










Auf dem Weg zur U-Bahn haben wir noch schnell einen Adapter geholt: Nun sollte das mit dem Bilderüberspielen von meiner Kamera aufs Pad auch klappen.
Wir wollen heute durch die Altstadt streifen: An der Station 5 de Majo sind wir ausgestiegen und sind dem Rat unseres Reiseführers gefolgt. Der rät, durch eine Fußgängerzone zur Altstadt zu gehen und eine andere Straße zu meiden. Aber die Polizeipräsenz in diesem Viertel ist wirklich hoch – auch weil sich dort Regierungsgebäude befinden. Wir haben uns absolut nicht unsicher gefühlt. Und wir haben die Polizisten des öfteren nach dem Weg gefragt. Die waren immer supernett und hilfsbereit.
Zuerst wollten wir zum Fischmarkt: Mit Hilfe der Polizisten hatten wir ihn auch flott gefunden.Wir waren froh, aus der Sonne rauszukommen und sind durch die Markthalle gelaufen. Sie war nicht besonders groß, von daher waren wir auch schnell durch. Vor der Fischhalle sprach uns ein junger Mann an: Ob wir Ceviche essen wollten? Wir hatten gerade erst gefrühstückt, insofern wollten wir nicht. Aber Sönke ist mit ihm ins Gespräch gekommen und das hatte zur Folge, dass wir von ihm durch die Fischlagerhallen geführt wurden bis zum kleinen Hafen mit den Fischerbooten. In der Lagerhalle flog ein Reiher: Der junge Mann meinte, das sei das Haustier der Fischer.
Wir versprachen, am Mittag wieder zu kommen und sind dann richtig in die Altstadt hoch. Es hatte etwas Cuba-Flair, weil es viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit gibt, bei denen nur noch die Fassade steht. Aber einige Gebäude sind doch wieder sehr schön hergerichtet.
Es war schon wieder drückend heiß und wir haben eine Trinkpause in einem Café eingelegt und uns etwas runtergekühlt. Wir saßen ganz nett am Fenster mit Blick auf eine Kirche, deren Turmspitze mit Perlmutt belegt war: Sie glänzte sehr hübsch in der Sonne. Wir sind dann noch in die Kirche gegangen: Dort waren gerade Leute sehr emsig beschäftigt, die morgige Osterprozession vorzubereiten.
Wir waren ja schon in wirklich vielen Kirchen, aber noch nie hatten wir Jesus und Johannes den Täufer als spielende Kinder gesehen. Bockspringen mit Heiligenschein – alle Achtung!

Weiter ging es durch die Altstadt: Das war sehr nett da durchzuschlendern. Als wir eine kleine Pause auf einem Bänkchen gemacht haben, setzte sich eine Frau zu uns. Und erzählte uns: Sie ist rumänische Reiseleiterin. Ihr deutscher Mann lebt in Bukarest, sie ist aber eigentlich die ganze Zeit unterwegs, weil die Rente nicht ausreicht und weil es ihr Spaß macht, andere Länder zu sehen. Sie spricht sieben Sprachen. Dann wurde sie wieder von ihrer Reisegruppe gebraucht. Was man so für Leute kennen lernt…
Nach einer weiteren Trinkpause haben wir beschlossen, der Hitze etwas zu entfliehen und sind in ein Museum über die Geschichte des Panamakanals. Das war sehr interessant – und schön kühl. Ein paar Straßen weiter liegt noch ein weiteres Museum über die Kunst der indigenen Bevölkerung: Kevin hatte uns das empfohlen, also haben wir auch diesem Museum einen Besuch abgestattet. Sehr liebevoll haben sie die Gedanken hinter den Mustern und Bildnissen und deren Entwicklung dargestellt. Schönes Museum – und jetzt versteht man auch mehr, woher die Muster auf den Taschen kommen, die hier überall feilgeboten werden.
Wie versprochen, sind wir zum Mittagessen wieder zur Fischhalle zurück. Ich bin gerne vorsichtig, aber hier hatte ich keine Bedenken, ein Ceviche zu ordern. Sönke hatte Fisch mit Crevetten und Talern aus frittierten Kochbananen – auch sehr lecker.
Immer noch war es superheiß: Also noch ein Museum? Wir sind zur U-Bahn zurück, stellten aber fest, dass es schon nach 15 Uhr war und das Museum aber nur bis 16 Uhr geöffnet hat. Das war nicht zu schaffen. Also haben wir ganz entgegen unseren Gepflogenheiten die Segel gestrichen und sind zum Hostel zurück. Mit Zwischenstopp in einem Restaurant, um nochmals etwas zu trinken und hübsch kühl zu sitzen.