Nächste Runde Rom


Wieder haben wir uns mit Oliver an der U-Bahn-Station getroffen und haben unsere Tour an der Piazza del Populo begonnen. Mit dem Obelisken in der Mitte und den beiden Zwillingskirchen ergibt sich ein Bild, bei dem man tatsächlich zweimal hinschauen muss. An Silvester wird dort wohl richtig Party gemacht. Wir sind die paar Treppen zum Pincio-Park hochgestiegen: Ein fantastischer Blick über die Stadt und den Vatikan. Der Park ist recht romantisch (insbesondere wohl bei Sonnenuntergang): Das haben neben den Verliebten auch die Rosenverkäufer gemerkt, die mitunter sehr lästig werden können. In dem Park gibt es noch eine Wasseruhr, deren Takt mit Hilfe von Wasserwippen vorgegeben wird.

Wir hätten noch zur Villa Borghese durch den Park laufen können, sind aber durch kleine Künstlergassen zur spanischen Treppe gelaufen. Die hätte ich mir toller vorgestellt, aber das kann daran liegen, dass die Kirche am oberen Ende renovierungstechnisch verhüllt war. Der ebenfalls verhüllte Obelisk hat eine lustige Geschichte: Er ist quasi blanko aufgestellt worden und erst nachträglich irgendwann in der Antike durch einen Römer mit Schriftzeichen versehen worden. Da er aber leider kein ägyptisch konnte, ist der Text des Obelisken völlig sinnfrei: Ich behaupte, dass das der erste „Iore ipsum“-Text war!
Der Brunnen in Form eines Schiffes am Fuße der Treppe ist wieder einmal von Bernini – aber dieses Mal der Papa Bernini: Der hatte die Idee dazu, als nach einer Tiberüberschwemmung ein hierher geschwemmtes Boot liegen geblieben war.

In der Via Condotti, die auf unserem Weg lag, sind die Läden angesiedelt, die keine Preisschilder in den Schaufenstern haben – wie gut, dass mir eigentlich davon ziemlich wenig gefallen hat und unsere Reisekasse daher kein Riesenloch bekommen hat …

An der Piazza Colonna steht die Marc-Aurel-Säule: Wieder eine gespindelte Darstellung der Kriegszüge gegen die Germanen. Gerne würde ich das mal am Stück in einer Linie sehen, das wäre bestimmt interessant, aber so sind die Darstellungen in bis zu 42m Höhe einfach schlecht zu sehen.

Der Trevi-Brunnen lag gleich um die Ecke: Leider wird er gerade gründlich renoviert. Daher konnten wir nur auf einem Steg an dem eingerüsteten Brunnen vorbeidefilieren. Trotz Verbots (die Arbeiter könnten davon getroffen werden) wurden Münzen in den trockenen Brunnen geworfen.

Silvia haben wir dann auf der Piazza Venezia getroffen: Sie musste vormittags schon wieder arbeiten und ist daher erst später zu uns gestoßen. Zusammen sind wir zum Largo di Torre Argentina gelaufen: Manche behaupten, dass hier Julius Cäsar ermordet worden ist, das ist aber umstritten. In den Ruinen, die hier ausgebuddelt werden, lebt eine Katzenkolonie, die ehrenamtlich betreut wird.

Von dort aus sind wir zum Campo de Fiori gegangen. Um die Statue des bei lebendigem Leibe verbrannten Ketzers Giordano Bruno (war mal Mönch und hat dem Unfehlbarkeitsanspruch der Kirche widersprochen) brodelt das Leben. Marktstände mit frischem Gemüse (es ist Artischockenzeit), Likören, Kräutern, Klamotten sind dankbare Motive für meine Kamera. Ein kurzer Abstecher zu einem ausnehmend malerischen Hinterhof (Postkartenmotiv!), dann eine kleine Wegzehrung mit einer Pizza bianca (gefüllter Pizzateig – ich fand das richtig lecker!).

Die Wegzehrung musste nicht lange halten, weil wir gleich darauf im Judenviertel in ein Restaurant eingekehrt sind und natürlich die Artischockenzeit ausgenutzt haben. Schwankend zwischen „neuer Energie“ und „Verdauungsschwere“ sind wir am Teatro Marcello und der „Schreibmaschine“ (Monumento a Vittorio Emanuele II. – Einigungsdenkmal) vorbei zum Forum Romanum marschiert.

Das Forum Romanum und der Pallatin-Hügel: Das ist einfach wieder so eine Geschichte, wo man aus dem „Whow“-sagen nicht mehr herauskommt – ein Riesengelände. Wir haben uns erst den Palatin-Hügel, den ältesten Teil Roms (von Romulus gegründet) vorgenommen. Von dort aus hatte man einen tollen Auslick auf das Forum Romanum. Und dass die ganzen Ausgrabungen und Riesensäulen und Gebäudefragmenten einfach gigantisch sind, ist wohl völlig überflüssig zu erzählen! Ich war begeistert!

Völlig fertig haben wir nur noch eine Aktion geschafft: Silvia und Oliver haben uns (nach einer U-Bahn-Fahrt) auf ein Eis eingeladen: Es war verflixt nochmmal nicht einfach unter fast 60 Sorten Eis auszuwählen! Und superlecker war es auch noch!

Am Auto zurück haben wir uns von den beiden verabschiedet: Es waren tolle Führungen, die sie sich für uns ausgedacht hatten! Vielen Dank dafür nochmals!