Eigentlich wollten wir uns eine sehr tiefe Cenote (also eine mit Wasser gefüllte Doline) anschauen: Allerdings war sie sehr klein und bis oben hin mit Wasser gefüllt – also eher unspektakulär zum Ansehen. Daher haben wir kurzerhand an einer Bude mit Tauchausrüstung gefragt, ob wir tauchen könnten. Sönke hat ja eine Tauchlizenz, ich aber nicht. Und so bin ich zu meinem ersten Tauchgang gekommen.
Erst habe ich eine theoretische Einweisung bekommen: Der Tauchlehrer hat es auf spanisch erklärt und Sönke hat es mir übersetzt. Dann rein in den Neopren, Gewichtsgürtel und die Tauchweste mit der Flasche aufgeschnallt. Über die Straße rüber und rein ins Wasser. Leider habe ich mir beim Einstieg kurz meinen kleinen Zeh ausgekugelt und wieder reingekugelt: Ungeschicktes Fleisch halt … Egal – Flossen an, Brille auf, Mundstück rein. Das, was wir kurz vorher besprochen haben, haben wir dann noch im flachen Wasser geübt. Nachdem ich das brav hingebracht habe, sind wir losgetaucht.
Es ist, noch viel mehr als beim Schnorcheln, eine wunderbare Zauberwelt, die sich einem aufmacht: So viele filigrane Korallen mit wunderschönen Mustern und zwischendrin viele bunte Fische (unter anderem Papageienfische und Hornhechte). Auf einmal spürte ich Druck auf den Ohren und habe mal nach oben gesehen: Uih, ganz schön viel Wasser über mir – Sönke sagte später, dass wir 8 Meter tief waren. Okay, klar, Druckausgleich: Boah, war das laut unter Wasser.
Unser Tauchlehrer warf einen Stein in eine kleine Höhle: Ein Fisch mit ganz vielen Stacheln bewegte sich daraufhin – aber ich weiß nicht, wie er heißt. Einmal berührte der Tauchlehrer eine Koralle und wupps zog sie sich zusammen. Und ich sollte auch eine Koralle berühren: Schlurp, hat sie voll an meiner Hand gesaugt – ich habe sie schnell zurückgezogen, das war mir nicht so ganz geheuer! Zum Schluss haben wir noch einen ganzen Schwarm an blauen Fischen gesehen – Elke im Glück!
An Land zurück haben wir unsere Ausrüstung wieder abgegeben und sind zur Cenote rüber – aber das war auch Salzwasser, insofern konnten wir uns nicht abspülen. Gut, dann wieder zum Meer und ich habe mir nochmals einen Schnorchel ausgeliehen und bin noch etwas im flacheren Wasser über die Korallen geschwommen – schließlich hatten wir Zeit, bis der Bus kommen sollte. Das Wasser ist so klar und leuchtet richtig in den schönsten Blautönen.
Allerdings wurde es Sönke denn doch zu langweilig und wir haben statt des Busses ein Taxi genommen. Der Fahrer schenkte mir ein Palm-Origami, welches es selbst gefertigt hat: Eine Blüte mit einer Grille und einem Kolibri. Wie soll ich dieses filigrane Gebilde den heil nach Hause bekommen?
Im Casa zurück habe ich meinen Zeh erst mal etwas mt einer Bierdose gekühlt: So dämlich …








