen. An einer Stelle blubberte es in einer Pfütze. Die Dampfschwaden zogen den Berghang hinauf: Das war beeindruckend.
Wir sind weitergefahren zu einer anderen Stelle und sind zu einem Waldsee hochgelaufen, wo man besondere Pflanzen und Tiere hätte sehen können. Taiwaner beim Wandern sind nicht gerade leise, manche haben sogar noch Musik dabei: Insofern war nichts mit besonderen Tieren. Wir sind wieder runter zum Parkplatz und wollten noch einen Teich mit heißem Wasser ansehen, aber der Almauftrieb war uns zu dolle…
Unsere Tour ging zur Pazifikküste rüber zum „goldenen Wasserfall“ – der Name rührt von alten Goldgräberzeiten her. Der Fall ist nicht so besonders groß, aber nett anzusehen. Der Fluss mündet kurz danach ins Meer und bildet durch die Strömung mit seinem hellen Wasser und dem dunkleren Meerwasser das Ying-und-Yang-Zeichen. Ein beliebter Hintergrund für Hochzeitsfotos offensichtlich.
Wasserfall Nummer Zwei war ein ordentlicher Wasserfall. Er ist bei Shihfen – von dort aus werden auch gerne die chinesischen Wunschlaternen losgeschickt. So hübsch sie sind, aber die ganze Umgebung ist voll mit abgestürzten Laternen. Zum Wasserfall hin mussten wir über zwei Hängebrücken: Aber das waren große stabile und keine kleinen schön wackeligen … An den Fressständen neben dem Fall hatte Kirsten tatsächlich noch die Gelegenheit Kokossaft zu trinken.
Über eine sehr kurvige Bergstraße, die immer wieder von Teeplantagen gesäumt war, und den Highway sind wir wieder nach Taipeh zurück. Sönkes Karte für das Handy lief aus und wir wollten nicht ohne Navi durch die Stadt irren. Die Abgabe des Autos an der Main Station war wieder unkompliziert. Dort haben wir haben die Rücksäcke in Schließfächer gepackt und sind ein letztes Mal auf einen Nachtmarkt. Unsere lieblings gefüllten Teigtaschen mussten unbedingt nochmals sein und sonst noch ein paar Leckereien. Pappsatt haben wir uns in die Bahn gesetzt, die Rucksäcke wieder eingesammelt und nun sitzen wir am Airport und warten auf den Flieger.
Einige Besonderheiten, die ich noch nicht erwähnt hatte:
Müll wird hier anders eingesammelt als bei uns. Das Müllauto fährt bestimmte Routen ab und jeder schmeißt seinen Müllbeutel selbst in die Kippe. Die Routen und Zeiten kann man über eine App erfahren. Und zudem spielt das Auto ziemlich laut eine Melodie („Für Elise“ zum Beispiel). Wir haben es vermisst, wenn wir es nicht mindestens einmal am Tag gehört haben.
Toll finde ich, dass es in Zügen und auch sonst an vielen Stellen extra Räume für stillende Mütter gibt.
Und ganz besonders schön ist die Freundlichkeit der Menschen hier: Das habe ich bereits in einigen Berichten schon erzählt.
Kirstens Highlight der Reise: Als Asienerstbesucher war neben den „normalen Highlights“ insbesondere die Wuseligkeit in den Städten, die Buntheit und andersartige Vielfalt interessant, aber vor allem die Natur beeindruckend.
Sönke fand die Taroko-Schlucht mit am Schönsten und war überrascht, dass alles so gut ausgeschildert und leicht zu finden war.
Und meines? Die Entspannheit der Leute.








